Ich war mir nicht sicher, ob ich diese Marktbeurteilung mit 'weit gefehlt letzte Woche' einleiten sollte, aber nach Durchsicht meines Blogs von letzter Woche finde ich, waren doch genügend Hinweise darauf gegeben worden, dass die Marktsituation nicht ganz klar und übersichtlich war.
Nochmals muss ich betonen, dass ich diesen Blog am Beginn einer neuen Handelswoche schreibe, also nur einmal pro Woche. Kunden der TASK INVEST AG erhalten jedoch SMS Updates und wussten daher auch, dass der Mittwoch letzter Woche recht signifikante Bewegungen mit sich brachte, die entscheidend für die Handelstage am Ende der Woche waren.
Der erste Hinweis darauf, dass die Trendsituation nicht mehr eindeutig ist, brachte ein Candlestick Reversal Tag bei den Bonds. Fast 137 erreicht und die Drehung kam. Die Aktien folgten dieser Drehung nicht in der Stärke, wie das bei echten Drehungen nun mal gut gewesen wäre. Also war Vorsicht weiterhin angesagt. Der nächste Hinweis kam vom Ölmarkt. Er konnte die runde 70 Dollar Marke nicht unterschreiten. Alles passte also nicht zusammen, obwohl die technischen Hinweise überwältigend waren und daher wurden diese auch von mir nicht übersehen.
Die fundamentalen Hinweise gibt es aber auch heute noch nicht, weder dafür, dass die Bonds nun bereits auf einem Preis über 3 Punkte niedriger als am Mittwoch stehen, noch dafür, dass der US Aktienmarkt und Öl am Freitag eine tolle Rally hinlegten.
Was erwartet uns also in der kommenden Woche.
Es wäre Unsinn zu glauben, dass das Reversal der letzten Woche im Angesicht der betrüblichen ökonomischen Daten der USA einfach übergangen werden kann. Also sollten wir uns geistig zumindest am Beginn dieser Woche darauf einstellen, dass der begonnene Trend der letzten Woche etwas gefestigt wird. Das würde bedeuten, die Aktien werden noch etwas nach oben wandern, die Bonds noch etwas nach unten, obwohl ich hier doch leichte Korrekturen zur Bewegung am Freitag erwarte.
Und die Währungen - hier sehe ich doch etwas klarer. Der Dollar dürfte dem Druck der problematischen US Wirtschaftsdaten doch nicht ganz gewachsen sein. Risk Aversion Trades dürften sich etwas auflösen. Der Swissie hat die Chance gegenüber dem Euro etwas nachzugeben und der Yen wird unter dem Druck der japanischen Wirtschaftsdaten und den nun ganz klar ausgesprochenen Drohungen direkter Währungsinterventionen leiden.
Der Euro schwächelt aber ebenfalls, daher waren seine Aufwärtsbewegungen nicht sehr überzeugend. Man fragt sich, wie eine Währung steigen soll, wenn die Probleme von Irland, Griechenland, Spanien und Portugal so vielfältig sind, dass keiner wirkliche Lösungen für die Finanzprobleme dieser Länder bereit hat. Und da wäre ja noch Ungarn. Was wird dort passieren? Die Antwort auf die Frage nach einer Zunahme des Eurowerts gegenüber dem Dollar scheint im Moment einfach zu sein: die leidenden US Wirtschaftsdaten werden als das größere Übel gesehen, also sollte der Euro vorerst auch mehr Potential haben als der Dollar.
Das Reversal letzter Woche ist also dem Überbegriff 'Prinzip Hoffnung' unterzuordnen. Hoffnung, wie es der FED Chairman am Freitag ausgedrückt hat, Hoffnung darauf, dass die US Wirtschaft zumindest bis ins erste Quartal 2011 doch signifikantere Verbesserungen erleben wird als bisher.
Ich werde kein Spielverderber sein: Am Beginn der Woche werde ich den US Aktienmarkt alles Gute wünschen und seiner Downside nur korrektive Preisverminderungen einräumen. Dem Euro und dem Pfund sowie dem Aussie Dollar gestehe ich höhere Preise zu. Aber, und das betone ich hier, solange die Situation nicht auch durch fundamentale Daten untermauert wird, werde ich im besten Fall vorsichtig nach oben hin agieren. Öl bleibt Fokus meines Handelsinteresses: 76,80 bis 77,50 Dollars ist mein erstes Preisziel hier.
