Bei uns beginnt die neue Handelswoche Morgen am 1. November mit einem Feiertag - Allerheiligen. Und damit wird wohl eine der wichtigsten Handelswochen des verbleibenden Jahres 2010 eingeläutet.
Am 2. November finden in den USA die Midterm-Wahlen statt, bei denen alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 37 von 100 Sitzen im Senat zur Wahl stehen. Zusätzlich geht es noch um 38 Gouverneursposten. Eine wichtige Wahl also; glaubt man den Umfragen, dann schaut es schlecht für die Partei des Präsidenten, den Demokraten, aus. Beide Häuser könnten theoretisch in die Hände der Republikaner fallen und damit eine 'pro-business' Reaktion der Märkte auslösen.
Aber damit nicht genug: Am 3. November trifft sich dann das Federal
Open Market Committee (FOMC) und diskutiert über die ökonomische und finanzielle Gesundheit der amerikanischen Wirtschaft, um dann um 18:15 GMT seine Entscheidungen bekannt zu geben.
Noch nie in diesem Jahr ist soviel darüber spekuliert worden, wann und in welcher Form die FED die Wirtschaft - nach einem bisher ziemlich mageren Aufschwung - stimulieren wird. Der Hinweis, dass es möglicherweise QE2, über das wir glaube ich nun hinlänglich informiert sind, geben wird, hat den Dollar in den letzten 2 Monaten signifikant fallen lassen. In der Zwischenzeit sind viele Trader davon überzeugt, dass es kaum einen QE Level geben wird, der den Dollar vorläufig noch viel weiter fallen wird lassen. Ganz im Gegenteil, es gab und gibt immer öfter Gerüchte, dass die FED unter Umständen vorläufig keine Stimulation durch den Kauf von Treasury Bonds durchführen wird. Einige Vorschauen haben sich nun darauf festgelegt, dass 250 Milliarden Dollar für den spekulativen Währungsmarkt die Grenze zwischen weiterer Dollarschwäche und möglicher Dollarstärke sein könnte.
Ich schliesse mich heute der Ansicht einer Gruppe von Analysten an, die feststellen, dass sich die nächste Woche durch extreme Volatilität auszeichen wird, dass aus dieser Volatilität jedoch nicht unbedingt ein Trend nachzuvollziehen wird sein. Kurzum, um die Zukunft des Dollars klarer sehen zu können, wird es notwendig sein, 3 bis 4 Wochen in die Zukunft zu blicken. Und da gibt es wieder eine eindeutige Mehrheit von Analysten, die die Dollarschwäche des verbleibenden Jahres zeitlich maximal auf die nächsten 1 bis 4 Wochen begrenzt sehen.
Was heisst dies nun für den Händler nächste Woche. Dazu müssen wir klar festhalten, dass der Dollar letzte Woche sehr schwach geschlossen hat - der Schlusskurs des Yens war ALL-TIME Rekord. Und die Edelmetalle haben auf absolut rekordverdächtigem Niveau den Oktober ausklingen lassen.
Wir müssen daher davon ausgehen, dass die Währungen zumindest die Woche bullisch beginnen werden, das Gleiche erwarte ich von den Edelmetallen und den Soft-Commodities.
Was dann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch und nach dem FOMC Meeting in allen Finanzmärkten passieren wird, kann von Niemandem vorausgesagt werden, obwohl viele Händler sicherlich nach einem signifikanten Hoch eine längerfristige Korrektur der Märkte erwarten.
Den Blog des 31. Oktobers möchte ich aber mit einer Warnung beenden: Die Finanzmärkte sind unberechenbar und signifikant höhere als erwartete QE2 Levels können auch jederzeit zu Dollarschwächen führen, die alle bisher erreichten und vorhergesagten Preislevels durchschlagen können.
Die erste Novemberwoche wird also in jedem Fall interessant!
Alles Gute und viel Erfolg beim Handeln!
Euer Gerhard
Sonntag, 31. Oktober 2010
Freitag, 22. Oktober 2010
QE2 - 'quantitative easing 2'
Qantitative Easing ist eine aktive Finanzspritze der Federal Reserve Bank, indem diese z.B. Anleihen von Banken kauft http://en.wikipedia.org/wiki/Quantitative_easing. Diese Geldmittel sollen die wirtschaftlichen Aktivitäten ankurbeln. Vor 2 Jahren hat die Fed mit diesem Mittel einen durchschlagenden Erfolg erzielt.
