'23 June 2011
International Energy Agency Executive Director Nobuo Tanaka announced today that the 28 IEA member countries have agreed to release 60 million barrels of oil in the coming month in response to the ongoing disruption of oil supplies from Libya.'
Die Überraschung dieser Woche war die unerwartete Freigabe von 60 Millionen Barrels Öl aus den strategischen Reserven von 28 führenden Industrienationen. Erst zum 3. Mal in der Geschichte hat es eine solche Freigabe von Ölreserven gegeben und diesmal wollen die Spekulationen über das 'warum' einfach nicht enden. Die Libyen Krise, die als vordergründiger Aufhänger angegeben wurde, erscheint nicht glaubwürdig genug. Immerhin sind 60 Millionen Barrels Öl nicht dazu geeignet, mittel- oder längerfristig irgendwelche Großausfälle der Ölproduktion abzudecken.
Viel wahrscheinlicher ist es, dass man nach der Weigerung von Saudi Arabien, die Ölproduktion zu steigern, um den leichten globalen Wirtschaftsaufschwung zu unterstützen, selbst Hand anlegen wollte, um den Öl- und Benzinpreis zu reduzieren.
Tatsächlich ist es auch gelungen, den Ölpreis etwas zu beschädigen, aber nach dem ersten Schock, der nicht nur Auswirkungen auf Öl, sondern auf den ganzen Commoditiessektor hatte, begann wieder eine Konsolidierung des Preises: Nymex Crude schien bis zum Ende der Woche bei 90 Dollars ziemlich gut unterstützt.
Nichtsdestotrotz gibt die Preisentwicklung vielleicht doch erste Hinweise darauf, dass sich Trends in den nächsten 6 Monaten vielleicht ändern könnten. Das entscheidende Signal dafür wäre eine Einigung des US Kongresses vor der bestehenden Deadline auf eine neue Schuldenpolitik im eigenen Land. Wenn solch eine Einigung die Aussicht auf Nachhaltigkeit hätte, dann wäre eine mittelfristige Wertsteigerung des Dollars gegenüber den anderen Hauptwährungen wahrscheinlich.
Seien wir doch ehrlich: EUR/USD 1,40 ist ein derzeit völlig unrealistischer Preis. Da wäre 1,20 wohl eher den Tatsachen entsprechend.
Selbst wenn die weltweiten Ölreserven in den nächsten Jahrzehnten weniger werden und somit der Ölpreis einen langfristigen Aufwärtstrend mitmachen wird, so würde ein höherer Dollar zumindest zu einer Preiskorrektur unter 80 Dollar führen.
Die Dollartrendwende könnte also in der Luft liegen und würde auf dem Commoditiessektor für Preisentspannungen sorgen!
Vorerst haben wir in der letzten Woche aber wieder eine Flucht in sogenannte sichere Anlageprodukte gesehen - und da ist vor allem der Schweizer Franken der glühende Stern am Firmament. Die Häuselbauer unter unseren Mitmenschen, die noch immer auf ihren CHF-Kredit sitzen, gehen hingegen durch die Hölle. Nach dem glatten Bruch von 1,20 gegenüber dem Euro sind die Aussichten auf längerfristige Erholung des Euros gegenüber dem CHF immer mehr getrübt.
Die Federal Reserve Bank oder besser der Chairman dieser Bank hatte auch Einiges zu berichten letzte Woche. Dazu gehörte seine Vorschau darauf, dass die US Wirtschaft statt sich weiter zu erholen, vielleicht zurück in eine Rezession fallen könnte. Keine wirklich positiven Aussichten für eine Welt, die von Krisen tagtäglich gequält wird.
Was unsere Finanzmärkte als nächstes beeinflussen wird, das weiss wohl niemand. Ein 'in-depth' Bericht, den ich letzte Woche lesen durfte, meinte nämlich, dass all die genannten Krisen keine wirkliche Probleme darstellen. Das wirkliches Armageddon würde eine bevorstehenden Chinakrise herbeiführen, und eine solche Krise ist - beobachtet man die neuesten Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte - alles andere als absurd.
Die nächste Woche wird wieder sehr spannend. Monatsende und Preise, die durchaus 'Turnarounds' für einige Produkte bedeuten könnten.
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard
Sonntag, 26. Juni 2011
Sonntag, 19. Juni 2011
RELEXIONEN - DIE ALLIANZ DER SCHWACHEN
In meinen Beruf ist es manchmal gut, sich zurückzulehnen und darüber nachzudenken, ob die Analyse richtig ist, ob die Handelsaktivitäten den Zielvorgaben entsprechen, ob man objektiv genug ist, um die nächste Position zu riskieren, ... Die Fragestellungen hören nicht auf.