Vielleicht noch ein Wort zum berühmten Hindenburg-Omen. Ein wichtiger Kunde der TASK INVEST AG meinte vor 2 Wochen, ich sollte mich mit diesem berühmten Omen, welches in den letzten Wochen die Headlines vieler Medien beherrscht hat, beschäftigen. Beschäftigt habe ich mich tatsächlich damit; und habe meinem Kunden dann mitgeteilt, er solle an seinem Geburtstag einen Liter Whiskey trinken, danach einer weissen Linien entlanggehen und jede Abweichung seines Schrittes nach links oder rechts als erstzunehmenden Hinweis auf die zukünftige Richtung des US Aktienmarktes sehen. Es gibt ja wirklich die absurdesten Theorien und nicht jede Theorie - auch wenn sie noch so viele Medien aufgreifen - hat Substanz. Ein CNBC Reporter fragte vor 2 Tagen einen Kollegen on-air 'hast Du schon jemals von diesem Hindenburg-Omen gehört, von dem jetzt alle schreiben'; sagte der andere 'ganz ehrlich, Nein, noch nie bevor ich darüber im Wallstreet Journal gelesen habe'. Der Markt hat dem Spuk des Hindenburg-Omens jedenfalls Freitag seine Rechnung präsentiert: Rally und Tschüss dem Hindenburg-Omen.
Natürlich könnte der Aktienmarkt im September und Oktober saisonal wie so oft auch nach unten gehen, aber bitte lassen wir die Omen nicht Teil eines Kapitalmarktes werden, welcher unser ökonomisches und finanzielles Befinden wesentlich mitbestimmt.
Aus der Bergwelt des Bregenzerwaldes schicke ich Euch 'liebe Grüße' und ich wünsche uns allen eine profitable Handelswoche!
Euer Gerhard
Sonntag, 29. August 2010
Montag, 23. August 2010
Die letzte Augustwoche
Guten Morgen!
An diesem Montag Morgen gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Der Euro hat am Freitag seine Trading Range verlassen und damit seine relative Schwäche nochmals allen, die es nicht wahrhaben wollen, klar gemacht. Diese Schwäche manifestiert sich nicht nur gegenüber dem Dollar sondern auch gegenüber Swissie und Yen.
Auf der anderen Seite könnte man auch sagen, trotz des dramatischen Einbruchs des Euros vor 2 Wochen, konnte der Dollar nicht wesentlich aufzeigen in der Woche danach. Diese Entwicklung hat natürlich auch sehr viel mit der Ferienzeit und mit dem relativ unbedeutenden ökonomischen Datenfluss zu tun, der auch diese Woche auf der leichten Seite sein wird.
Nichtsdestotrotz konnte der Euro nicht einmal 1,30 wieder erreichen, was von vielen Analysten am Beginn der letzten Woche ins Auge gefasst worden war. Die Entwicklung dieser Woche hat vor allem charttechnisch eine gewisse Bedeutung, da das Monatsende eingeläutet wird.
Sentiment ist eindeutig pro-Dollar – wie sich das jedoch preistechnisch darstellen wird, ist nicht abzuschätzen. In einem leichten Markt war der Euro trotz der deutlichen Schwäche Freitag Morgen am Nachmittag nicht in der Lage dem Trend des Tages zu folgen, sondern hat sich in den letzten Stunden erholt. Dort, wo wir Freitag aufgehört haben, dort stehen wir auch Montag Morgen – mit einer Ausnahme: Der Yen hat über Nacht wieder signifikant zugelegt. Ein Zeichen, dass die Risk Aversion Trades weiterhin die Lage beherrschen. Also: Starker Swissie, Starker Yen, Starker Dollar.
Gold hat am Ende der Woche wieder etwas Schwäche gezeigt und persönlich bin ich von dieser Rally im Gold einfach überhaupt nicht überzeugt. Ich wage sogar zu sagen, dass dies eine sogenannte ‚Sucker’s Rally‘ werden könnte: Unermüdliche Goldkäufer werden hineingezogen, obwohl Shortpositionen aufgebaut werden. Nur meine ganz persönliche Annahme, obwohl ich im Moment als Zielpreis ein neues Hoch zwischen 1250 und 1300 nicht mehr ausschliessen kann.
Die Vorschauen für den US Aktienmarkt bleiben problematisch. Das technische Bild ist auch nicht berauschend. Und auch Öl könnte unter dem Druck einer nicht weichenden Krise eher nachgeben als anziehen.