Der Markt beschäftigt sich im Moment mit der Möglichkeit, dass beim November FOMC Meeting ein endgülter Beschluss für QE2 gefasst werden könnte. Völlig unklar ist jedoch, wie hoch QE2 ausfällt.
Quantitative Easing führt natürlich zu einer Abwertung der Währung und ist kurz vor dem G20 Gipfel ein rotes Tuch für viele Regierungen, da man in diesem Fall der USA vorwirft, künstlich Handelsvorteile für sich zu schaffen.
In der Zwischenzeit muss man sich jedoch fragen, ob mit den dauernden Ankündigungen von QE2 nicht schon der Zweck der Übung erfüllt wurde. Der Dollar hat sich signifikant verbilligt. Obwohl es nicht auszuschliessen ist, dass QE2 gar nicht kommt, glaube ich eher, dass wir es mit einer sehr niedrigen Finanzspritze zu tun bekommen. 100 bis 500 Milliarden stehen im Raum. Solch ein Rahmen könnte zu einer Reaktion 'Buy the rumour, sell the fact' führen.
Und da wäre noch die Entwicklung der Commoditiespreise zu beachten - diese Woche waren wieder Baumwolle und Kaffee an der Vorfront der aggressiv steigenden Preise -, die ein untrügliches Zeichen für eine Inflations-gefährdete Situation darstellt.
Der Markt ist offensichtlich gewarnt. Die Währungsbewegungen der letzten Woche deuten darauf hin. Wir sind in einer Situation, in der ein Teil der Marktteilnehmer vom Ende des Dollarkollapses und der andere Teil vom Gegenteil überzeugt ist. Die Eurobewegung, am Dienstag 250 Punkte hinunter am Mittwoch 250 Punkte hinauf, ist wohl bezeichnend für diese Situation.
Um es auf den Punkt zu bringen: für mich ist die Situation unklar. Gedanklich, und das habe ich schon letzte Woche geschrieben, halte ich jede long-Position in den Währungen und in den Edelmetallen für höchst riskant. Auf der anderen Seite steht weiteren Hochs der Währungen und Edelmetalle auch nichts im Weg. Nachdem es nächste Woche die QE Entscheidung nicht geben wird, sollte die kommende Woche auch keine großen neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet bringen.
Auf Grund der relativ guten Wirtschaftsdaten, vornehmlich aus Deutschland, hat der Euro relativ gesehen Fahrt aufgenommen, und scheint sich nun langsam auch gegen den Schweizer Franken mehr und mehr zu behaupten. Auch gegen den Dollar kann man eine finale Aufwärtsbewegung auf 1,44 bis 1,45 nicht ausschliessen. Trotz dieses Risikos sehe ich so wie viele Analysten die Wahrscheinlichkeit einer sich fortsetzenden Korrektur nächste Woche als wahrscheinlicher an. 1,35 bis 1,36 sollten realistische Preisziele sein.
Ihr wisst, dass im Moment sowohl die Preise der Soft Commodities als auch der Edelmetalle zu einem wesentlichen Teil von der Entwicklung des Dollars abhängig sind. In diesem Sinne sehe ich diese Produkte auch langsam aber sicher sich einem zumindest vorläufig entscheidendem Hoch anzunähern. Ohne klare Richtlinien geben zu können, halte ich im Sinne meiner Anmerkung am Beginn dieses Blogs - dass der Gedanke bei mir aufkeimt, wir könnnten einem typischen 'buy the rumour, sell the fact' Szenario entgegensteuern - daran fest, dass ich eher die short-Seite forcieren würde als auf der long-Seite zu versuchen, den letzten Tropfen Profit herauszuquetschen (obwohl auch dieser letzte Tropfen durchaus ein lukrativer sein könnte!)
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne und profitable Tradingwoche!
Euer Gerhard
Der Markt beschäftigt sich im Moment mit der Möglichkeit, dass beim November FOMC Meeting ein endgülter Beschluss für QE2 gefasst werden könnte. Völlig unklar ist jedoch, wie hoch QE2 ausfällt.
Quantitative Easing führt natürlich zu einer Abwertung der Währung und ist kurz vor dem G20 Gipfel ein rotes Tuch für viele Regierungen, da man in diesem Fall der USA vorwirft, künstlich Handelsvorteile für sich zu schaffen.