Daher habe ich die letzen 2 Wochen versucht, den Markt passiv zu betrachten, mich neu zu orientieren, Fehlerquellen zu identifizieren.
Gleichzeitig helfen mir fiktive Handelseinstiege dabei, meine Marktbeobachtungen zu untermauern.
Das Ergebnis war eher ernüchternd. Während ich die Ölpreisflaute klar erkennen konnte, war die relative Stärke von Gold und Silber für mich nicht nachzuvollziehen. Während ich den Einbruch des Euros jederzeit verstand, so kam die Rally am Freitag doch eher überraschend.
Wir befinden uns also in einer instabilen Marktsituation. Instabil deswegen, weil die Welt nach Lösungen für die unzähligen Krisen sucht. Ob wir diese Lösungen finden können, ist mehr als zweifelhaft; denn was als reine Finanzkrise begonnen hat, beginnt sich zu schwerwiegenden Sinnkrisen für viele Menschen auszuweiten. Die Fragen, warum die politische Klasse und die Hochfinanz bisher relativ glimpflich davon kommen und gleichzeitig die Masse der Menschen am Minimum leben muss, wird langsam aber sicher zu einer tickenden Zeitbombe.
Die Geldentwertung, die sich eher hinter den Kulissen abspielt - am Anleihenmarkt, im Interbankmarkt, ... weitet sich unweigerlich zu einer Katastrophe aus, wenn nicht bald Nägel mit Köpfen gemacht werden. Aber wie? fragen sich die Finanzmanager und Politiker?
Bis jetzt hat man das System mit Staatsgarantien unterstützt. Aber was machen, wenn diese Staatsgarantien fällig werden? Vor 5 Jahren wäre jedes Projekt das 300 Millionen Euro gekostet hätte im österreichischen Parlament gescheitert - dafür hätte es keine Mittel gegeben. Vor 3 Jahren war es selbstverständlich 30 Milliarden in die Hand zu nehmen, um eine paar Banken zu retten, oder einen Schutzschirm für die peripheren Euroländer zu spannen, der Österreich wieder einige Milliarden kosten würde. Die Realitätsempfindungen waren innerhalb von 2 Jahren neu geordnet worden.
Sich auf neue Situationen neu einzustellen, das ist eine Realität, mit der der Mensch immer lebt. Das ist auch richtig; aber zeugt das ständige Reagieren und nicht Agieren von einem schwachen System, von schwachen Systemmanagern?
Die Antwort darauf überlasse ich jedem einzelnen Leser. Für mich liegt in den eben genannten Überlegungen der Schlüssel zur weiteren Marktentwicklung.
Die Märkte werden in nächster Zeit nur mehr auf die tagtäglichen Meldungen reagieren. 'Griechenland wird gerettet werden' Euro Rally . 'Soziales Chaos in Griechenland' Euro Crash.
Die sicheren Werte bleiben Edelmetalle und selektive Währungen wie im Moment der Schweizer Franken und der Aussie Dollar. Aber auch das kann man nicht so verallgemeinen, da gerade diese beiden Währungen nicht Platz haben für unendliche Rallies. Das vorhandene Geld muss diversifiziert angelegt werden.
Weltpreise für Nahrungsmittel steigen ständig, auch da gibt es noch immer Investitionsmöglichkeiten, obwohl dieser Preisanstieg die allgemeine Inflation Schritt für Schritt erhöht und der Druck auf den Hochfinanzmarkt extrem steigt, doch endlich die Zinsen anzuziehen. Die Geldmaschine wird also weiterhin auf mehrere Produkte setzen, um auch die notwendige Ausgeglichenheit aufzuweisen, wenn das eine oder andere Produkt ernsthaft zu leiden beginnen wird.
Aber die Differenz zwischen den wie ich es in der Zwischenzeit nenne ZWEI FINANZZYKLEN (auf der einen Seite das reale Leben mit immer steigenderen Preisen; auf der anderen Seite der Anleihenmarkt, bei dem man alle Anstrengungen unternimmt, ja keine Zinserhöhung durchführen zu müssen, um den totalen Kollaps nicht zu provozieren) wird immer extremer und die Gefahr eines kosmopolitischen Zusammenbruchs steigt.