In diesem Sinne beginnen wir eine neue Tradingwoche bei gedämpften Aussichten aber schönem Wetter.
Auf gute Profite!
Euer Gerhard
An diesem Montag Morgen gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Der Euro hat am Freitag seine Trading Range verlassen und damit seine relative Schwäche nochmals allen, die es nicht wahrhaben wollen, klar gemacht. Diese Schwäche manifestiert sich nicht nur gegenüber dem Dollar sondern auch gegenüber Swissie und Yen.
Auf der anderen Seite könnte man auch sagen, trotz des dramatischen Einbruchs des Euros vor 2 Wochen, konnte der Dollar nicht wesentlich aufzeigen in der Woche danach. Diese Entwicklung hat natürlich auch sehr viel mit der Ferienzeit und mit dem relativ unbedeutenden ökonomischen Datenfluss zu tun, der auch diese Woche auf der leichten Seite sein wird.
Nichtsdestotrotz konnte der Euro nicht einmal 1,30 wieder erreichen, was von vielen Analysten am Beginn der letzten Woche ins Auge gefasst worden war. Die Entwicklung dieser Woche hat vor allem charttechnisch eine gewisse Bedeutung, da das Monatsende eingeläutet wird.
Sentiment ist eindeutig pro-Dollar – wie sich das jedoch preistechnisch darstellen wird, ist nicht abzuschätzen. In einem leichten Markt war der Euro trotz der deutlichen Schwäche Freitag Morgen am Nachmittag nicht in der Lage dem Trend des Tages zu folgen, sondern hat sich in den letzten Stunden erholt. Dort, wo wir Freitag aufgehört haben, dort stehen wir auch Montag Morgen – mit einer Ausnahme: Der Yen hat über Nacht wieder signifikant zugelegt. Ein Zeichen, dass die Risk Aversion Trades weiterhin die Lage beherrschen. Also: Starker Swissie, Starker Yen, Starker Dollar.
Gold hat am Ende der Woche wieder etwas Schwäche gezeigt und persönlich bin ich von dieser Rally im Gold einfach überhaupt nicht überzeugt. Ich wage sogar zu sagen, dass dies eine sogenannte ‚Sucker’s Rally‘ werden könnte: Unermüdliche Goldkäufer werden hineingezogen, obwohl Shortpositionen aufgebaut werden. Nur meine ganz persönliche Annahme, obwohl ich im Moment als Zielpreis ein neues Hoch zwischen 1250 und 1300 nicht mehr ausschliessen kann.
Die Vorschauen für den US Aktienmarkt bleiben problematisch. Das technische Bild ist auch nicht berauschend. Und auch Öl könnte unter dem Druck einer nicht weichenden Krise eher nachgeben als anziehen.
In diesem Sinne beginnen wir eine neue Tradingwoche bei gedämpften Aussichten aber schönem Wetter.
Auf gute Profite!
Euer Gerhard
Sonntag, 15. August 2010
Überraschung - oder doch keine?
Auszug aus meiner Markteinschätzung letzten Sonntag: ‚ Für die ersten Tage der kommenden Woche gilt wohl, dass der Euro vielleicht doch einige Tage der Korrektur oder der Konsolidierung einlegen wird. Ein neues Hoch, egal wie marginal es sein wird, wäre der ideale Zeitpunkt auf diese Korrektur zu setzen.‘ Das war eine klare Festlegung in keinem Fall ‚long‘ zu gehen!
Und, das war wohl der alles entscheidende Satz meines Blogs letzte Woche. Ein neues marginales Hoch wurde leider nicht erreicht, daher waren meine Einstiegsversuche auch recht zögerlich. So wie fast alle technischen Vorhersagen bei 133 versagt haben, so haben fast alle damals beim Low von 118 ebenfalls versagt. Die Lehre aus dieser Geschichte ist einfach. Ein Trendwechsel passiert dann, wenn der Markt unvorbereitet ist! Aber wo stehen wir nun?