In der Zwischenzeit muss man sich jedoch fragen, ob mit den dauernden Ankündigungen von QE2 nicht schon der Zweck der Übung erfüllt wurde. Der Dollar hat sich signifikant verbilligt. Obwohl es nicht auszuschliessen ist, dass QE2 gar nicht kommt, glaube ich eher, dass wir es mit einer sehr niedrigen Finanzspritze zu tun bekommen. 100 bis 500 Milliarden stehen im Raum. Solch ein Rahmen könnte zu einer Reaktion 'Buy the rumour, sell the fact' führen.
Und da wäre noch die Entwicklung der Commoditiespreise zu beachten - diese Woche waren wieder Baumwolle und Kaffee an der Vorfront der aggressiv steigenden Preise -, die ein untrügliches Zeichen für eine Inflations-gefährdete Situation darstellt.
Der Markt ist offensichtlich gewarnt. Die Währungsbewegungen der letzten Woche deuten darauf hin. Wir sind in einer Situation, in der ein Teil der Marktteilnehmer vom Ende des Dollarkollapses und der andere Teil vom Gegenteil überzeugt ist. Die Eurobewegung, am Dienstag 250 Punkte hinunter am Mittwoch 250 Punkte hinauf, ist wohl bezeichnend für diese Situation.
Um es auf den Punkt zu bringen: für mich ist die Situation unklar. Gedanklich, und das habe ich schon letzte Woche geschrieben, halte ich jede long-Position in den Währungen und in den Edelmetallen für höchst riskant. Auf der anderen Seite steht weiteren Hochs der Währungen und Edelmetalle auch nichts im Weg. Nachdem es nächste Woche die QE Entscheidung nicht geben wird, sollte die kommende Woche auch keine großen neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet bringen.
Auf Grund der relativ guten Wirtschaftsdaten, vornehmlich aus Deutschland, hat der Euro relativ gesehen Fahrt aufgenommen, und scheint sich nun langsam auch gegen den Schweizer Franken mehr und mehr zu behaupten. Auch gegen den Dollar kann man eine finale Aufwärtsbewegung auf 1,44 bis 1,45 nicht ausschliessen. Trotz dieses Risikos sehe ich so wie viele Analysten die Wahrscheinlichkeit einer sich fortsetzenden Korrektur nächste Woche als wahrscheinlicher an. 1,35 bis 1,36 sollten realistische Preisziele sein.
Ihr wisst, dass im Moment sowohl die Preise der Soft Commodities als auch der Edelmetalle zu einem wesentlichen Teil von der Entwicklung des Dollars abhängig sind. In diesem Sinne sehe ich diese Produkte auch langsam aber sicher sich einem zumindest vorläufig entscheidendem Hoch anzunähern. Ohne klare Richtlinien geben zu können, halte ich im Sinne meiner Anmerkung am Beginn dieses Blogs - dass der Gedanke bei mir aufkeimt, wir könnnten einem typischen 'buy the rumour, sell the fact' Szenario entgegensteuern - daran fest, dass ich eher die short-Seite forcieren würde als auf der long-Seite zu versuchen, den letzten Tropfen Profit herauszuquetschen (obwohl auch dieser letzte Tropfen durchaus ein lukrativer sein könnte!)
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne und profitable Tradingwoche!
Euer Gerhard
Sonntag, 17. Oktober 2010
Schnee auf den Bergen
Schnee war das Erste, was ich heute im Fernsehen gesehen habe ... und es ist erst der 17. Oktober. Extreme Wetterverhältnisse. Genauso extrem wie die Märkte im Moment agieren. 2 Tage in Folge konnte Silber vorige Woche beinahe jeweils einen Dollar zulegen und hat sogar an der 25 Dollar Marke gekratzt, Cotton hat nicht nur 110 überschritten, so wie von mir letzte Woche vorausgesagt, sondern 119,80 erreicht. 'Excessiv exuberance' ist das untrügliche Zeichen, dass wir vorläufig in der letzten Phase eines Commodity Bull Runs sind. Man erinnere sich noch an die Ölhausse von 2008. Wer hätte Öl damals bei 150 Dollars pro Barrel vermutet.