Aber vielleicht kommen dieser Entwicklung ja die sozialen Unruhen, wie wir sie derzeit schon in Nordafrika sehen, zuvor. Könnte wieder ein Krieg Teil der Lösung dieser unabsehbaren Finanzprobleme werden?
Wir wissen es nicht, also werden wir wieder eine Woche damit verbringen, die Reaktionen der Märkte auf die News zu handeln. Die Preisbewegungen werden von der Allianz der Schwachen geführt - US Dollar und Euro.
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard
Daher habe ich die letzen 2 Wochen versucht, den Markt passiv zu betrachten, mich neu zu orientieren, Fehlerquellen zu identifizieren.
Gleichzeitig helfen mir fiktive Handelseinstiege dabei, meine Marktbeobachtungen zu untermauern.
Das Ergebnis war eher ernüchternd. Während ich die Ölpreisflaute klar erkennen konnte, war die relative Stärke von Gold und Silber für mich nicht nachzuvollziehen. Während ich den Einbruch des Euros jederzeit verstand, so kam die Rally am Freitag doch eher überraschend.
Wir befinden uns also in einer instabilen Marktsituation. Instabil deswegen, weil die Welt nach Lösungen für die unzähligen Krisen sucht. Ob wir diese Lösungen finden können, ist mehr als zweifelhaft; denn was als reine Finanzkrise begonnen hat, beginnt sich zu schwerwiegenden Sinnkrisen für viele Menschen auszuweiten. Die Fragen, warum die politische Klasse und die Hochfinanz bisher relativ glimpflich davon kommen und gleichzeitig die Masse der Menschen am Minimum leben muss, wird langsam aber sicher zu einer tickenden Zeitbombe.
Die Geldentwertung, die sich eher hinter den Kulissen abspielt - am Anleihenmarkt, im Interbankmarkt, ... weitet sich unweigerlich zu einer Katastrophe aus, wenn nicht bald Nägel mit Köpfen gemacht werden. Aber wie? fragen sich die Finanzmanager und Politiker?
Bis jetzt hat man das System mit Staatsgarantien unterstützt. Aber was machen, wenn diese Staatsgarantien fällig werden? Vor 5 Jahren wäre jedes Projekt das 300 Millionen Euro gekostet hätte im österreichischen Parlament gescheitert - dafür hätte es keine Mittel gegeben. Vor 3 Jahren war es selbstverständlich 30 Milliarden in die Hand zu nehmen, um eine paar Banken zu retten, oder einen Schutzschirm für die peripheren Euroländer zu spannen, der Österreich wieder einige Milliarden kosten würde. Die Realitätsempfindungen waren innerhalb von 2 Jahren neu geordnet worden.
Sich auf neue Situationen neu einzustellen, das ist eine Realität, mit der der Mensch immer lebt. Das ist auch richtig; aber zeugt das ständige Reagieren und nicht Agieren von einem schwachen System, von schwachen Systemmanagern?
Die Antwort darauf überlasse ich jedem einzelnen Leser. Für mich liegt in den eben genannten Überlegungen der Schlüssel zur weiteren Marktentwicklung.
Die Märkte werden in nächster Zeit nur mehr auf die tagtäglichen Meldungen reagieren. 'Griechenland wird gerettet werden' Euro Rally . 'Soziales Chaos in Griechenland' Euro Crash.
Die sicheren Werte bleiben Edelmetalle und selektive Währungen wie im Moment der Schweizer Franken und der Aussie Dollar. Aber auch das kann man nicht so verallgemeinen, da gerade diese beiden Währungen nicht Platz haben für unendliche Rallies. Das vorhandene Geld muss diversifiziert angelegt werden.
Weltpreise für Nahrungsmittel steigen ständig, auch da gibt es noch immer Investitionsmöglichkeiten, obwohl dieser Preisanstieg die allgemeine Inflation Schritt für Schritt erhöht und der Druck auf den Hochfinanzmarkt extrem steigt, doch endlich die Zinsen anzuziehen. Die Geldmaschine wird also weiterhin auf mehrere Produkte setzen, um auch die notwendige Ausgeglichenheit aufzuweisen, wenn das eine oder andere Produkt ernsthaft zu leiden beginnen wird.
Aber die Differenz zwischen den wie ich es in der Zwischenzeit nenne ZWEI FINANZZYKLEN (auf der einen Seite das reale Leben mit immer steigenderen Preisen; auf der anderen Seite der Anleihenmarkt, bei dem man alle Anstrengungen unternimmt, ja keine Zinserhöhung durchführen zu müssen, um den totalen Kollaps nicht zu provozieren) wird immer extremer und die Gefahr eines kosmopolitischen Zusammenbruchs steigt.