Wir haben in den letzten Monaten nur eines aus den Währungsbewegungen gelernt : Fundamentale Erklärungen für Marktbewegungen sind gut und haben oft ihre Richtigkeit, aber im Grunde werden die Märkte vom Sentiment der Marktteilnehmer getragen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Euro bei fast perfekten europäischen GDP Daten für das 2. Quartal am Freitag nach unten ging? Es gibt keine Erklärungen; der Markt hat gedreht und das Ergebnis ist ein steigender Dollar. RISK DIVERSION TRADES heisst die neue Einschätzung; aber wie kann man auf den Dollar setzen, wenn die USA mit Megasbilanzdefiziten aufwartet und zusätzlich das Zinsdifferential für die europäischen Währungen spricht. Erklärungen für Bewegungen gibt es also viele, aber getrieben wird der Markt wie schon erwähnt vom SENTIMENT der Marktteilnehmer. Blicken wir also auf die ersten Monate des Jahres und versuchen wir die letzten 2 Monate als Korrektur des Trends zu sehen, dann müssen wir auf den Dollar setzen. Glauben wir aber, dass die Megadefizite der USA dieses Land vor weitere unlösbare Aufgaben stellen wird, dann müssen wir auf den Euro setzen. Um diesen schwierigen Fragen aus dem Weg zu gehen, müssen wir als Traders vorläufig nur die kurzfristige Situation näher beleuchten und uns Woche für Woche nach vorne tasten.
Tatsache ist, dass der Euro am niedrigsten Punkt der Woche geschlossen hat. Daraus schliessen wir, dass es nächste Woche niedrigere Preise geben wird – ob diese niedrigeren Preise am Wochenbeginn, zur Wochenmitte oder am Wochenende da sein werden, das kann vorläufig niemand sagen. Tatsache ist auch, dass die stündlichen Charts schon ziemlich niedrig sind. Tatsache 3 ist, the trend is your friend! Vorläufig geht der Trend nach unten, 127,40 ist ein relativ kritischer Support – von hier könnte der Markt versuchen eine Countertrendrally zu starten, 130,50 sollte diese Woche nach oben hin den Euro begrenzen. Wichtig ist es am Montag zu beobachten, ob der Markt GAP-DOWN (mit einem Loch gegenüber dem Freitag-Schlusspreis) öffnet. Sollte so ein potentielles Preisloch am Ende des Montags nicht geschlossen sein, dann spricht man von einem möglichen Run-Away-Gap und höchste Vorsicht bei Käufen ist geboten.
Aber da wäre noch das wöchentliche Chart – es hat einfach noch nicht gedreht und daher – leider – könnte die Bewegung der letzten Woche, so volatil sie auch gewesen ist, nur eine Korrektur der Aufwärtsbewegung der letzten 2 Monate sein.
Die Situation ist diesmal definitiv verfahren! Jeder Trade muss daher gut überlegt sein und man muss sehr kurzfristig denken. Da der Trend vorläufig nach unten zeigt, ist es sicherlich besser, bei guten Preisen zu verkaufen anstatt zu kaufen.
Das sind die Überlegungen eines Traders vor Beginn der neuen Handelswoche. Lese ich das, dann bleibt mir nur eines übrig – When in doubt, stay out!
Gold war wohl der Gewinner der Woche. Die Unsicherheiten der Finanzwelt haben Gold wieder über 1200 getrieben. 1220-1225 werden kritische Resistenzpunkte werden. Wie ich schon letzte Woche ausgeführt habe, die Rally der letzten Wochen ist nicht sehr Preis-effektiv. Daraus lässt sich jedoch noch nicht schliessen, dass Gold nicht bereit ist, früher oder später nach oben zu beschleunigen. Wer mich kennt, der weiss jedoch, dass ich es persönliche nicht in Erwägung ziehe, dieses Produkt auf diesem Preisniveau zu kaufen. Aber das war ich auch nicht bei Öl als Öl 100 Dollars pro Barrel erreicht hatte. Wenn ein Trend etabliert ist, dann kann man nie sagen, was der höchste Preis sein wird. Was ein Trader aber auf alle Fälle weiss, das Preisniveau von Gold ist hoch und hohe Preise versucht man eher zu verkaufen als zu kaufen!