Auf welch kompliziertem Marktverhalten diese Rally jedoch aufgebaut ist, hat uns der Freitag gezeigt. Einige unschuldige Bemerkungen des Fed Chairman's und schon dreht sich alles. Ein Kommentator von CNBC hat es auf den Punkt gebracht als er meinte: Diese Rede des Chairman's hätte auch schon vor einem Monat gehalten werden können. Dieser hat nämlich wirklich keine Neuigkeiten zum Besten gegeben. Er hat aber darauf hingewiesen, dass QE2 (der 2. Versuch durch quantitative easing die Wirtschaft zu beleben) möglicherweise geringer ausfallen könnte als ursprünglich geplant, da sich die Steuereinkünfte langsam normalisieren oder besser gesagt stabilisieren.
Liebe Leser! Diese sehr volkswirtschaftlichen Erklärungen, für die Schulkenntnisse zum Verstehen kaum mehr reichen, genügen aber nicht, um zu verstehen, dass die Märkte von der Mehrheit der Marktteilnehmer beeinflusst werden und nicht immer mit fundamentalen Erklärungen verstanden werden können.
Da ist es doch klarer, wenn ich behaupte - 'was schnell hinauf geht, das kommt auch wieder schnell herunter'. So gesehen bei der Baumwolle, die es nach dem Hit von 119,80 geschafft hat unter 110 zu schliessen. So gesehen beim Euro, der nach 1,4150 gleich wieder unter 1,40 geschlossen hat. Die Mehrheit der Marktteilnehmer sind also nicht mehr nur Trend-Followers. Was ich vor 2 Wochen in meinem Blog angedeutet habe, dass der Trend bald unter aggressiven Countertrendtrades leiden wird, der hat nun live miterlebt, was ich damals gemeint hatte.
Aber was nun: Jetzt wird es kompliziert - gehe ich wieder 'long the market' oder haben wir preislich gesehen einen wichtigen 'top in place'. Im Fachjargon erwarten wir nun 'backing & filling'. Die Währungen haben nun ein hohes Potential die kommende Woche auf und ab, und zwar in der Range der letzten 2 Wochen zu handeln. Einige technische Analysten sehen die Möglichkeit eines entscheidenden Markttops gegeben. Ich verschliesse mich dieser Ansicht nicht, aber ich sehe sowohl am wöchentlichen als auch am monatlichen Chart noch keine Trendveränderung. Klar ist für mich jedoch, dass wir z.B. 1,38iger Levels beim Euro sehen sollten, aber auch ein Preis bei 1,4050 ist realistisch. Auch der Yen, der Pfund der Aussie und der Canadian haben ein hohes Potential, eine Woche seitwärts zu handeln. Risikotrades kommende Woche sind die, die auf eine Trendweiterführung setzen, da eine Trendumkehr nach Freitag im Raum steht.
Sollte QE2 im November gar nicht mehr kommen, da sich die Wirtschaftsdaten dramatisch verbessern, oder sollten sich die Chinesen und die Amerikaner (wie schon diese Woche kolportiert) auf eine Formel einigen, die eine weitere Abwertung beider Währungen durch künstliche Eingriffe - wie z.B. QE2 - verbietet, dann könnte diese Währungsblase aber auch der Commodities Bull Run sehr schnell zu Ende sein.
Im April diese Jahres habe ich einigen meiner Kunden geraten, Gold zu verkaufen. Mein Grund für diesen Vorschlag war ein technischer: das monatliche Chart war schon zu diesem Zeitpunkt hoch. Ich habe damals meinen Kunden als Vergleichschart das Ölchart gezeigt und darauf hingewiesen, 'selbst wenn wir eine ähnliche Entwicklung sehen wie 2008, dann gibt es irgendwann in der nicht allzufernen Zukunft viel niedrigere Preise als 1,100 Dollars bei Gold damals'. Obwohl dieser Bull Run unter Umständen noch nicht zu Ende ist, dann hat uns am Freitag Baumwolle gezeigt, was ein Reversal bei Commodities ist. 1000 Punkte in 8 Stunden. In 23 Jahren Handeln hat sich noch nie ein Chart, welches so steil nach oben gegangen ist wie z.B. Gold heute, nicht durch einen gewaltigen Abverkauf aufgelöst, aber ich bin offen der Möglichkeit gegenüber, dass etwas passiert, was es noch nie gegeben hat. Mein Geld würde ich darauf aber NIE setzen.
Es wird also spannend nächste Woche - 'Trendcontinuation' oder 'Major Top in Place'!