Aber vielleicht kommen dieser Entwicklung ja die sozialen Unruhen, wie wir sie derzeit schon in Nordafrika sehen, zuvor. Könnte wieder ein Krieg Teil der Lösung dieser unabsehbaren Finanzprobleme werden?
Wir wissen es nicht, also werden wir wieder eine Woche damit verbringen, die Reaktionen der Märkte auf die News zu handeln. Die Preisbewegungen werden von der Allianz der Schwachen geführt - US Dollar und Euro.
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard
Montag, 6. Juni 2011
DIE US KRISE
Am Freitag war es wieder soweit. Pünktlich um 14:30 Uhr unserer Zeit wurden die Nonfram Payroll Data für Mai in den USA veröffentlicht: 'Nonfarm payroll employment changed little (+54,000) in May, and the unemployment rate was essentially unchanged at 9.1 percent, the U.S. Bureau of Labor Statistics reported Friday'.
Die Zahlen können als Desaster gewertet werden. Noch immer gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die Arbeitsmarktsituation in den USA erholen wird. Gleichzeitig bleibt der Immobilienmarkt unter enormen Druck und QE2 wird im Juni enden. Damit nicht genug, der Kongress verhandelt immer intensiver, die Schuldengrenze zu verändern, denn sollten die Verhandlungspartner/gegner nicht bald einen Kompromiss erzielen, droht den USA demnächst die Zahlungsunfähigkeit.
Diese Entwicklung ist wohl massgeblich dafür verantwortlich zu machen, dass nicht die europäischen Krisen die Märkte beherrschen, sondern die mögliche Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt die Händler und Ökonomen in Ihren Bann ziehen.
Der Schweizer Franken war somit letzte Woche wieder als eine der wenigen relativ sicheren Währungen Hauptzufluchtsort der Investoren. Auch der Yen und Gold haben sich als Anlegehäfen bestätigt.
Dagegen hat Silber eindeutig unter der massiven Korrektur gelitten und konnte seinen Status als krisensicheres Anlageprodukt bisher nicht mehr zurückgewinnen.
Die neue Woche beginnt mit einer Konsolidierung. Die politisch/wirtschaftlichen Verhandlungen in Washington aber auch das Krisenmanagement in Europa wird wohl weiterhin im Fokus der Händler stehen. Vorerst sehe ich keine bedeutende Entwicklung, die in dieser Woche die Trends nachhaltig beeinflussen könnte. Unser erster Gedanke ist daher der, dass wir in dieser Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit eher Range-Trading zu erwarten haben.
Im Namen der TASK INVEST AG wünsche ich Euch ein schönes Pfingstfest!
Euer Gerhard Pilz
Die Zahlen können als Desaster gewertet werden. Noch immer gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die Arbeitsmarktsituation in den USA erholen wird. Gleichzeitig bleibt der Immobilienmarkt unter enormen Druck und QE2 wird im Juni enden. Damit nicht genug, der Kongress verhandelt immer intensiver, die Schuldengrenze zu verändern, denn sollten die Verhandlungspartner/gegner nicht bald einen Kompromiss erzielen, droht den USA demnächst die Zahlungsunfähigkeit.
Diese Entwicklung ist wohl massgeblich dafür verantwortlich zu machen, dass nicht die europäischen Krisen die Märkte beherrschen, sondern die mögliche Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt die Händler und Ökonomen in Ihren Bann ziehen.
Der Schweizer Franken war somit letzte Woche wieder als eine der wenigen relativ sicheren Währungen Hauptzufluchtsort der Investoren. Auch der Yen und Gold haben sich als Anlegehäfen bestätigt.
Dagegen hat Silber eindeutig unter der massiven Korrektur gelitten und konnte seinen Status als krisensicheres Anlageprodukt bisher nicht mehr zurückgewinnen.
Die neue Woche beginnt mit einer Konsolidierung. Die politisch/wirtschaftlichen Verhandlungen in Washington aber auch das Krisenmanagement in Europa wird wohl weiterhin im Fokus der Händler stehen. Vorerst sehe ich keine bedeutende Entwicklung, die in dieser Woche die Trends nachhaltig beeinflussen könnte. Unser erster Gedanke ist daher der, dass wir in dieser Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit eher Range-Trading zu erwarten haben.
Im Namen der TASK INVEST AG wünsche ich Euch ein schönes Pfingstfest!
Euer Gerhard Pilz
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