Ich weiss, das waren weniger Analysen als ‚live‘-Trading-Überlegungen. Aber meine Kundengespräche haben mir gezeigt, dass viele von Euch eher langfristige Investmentstrategien verfolgen oder auch kennen. Die heutige Zeit, mit ihren schnellen Veränderungen, die braucht aber Investoren, die sich immer wieder und sehr flexibel auf neue Situationen einstellen können. Früher ist man zur Bank gegangen, hat einen Kredit über 20 Jahre für die Finanzierung seines Hauses unterschrieben, und man hat einen Job gehabt, der die Rückzahlungen des Kredits meistens über die volle Laufzeit abgesichert hat. Heute gibt es Personalleihfirmen, die Arbeitskräfte für 2 Wochen, 3 Monate, 3 Jahre verleihen, …. , heute reagiert ein Betrieb bei Auftragsrückgängen sofort mit Kündigungen. Es gibt daher weder die Sicherheit, dass der ‚Hauskredit‘ in 3 Jahren noch bedient werden kann, noch, dass bei Fremdwährungskrediten zum Beispiel sowohl das Fondansparungsmodell als auch das riskante Währungsgeschäft über die Laufzeit des Kredits funktionieren wird.
Jetzt blicken wir noch auf die wohl interessantesten Chartkonstellationen der kommenden Woche - mit einer gewissen Skepsis, aber auch mit dem Wissen, dass Gewinne möglich sind.
Die US Aktienmärkte und Öl – derzeit handeln diese 2 Produkte fast im Gleichklang - zeigen Schwächen und es wird an uns liegen, herauszufinden, ob diese Schwächen strukturell oder nur korrektiv sind. Hier gibt es jedenfalls eine klare Tendenz meinerseits ‚short‘ zu gehen (zu verkaufen). Die 30-jährigen Longbonds haben dagegen massiv zugelegt und am Wochenhoch geschlossen – werden die Zinsen dieses Woche weiter sinken? oder gibt es doch Gründe dafür, dass die Zinsen zumindest leicht anziehen können?
Fragen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können, daher muss man in der kommenden Woche mit einem gewissen Respekt an die Arbeit gehen. Die Richtung kennen wir, da die letzte Woche sehr klare Vorgaben gebracht hat – jetzt gilt es, aus dieser etwas unklaren Marktsituation mit ‚klaren‘ Richtungen, Profite zu erwirtschaften!
PS: Ich muss Euch – alle Leser dieses Blogs – klar darauf hinweisen sein, dass der neue Blog immer am Wochenende herauskommt. Spätestens Dienstag Abend könnte und müsste ich - rein technisch gesehen - eine neue Marktbeurteilung schreiben. Da wir bei TASK INVEST aber nicht im Newslettergeschäft sind, gibt es keinen Updateblog während der Woche. Dafür gibt es Kunden-News-Alerts per SMS, die Euch über die neuesten Marktentwicklungen informieren. Diese Blogs sind auch keine Aufforderung Buy oder Sell Positionen selbst zu initiieren, da dies zu unabsehbaren Verlusten führen kann!
Auf eine gute neue Handelswoche!
Euer Gerhard
Und, das war wohl der alles entscheidende Satz meines Blogs letzte Woche. Ein neues marginales Hoch wurde leider nicht erreicht, daher waren meine Einstiegsversuche auch recht zögerlich. So wie fast alle technischen Vorhersagen bei 133 versagt haben, so haben fast alle damals beim Low von 118 ebenfalls versagt. Die Lehre aus dieser Geschichte ist einfach. Ein Trendwechsel passiert dann, wenn der Markt unvorbereitet ist! Aber wo stehen wir nun?
Wir haben in den letzten Monaten nur eines aus den Währungsbewegungen gelernt : Fundamentale Erklärungen für Marktbewegungen sind gut und haben oft ihre Richtigkeit, aber im Grunde werden die Märkte vom Sentiment der Marktteilnehmer getragen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Euro bei fast perfekten europäischen GDP Daten für das 2. Quartal am Freitag nach unten ging? Es gibt keine Erklärungen; der Markt hat gedreht und das Ergebnis ist ein steigender Dollar. RISK DIVERSION TRADES heisst die neue Einschätzung; aber wie kann man auf den Dollar setzen, wenn die USA mit Megasbilanzdefiziten aufwartet und zusätzlich das Zinsdifferential für die europäischen Währungen spricht. Erklärungen für Bewegungen gibt es also viele, aber getrieben wird der Markt wie schon erwähnt vom SENTIMENT der Marktteilnehmer. Blicken wir also auf die ersten Monate des Jahres und versuchen wir die letzten 2 Monate als Korrektur des Trends zu sehen, dann müssen wir auf den Dollar setzen. Glauben wir aber, dass die Megadefizite der USA dieses Land vor weitere unlösbare Aufgaben stellen wird, dann müssen wir auf den Euro setzen. Um diesen schwierigen Fragen aus dem Weg zu gehen, müssen wir als Traders vorläufig nur die kurzfristige Situation näher beleuchten und uns Woche für Woche nach vorne tasten.