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard
Auf welch kompliziertem Marktverhalten diese Rally jedoch aufgebaut ist, hat uns der Freitag gezeigt. Einige unschuldige Bemerkungen des Fed Chairman's und schon dreht sich alles. Ein Kommentator von CNBC hat es auf den Punkt gebracht als er meinte: Diese Rede des Chairman's hätte auch schon vor einem Monat gehalten werden können. Dieser hat nämlich wirklich keine Neuigkeiten zum Besten gegeben. Er hat aber darauf hingewiesen, dass QE2 (der 2. Versuch durch quantitative easing die Wirtschaft zu beleben) möglicherweise geringer ausfallen könnte als ursprünglich geplant, da sich die Steuereinkünfte langsam normalisieren oder besser gesagt stabilisieren.
Liebe Leser! Diese sehr volkswirtschaftlichen Erklärungen, für die Schulkenntnisse zum Verstehen kaum mehr reichen, genügen aber nicht, um zu verstehen, dass die Märkte von der Mehrheit der Marktteilnehmer beeinflusst werden und nicht immer mit fundamentalen Erklärungen verstanden werden können.
Da ist es doch klarer, wenn ich behaupte - 'was schnell hinauf geht, das kommt auch wieder schnell herunter'. So gesehen bei der Baumwolle, die es nach dem Hit von 119,80 geschafft hat unter 110 zu schliessen. So gesehen beim Euro, der nach 1,4150 gleich wieder unter 1,40 geschlossen hat. Die Mehrheit der Marktteilnehmer sind also nicht mehr nur Trend-Followers. Was ich vor 2 Wochen in meinem Blog angedeutet habe, dass der Trend bald unter aggressiven Countertrendtrades leiden wird, der hat nun live miterlebt, was ich damals gemeint hatte.
Aber was nun: Jetzt wird es kompliziert - gehe ich wieder 'long the market' oder haben wir preislich gesehen einen wichtigen 'top in place'. Im Fachjargon erwarten wir nun 'backing & filling'. Die Währungen haben nun ein hohes Potential die kommende Woche auf und ab, und zwar in der Range der letzten 2 Wochen zu handeln. Einige technische Analysten sehen die Möglichkeit eines entscheidenden Markttops gegeben. Ich verschliesse mich dieser Ansicht nicht, aber ich sehe sowohl am wöchentlichen als auch am monatlichen Chart noch keine Trendveränderung. Klar ist für mich jedoch, dass wir z.B. 1,38iger Levels beim Euro sehen sollten, aber auch ein Preis bei 1,4050 ist realistisch. Auch der Yen, der Pfund der Aussie und der Canadian haben ein hohes Potential, eine Woche seitwärts zu handeln. Risikotrades kommende Woche sind die, die auf eine Trendweiterführung setzen, da eine Trendumkehr nach Freitag im Raum steht.
Sollte QE2 im November gar nicht mehr kommen, da sich die Wirtschaftsdaten dramatisch verbessern, oder sollten sich die Chinesen und die Amerikaner (wie schon diese Woche kolportiert) auf eine Formel einigen, die eine weitere Abwertung beider Währungen durch künstliche Eingriffe - wie z.B. QE2 - verbietet, dann könnte diese Währungsblase aber auch der Commodities Bull Run sehr schnell zu Ende sein.
Im April diese Jahres habe ich einigen meiner Kunden geraten, Gold zu verkaufen. Mein Grund für diesen Vorschlag war ein technischer: das monatliche Chart war schon zu diesem Zeitpunkt hoch. Ich habe damals meinen Kunden als Vergleichschart das Ölchart gezeigt und darauf hingewiesen, 'selbst wenn wir eine ähnliche Entwicklung sehen wie 2008, dann gibt es irgendwann in der nicht allzufernen Zukunft viel niedrigere Preise als 1,100 Dollars bei Gold damals'. Obwohl dieser Bull Run unter Umständen noch nicht zu Ende ist, dann hat uns am Freitag Baumwolle gezeigt, was ein Reversal bei Commodities ist. 1000 Punkte in 8 Stunden. In 23 Jahren Handeln hat sich noch nie ein Chart, welches so steil nach oben gegangen ist wie z.B. Gold heute, nicht durch einen gewaltigen Abverkauf aufgelöst, aber ich bin offen der Möglichkeit gegenüber, dass etwas passiert, was es noch nie gegeben hat. Mein Geld würde ich darauf aber NIE setzen.