Tatsache ist, dass der Euro am niedrigsten Punkt der Woche geschlossen hat. Daraus schliessen wir, dass es nächste Woche niedrigere Preise geben wird – ob diese niedrigeren Preise am Wochenbeginn, zur Wochenmitte oder am Wochenende da sein werden, das kann vorläufig niemand sagen. Tatsache ist auch, dass die stündlichen Charts schon ziemlich niedrig sind. Tatsache 3 ist, the trend is your friend! Vorläufig geht der Trend nach unten, 127,40 ist ein relativ kritischer Support – von hier könnte der Markt versuchen eine Countertrendrally zu starten, 130,50 sollte diese Woche nach oben hin den Euro begrenzen. Wichtig ist es am Montag zu beobachten, ob der Markt GAP-DOWN (mit einem Loch gegenüber dem Freitag-Schlusspreis) öffnet. Sollte so ein potentielles Preisloch am Ende des Montags nicht geschlossen sein, dann spricht man von einem möglichen Run-Away-Gap und höchste Vorsicht bei Käufen ist geboten.
Aber da wäre noch das wöchentliche Chart – es hat einfach noch nicht gedreht und daher – leider – könnte die Bewegung der letzten Woche, so volatil sie auch gewesen ist, nur eine Korrektur der Aufwärtsbewegung der letzten 2 Monate sein.
Die Situation ist diesmal definitiv verfahren! Jeder Trade muss daher gut überlegt sein und man muss sehr kurzfristig denken. Da der Trend vorläufig nach unten zeigt, ist es sicherlich besser, bei guten Preisen zu verkaufen anstatt zu kaufen.
Das sind die Überlegungen eines Traders vor Beginn der neuen Handelswoche. Lese ich das, dann bleibt mir nur eines übrig – When in doubt, stay out!
Gold war wohl der Gewinner der Woche. Die Unsicherheiten der Finanzwelt haben Gold wieder über 1200 getrieben. 1220-1225 werden kritische Resistenzpunkte werden. Wie ich schon letzte Woche ausgeführt habe, die Rally der letzten Wochen ist nicht sehr Preis-effektiv. Daraus lässt sich jedoch noch nicht schliessen, dass Gold nicht bereit ist, früher oder später nach oben zu beschleunigen. Wer mich kennt, der weiss jedoch, dass ich es persönliche nicht in Erwägung ziehe, dieses Produkt auf diesem Preisniveau zu kaufen. Aber das war ich auch nicht bei Öl als Öl 100 Dollars pro Barrel erreicht hatte. Wenn ein Trend etabliert ist, dann kann man nie sagen, was der höchste Preis sein wird. Was ein Trader aber auf alle Fälle weiss, das Preisniveau von Gold ist hoch und hohe Preise versucht man eher zu verkaufen als zu kaufen!
Ich weiss, das waren weniger Analysen als ‚live‘-Trading-Überlegungen. Aber meine Kundengespräche haben mir gezeigt, dass viele von Euch eher langfristige Investmentstrategien verfolgen oder auch kennen. Die heutige Zeit, mit ihren schnellen Veränderungen, die braucht aber Investoren, die sich immer wieder und sehr flexibel auf neue Situationen einstellen können. Früher ist man zur Bank gegangen, hat einen Kredit über 20 Jahre für die Finanzierung seines Hauses unterschrieben, und man hat einen Job gehabt, der die Rückzahlungen des Kredits meistens über die volle Laufzeit abgesichert hat. Heute gibt es Personalleihfirmen, die Arbeitskräfte für 2 Wochen, 3 Monate, 3 Jahre verleihen, …. , heute reagiert ein Betrieb bei Auftragsrückgängen sofort mit Kündigungen. Es gibt daher weder die Sicherheit, dass der ‚Hauskredit‘ in 3 Jahren noch bedient werden kann, noch, dass bei Fremdwährungskrediten zum Beispiel sowohl das Fondansparungsmodell als auch das riskante Währungsgeschäft über die Laufzeit des Kredits funktionieren wird.
Jetzt blicken wir noch auf die wohl interessantesten Chartkonstellationen der kommenden Woche - mit einer gewissen Skepsis, aber auch mit dem Wissen, dass Gewinne möglich sind.
Die US Aktienmärkte und Öl – derzeit handeln diese 2 Produkte fast im Gleichklang - zeigen Schwächen und es wird an uns liegen, herauszufinden, ob diese Schwächen strukturell oder nur korrektiv sind. Hier gibt es jedenfalls eine klare Tendenz meinerseits ‚short‘ zu gehen (zu verkaufen). Die 30-jährigen Longbonds haben dagegen massiv zugelegt und am Wochenhoch geschlossen – werden die Zinsen dieses Woche weiter sinken? oder gibt es doch Gründe dafür, dass die Zinsen zumindest leicht anziehen können?
Fragen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können, daher muss man in der kommenden Woche mit einem gewissen Respekt an die Arbeit gehen. Die Richtung kennen wir, da die letzte Woche sehr klare Vorgaben gebracht hat – jetzt gilt es, aus dieser etwas unklaren Marktsituation mit ‚klaren‘ Richtungen, Profite zu erwirtschaften!
PS: Ich muss Euch – alle Leser dieses Blogs – klar darauf hinweisen sein, dass der neue Blog immer am Wochenende herauskommt. Spätestens Dienstag Abend könnte und müsste ich - rein technisch gesehen - eine neue Marktbeurteilung schreiben. Da wir bei TASK INVEST aber nicht im Newslettergeschäft sind, gibt es keinen Updateblog während der Woche. Dafür gibt es Kunden-News-Alerts per SMS, die Euch über die neuesten Marktentwicklungen informieren. Diese Blogs sind auch keine Aufforderung Buy oder Sell Positionen selbst zu initiieren, da dies zu unabsehbaren Verlusten führen kann!
Auf eine gute neue Handelswoche!
Euer Gerhard
Sonntag, 8. August 2010
Markteinschätzungen
Die Woche in Rhodos ist so schnell vorbeigegangen, dass das warme Meer nur mehr ein Gedanke im Hinterkopf ist. Trotzdem - es war erholsam - und vor allem, man hat wieder eine Distanz gewonnen zu den täglichen Ups und Downs der Märkte.
Freitag war es aber wieder soweit - die US NFP (Non Farm Payroll) Daten haben die problematische Situation der US Wirtschaft unterstrichen; und das, obwohl viele Trader so sehr gehofft hatten, dass bessere Daten als erwartet den US Dollar Trend etwas korrigieren würden.
Aber das Gegenteil war der Fall und die endlose Zahl von immer neuen Dollar Tiefs hat sich fortgesetzt. Montag's Runaway Gap hat sich also bestätigt und damit wurde nochmals unterstrichen, dass der Trend ziemlich stabil ist. Nichtsdestotrotz, da es bisher keinen Retest des Lows gegeben hat, fehlt uns irgendwie die Chartstabilität dieses Trends. Also muss man rein theoretisch davon ausgehen, dass die derzeitige Bewegung sich wahrscheinlich irgendwann totlaufen wird. Als extreme Möglichkeit dafür habe ich mal die Gegend von 1,40 bis 1,42 gespeichert. In der Realität blicken wir vorerst auf die Gegend rund um 1,35 was den Euro betrifft.
Für die ersten Tage der kommenden Woche gilt wohl, dass der Euro vielleicht doch einige Tage der Korrektur oder der Konsolidierung einlegen wird. Ein neues Hoch, egal wie marginal es sein wird, wäre der ideale Zeitpunkt auf diese Korrektur zu setzen. Wichtig für die weitere Entwicklung des Euros wird die Veröffentlichung der GDP (Gross Domestic Product) Daten des 2. Quartals sein. Sollten diese nämlich die Expansion der Eurowirtschaftszone, insbesonders Deutschlands, bestätigen, dann wird wohl der Zeitpunkt eines Tests von 1,35 nicht ferne sein.
Auch erwähnenswert ist der 8-tägige Bullrun von Gold. Das letzte Mal gesehen im November vorigen Jahres. Man könnte davon ausgehen, dass Gold bereits neue Hochs anpeilt, aber es gibt doch einen kleinen Hacken an diesem Runup: Im November konnte Gold im gleichen Zeitraum 8% zulegen, diesmal nur 3,8%. Damit ist diese Bewegung vorläufig auch nur eine Countertrendbewegung zum Golddebakel des Monats Juli. 1220 ist vorläufig für mich ein Zielpreis, bei dem es sich lohnen würde Shortpositionen zu versuchen. Nichtsdestotrotz, man muss auf Grund der komplizierten weltweiten wirtschaftlichen Situationen immer wieder die Möglichkeit ins Auge fassen, dass Gold als Risikodiversifikationsinstrument nochmals gebraucht werden wird.