Es wird also spannend nächste Woche - 'Trendcontinuation' oder 'Major Top in Place'!
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard
Sonntag, 10. Oktober 2010
'The trend is your friend' versus 'Countertrend trading'
Die TASK INVEST Kunden hatten letzte Woche zum ersten Mal die Gelegenheit an Hand unserer SMS News Alerts einen Countertrend Trade live mitzuverfolgen. Wer sich die Zeit genommen hat und erlebt hat, wie intensiv die Entwicklung nach unserem Einstieg war, der hat auch realisiert, dass Countertrend Trading nicht ganz einfach ist. Denn eines ist unmöglich - den Höchstpreis zu erraten. Und so haben wir dann auch kurzfristig signifikante Verluste auf unserem Portfolio gesehen, ehe der Markt nach ca 7 Stunden dann doch gedreht hat.
Dieser Trade war ein Erfolg; aber alles deutet darauf hin, dass wir auf diesem Preisniveau sowohl bei den Währungen als auch bei Gold und Silber kein entscheidendes Reversal erlebt haben. Der Euro hat wie erwartet die Triple-Zero 1,4000 gegen den Dollar nicht beim ersten Anlauf durchbrechen können. Das Gleiche galt für den Britischen Pfund bei 1,6000. Die Währungsbewegungen nach der Korrektur, sprich am Freitag als wieder disaströse US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden, zeigen an, dass es nach wie vor Währungsstärken gegen den Dollar gibt, mit denen man rechnen kann und muss.
Die internationale Aufregung über die künstlichen Eingriffe von Staaten in die Währungen ihrer Länder, um diese niedrig zu halten, wobei in erster Linie China und die USA zu nennen sind, nimmt zu.
Technisch gesehen, signalisieren die längerfristigen Charts einen soliden Trend, der wohl als Nächstes einen Retest des All-time-highs beim Yen erwarten lässt.
Ich gebe aber heute zu, dass eine Tradingvorschau für die kommende Woche schwierig ist. Die signifikante Gegenbewegung des letzten Donnerstags deutet darauf hin, dass wir in der kommenden Woche nicht nur mit einseitigem Handel so wie in den vergangenen 4 Wochen rechnen müssen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass der letzte Donnerstag der Beginn einer zeitlich längerfristigen Korrektur ist - z.B. würde ich in so einem Fall 1,35 bis 1,36 beim Euro ins Auge fassen. Aber, und das wird das Handelsproblem der nächsten Woche - die Schlusskurse am Freitag waren so bullisch, dass man auch eine sofortige Weiterführung des Trends für möglich halten kann. Die erste wirklich signifikante Resistenz bei Euro liegt dann im Bereich 1,45.
Persönlich bevorzuge ich die Idee einer korrektiven Woche, die aber einen Retest des Hochs oder ein 'minor new high' ebenfalls beinhalten könnte.
Ihr seht schon, diesmal ist es wieder sehr schwierig sich zu positionieren und dementsprechend vorsichtig wird man seine Handelstätigkeit anlegen.
Im Zuge der Währungsbewegungen ist der Star der letzten Woche noch nicht erwähnt worden. Cotton (Baumwolle) hat signifikant zugelegt und hat nun das Potential über 1,10 zu steigen.
Liebe Grüße - Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard
Dieser Trade war ein Erfolg; aber alles deutet darauf hin, dass wir auf diesem Preisniveau sowohl bei den Währungen als auch bei Gold und Silber kein entscheidendes Reversal erlebt haben. Der Euro hat wie erwartet die Triple-Zero 1,4000 gegen den Dollar nicht beim ersten Anlauf durchbrechen können. Das Gleiche galt für den Britischen Pfund bei 1,6000. Die Währungsbewegungen nach der Korrektur, sprich am Freitag als wieder disaströse US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden, zeigen an, dass es nach wie vor Währungsstärken gegen den Dollar gibt, mit denen man rechnen kann und muss.
Die internationale Aufregung über die künstlichen Eingriffe von Staaten in die Währungen ihrer Länder, um diese niedrig zu halten, wobei in erster Linie China und die USA zu nennen sind, nimmt zu.
Technisch gesehen, signalisieren die längerfristigen Charts einen soliden Trend, der wohl als Nächstes einen Retest des All-time-highs beim Yen erwarten lässt.
Ich gebe aber heute zu, dass eine Tradingvorschau für die kommende Woche schwierig ist. Die signifikante Gegenbewegung des letzten Donnerstags deutet darauf hin, dass wir in der kommenden Woche nicht nur mit einseitigem Handel so wie in den vergangenen 4 Wochen rechnen müssen.
Es ist nicht auszuschliessen, dass der letzte Donnerstag der Beginn einer zeitlich längerfristigen Korrektur ist - z.B. würde ich in so einem Fall 1,35 bis 1,36 beim Euro ins Auge fassen. Aber, und das wird das Handelsproblem der nächsten Woche - die Schlusskurse am Freitag waren so bullisch, dass man auch eine sofortige Weiterführung des Trends für möglich halten kann. Die erste wirklich signifikante Resistenz bei Euro liegt dann im Bereich 1,45.
Persönlich bevorzuge ich die Idee einer korrektiven Woche, die aber einen Retest des Hochs oder ein 'minor new high' ebenfalls beinhalten könnte.
Ihr seht schon, diesmal ist es wieder sehr schwierig sich zu positionieren und dementsprechend vorsichtig wird man seine Handelstätigkeit anlegen.
Im Zuge der Währungsbewegungen ist der Star der letzten Woche noch nicht erwähnt worden. Cotton (Baumwolle) hat signifikant zugelegt und hat nun das Potential über 1,10 zu steigen.
Liebe Grüße - Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard
Samstag, 2. Oktober 2010
La remontee spectaculaire de l'euro
Der spektakuläre Wiederanstieg des Euros! lautete am Samstag die Schlagzeile auf Seite eins im 'Le Figaro'. Und spektakulär ist der Anstieg. Das letzte Quartal hat begonnen, und der Euro bewegt sich in Richtung 1,40. Noch sind wir über 2000 Punkte vom All-time-high (1,60) entfernt, aber das Spektakuläre an der Situation ist die Wiederauferstehung der europäischen Leitwährung, und dies obwohl wir täglich Schockmeldungen serviert bekommen: geht Irland bankrott, folgt das Land Griechenland und muss massiv vom IWF gestützt werden? Wie problematisch ist die Situation in Spanien nach dem Downgrading durch internationale Ratingagenturen?
Zum 2. Mal in diesem Jahr sehen wir einen 'trending' Markt (diesmal gegen den Dollar), der nur vom Sentiment getragen ist. Jede Korrektur wird als Kaufmöglichkeit gesehen. Es gibt keine Nachrichten, die dieses Szenario während der vergangenen Woche stören konnte.
Und dieser Trend beeinflusst den gesamten Finanzmarkt. Bestimmend ist eine relativ schwache Wirtschaftsentwicklung in den USA, eine Federal Reserve Bank, die ganz bewusst auf Niedrigzinsen setzt und damit den Schlüsselfaktor des Währungshandels - das Zinsdifferential - so einsetzt, dass ein schwacher Dollar garantiert ist.
Dadurch bleiben US Aktien gefragte Anlageprodukte - man will ja irgendwo Profit machen. Die Bonds bleiben hoch. Die Edelmetalle sind als Hedging-Produkt gegen die unsichere Wirtschaftssituation und als Möglichkeit, irgendwo Renditen zu lukrieren, nach wie vor gefragt. Commodities bleiben hoch, in erster Linie, da diese Produkte vielfach in Dollars gehandelt werden. Diese Entwicklung ist weiterhin zu beobachten, denn hohe Commoditiespreise heissen normalerweise 'Inflation'. Jede Situation, so klar sie sich auch darstellt, hat also auch seine Achillesferse.
Charttechnisch ist alles klar - der Trend, welcher aus dem wöchentlichen und täglichen Charts klar zu erkennen ist, wurde letzte Woche nicht gebrochen. Der Euro hat sogar mit dem höchsten Preis der Woche geschlossen. Öl ebenfalls. Es wäre unseriös, heute eine Trendwende vorauszusagen. Nichtsdestotrotz, muss erwähnt werden, dass wir uns auch technisch gesehen nun im zumindest kurzfristig überkauften Bereich befinden. Ob und in welcher Form wir nun mit Korrekturen rechnen müssen, das wird uns der Markt zeigen. In jedem Fall plane ich nicht - wie schon auch letzte Woche - auf diesem Preisniveau bedingungslos dem Trend zu folgen.