Eine schwierige Woche steht uns also bevor - der Dollarindex ist in einem kritischen Gebiet eingetroffen - Korrekturen sind möglich - der Trend bleibt vorerst jedoch intakt.
Und was werden die US Aktienbörsen machen, insbesonders nachdem die Investoren am Freitag Abend die negativen Wirtschaftsdaten wieder einmal einfach abgeschüttelt haben und im Zuge der vorhersehbaren Zinsentwicklung auf höhere Renditen bei Aktien gesetzt haben?
Es bleiben also viele Fragen offen, heute am 8. August 2010. Wir werden diesmal am Beginn der Woche auf Korrekturen des Euros setzen und dann die GDP Daten abwarten.
Liebe Grüße und bis nächste Woche
Euer Gerhard
Freitag war es aber wieder soweit - die US NFP (Non Farm Payroll) Daten haben die problematische Situation der US Wirtschaft unterstrichen; und das, obwohl viele Trader so sehr gehofft hatten, dass bessere Daten als erwartet den US Dollar Trend etwas korrigieren würden.
Aber das Gegenteil war der Fall und die endlose Zahl von immer neuen Dollar Tiefs hat sich fortgesetzt. Montag's Runaway Gap hat sich also bestätigt und damit wurde nochmals unterstrichen, dass der Trend ziemlich stabil ist. Nichtsdestotrotz, da es bisher keinen Retest des Lows gegeben hat, fehlt uns irgendwie die Chartstabilität dieses Trends. Also muss man rein theoretisch davon ausgehen, dass die derzeitige Bewegung sich wahrscheinlich irgendwann totlaufen wird. Als extreme Möglichkeit dafür habe ich mal die Gegend von 1,40 bis 1,42 gespeichert. In der Realität blicken wir vorerst auf die Gegend rund um 1,35 was den Euro betrifft.
Für die ersten Tage der kommenden Woche gilt wohl, dass der Euro vielleicht doch einige Tage der Korrektur oder der Konsolidierung einlegen wird. Ein neues Hoch, egal wie marginal es sein wird, wäre der ideale Zeitpunkt auf diese Korrektur zu setzen. Wichtig für die weitere Entwicklung des Euros wird die Veröffentlichung der GDP (Gross Domestic Product) Daten des 2. Quartals sein. Sollten diese nämlich die Expansion der Eurowirtschaftszone, insbesonders Deutschlands, bestätigen, dann wird wohl der Zeitpunkt eines Tests von 1,35 nicht ferne sein.
Auch erwähnenswert ist der 8-tägige Bullrun von Gold. Das letzte Mal gesehen im November vorigen Jahres. Man könnte davon ausgehen, dass Gold bereits neue Hochs anpeilt, aber es gibt doch einen kleinen Hacken an diesem Runup: Im November konnte Gold im gleichen Zeitraum 8% zulegen, diesmal nur 3,8%. Damit ist diese Bewegung vorläufig auch nur eine Countertrendbewegung zum Golddebakel des Monats Juli. 1220 ist vorläufig für mich ein Zielpreis, bei dem es sich lohnen würde Shortpositionen zu versuchen. Nichtsdestotrotz, man muss auf Grund der komplizierten weltweiten wirtschaftlichen Situationen immer wieder die Möglichkeit ins Auge fassen, dass Gold als Risikodiversifikationsinstrument nochmals gebraucht werden wird.
Eine schwierige Woche steht uns also bevor - der Dollarindex ist in einem kritischen Gebiet eingetroffen - Korrekturen sind möglich - der Trend bleibt vorerst jedoch intakt.
Und was werden die US Aktienbörsen machen, insbesonders nachdem die Investoren am Freitag Abend die negativen Wirtschaftsdaten wieder einmal einfach abgeschüttelt haben und im Zuge der vorhersehbaren Zinsentwicklung auf höhere Renditen bei Aktien gesetzt haben?
Es bleiben also viele Fragen offen, heute am 8. August 2010. Wir werden diesmal am Beginn der Woche auf Korrekturen des Euros setzen und dann die GDP Daten abwarten.
Liebe Grüße und bis nächste Woche
Euer Gerhard
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