'The Trend is your friend' ist ein Credo in unserem Beruf. Und wer so wie ich über 20 Jahre Erfahrung im Derivatenhandel verfügt, der wird sich hüten, eine Trendumkehr vorherzusagen oder gar massiv Geld darauf zu setzen. Nein, wir werden die Entwicklung gespannt verfolgen und gute Einstiegspreise, sei es nach oben bzw. nach unten, suchen. Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Euro und dem Öl. Aber auch der Schweizer Franken und der Aussie Dollar, die im All-time-high-Bereich handeln sind Produkte von Interesse.
Und noch ein Credo gibt es beim Handeln - 'when in doubt stay out'.
Übrigens, unsere Kunden konnten sich im September über ein tolles Handelsergebnis freuen. Ein stolzer monatlicher Gewinn, leider in Dollars erwirtschaftet, und daher war der monatliche Auszahlungsrekord dieses Jahres nicht gefährdet - immerhin -- das monatliche Topergebnis prozentuell zum Investment gesehen.
Ich freue mich über Eure Kommentare und verbleibe mit lieben Gruessen aus einem sehr sonnigen Nizza.
Euer Gerhard
Zum 2. Mal in diesem Jahr sehen wir einen 'trending' Markt (diesmal gegen den Dollar), der nur vom Sentiment getragen ist. Jede Korrektur wird als Kaufmöglichkeit gesehen. Es gibt keine Nachrichten, die dieses Szenario während der vergangenen Woche stören konnte.
Und dieser Trend beeinflusst den gesamten Finanzmarkt. Bestimmend ist eine relativ schwache Wirtschaftsentwicklung in den USA, eine Federal Reserve Bank, die ganz bewusst auf Niedrigzinsen setzt und damit den Schlüsselfaktor des Währungshandels - das Zinsdifferential - so einsetzt, dass ein schwacher Dollar garantiert ist.
Dadurch bleiben US Aktien gefragte Anlageprodukte - man will ja irgendwo Profit machen. Die Bonds bleiben hoch. Die Edelmetalle sind als Hedging-Produkt gegen die unsichere Wirtschaftssituation und als Möglichkeit, irgendwo Renditen zu lukrieren, nach wie vor gefragt. Commodities bleiben hoch, in erster Linie, da diese Produkte vielfach in Dollars gehandelt werden. Diese Entwicklung ist weiterhin zu beobachten, denn hohe Commoditiespreise heissen normalerweise 'Inflation'. Jede Situation, so klar sie sich auch darstellt, hat also auch seine Achillesferse.
Charttechnisch ist alles klar - der Trend, welcher aus dem wöchentlichen und täglichen Charts klar zu erkennen ist, wurde letzte Woche nicht gebrochen. Der Euro hat sogar mit dem höchsten Preis der Woche geschlossen. Öl ebenfalls. Es wäre unseriös, heute eine Trendwende vorauszusagen. Nichtsdestotrotz, muss erwähnt werden, dass wir uns auch technisch gesehen nun im zumindest kurzfristig überkauften Bereich befinden. Ob und in welcher Form wir nun mit Korrekturen rechnen müssen, das wird uns der Markt zeigen. In jedem Fall plane ich nicht - wie schon auch letzte Woche - auf diesem Preisniveau bedingungslos dem Trend zu folgen.
'The Trend is your friend' ist ein Credo in unserem Beruf. Und wer so wie ich über 20 Jahre Erfahrung im Derivatenhandel verfügt, der wird sich hüten, eine Trendumkehr vorherzusagen oder gar massiv Geld darauf zu setzen. Nein, wir werden die Entwicklung gespannt verfolgen und gute Einstiegspreise, sei es nach oben bzw. nach unten, suchen. Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Euro und dem Öl. Aber auch der Schweizer Franken und der Aussie Dollar, die im All-time-high-Bereich handeln sind Produkte von Interesse.
Und noch ein Credo gibt es beim Handeln - 'when in doubt stay out'.
Übrigens, unsere Kunden konnten sich im September über ein tolles Handelsergebnis freuen. Ein stolzer monatlicher Gewinn, leider in Dollars erwirtschaftet, und daher war der monatliche Auszahlungsrekord dieses Jahres nicht gefährdet - immerhin -- das monatliche Topergebnis prozentuell zum Investment gesehen.
Ich freue mich über Eure Kommentare und verbleibe mit lieben Gruessen aus einem sehr sonnigen Nizza.
Euer Gerhard
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