Samstag, 25. Dezember 2010

EIN GESUNDES & ERFOLGREICHES JAHR 2011

Liebe Kunden!
Liebe Leser!

Das erste Kalenderjahr seit Gründung der TASK INVEST AG geht dem Ende zu. Wir haben ein sehr ereignisreiches Investmentjahr erlebt. Die Märkte sind aktiv, zum Teil sehr liquide und werden von Stimmungen getrieben, die zwischen der Euphorie eines möglichen Wirtschaftsaufschwungs und einer latenten Finanzkrise hin- und herpendeln. Die Handelstage bis Weihnachten, die meistens durch geringe Umsätze gekennzeichnet sind, reflektieren die Grundstimmung: Dollar unter Druck (man kann nicht annehmen, dass ein Land welches zur Wirtschaftsbelebung zum Drucken von Dollars übergegangen ist, eine starke Währung haben wird), Commodities weiter im Aufwärtstrend.

Bei den Währungen wiederholen sich derzeit die Risk Aversion Trades, die wir bereits im 1. Halbjahr 2010 beobachten konnten – starker Swissie, Yen und Aussie. Schwacher Euro und Pfund. Das Eurochart hat Potential für einen weiteren Einbruch zumindest in den Mid-Zwanziger Bereich (1,25). Jedoch weiss man auf Grund der Dollarschwäche nicht, ob diese Bewegung unmittelbar bevorsteht, oder ob der kränkelnde Dollar alle anderen Probleme unter Verschluss halten wird.

Die Commodities bleiben auf dem Weg nach oben. Letzte Woche hat Öl es über $90 geschafft und es gibt kaum einen Händler, der nicht $100 als nächsten Zielpreis im Visier hat. Auch Kaffee schloss die Woche auf rekordverdächtigem Preisniveau (136). Rein technisch gesehen, könnten wir kurzfristig sogar am Preis 160 kratzen. Oder wird sich diese Commodities Hausse, sobald Anfang Jänner wieder volle Liquidität gegeben ist, verflüchtigen? Die Frage steht im Raum und auf Grund des absolut gesehen ziemlich hohen Preisniveaus und der Chartsituation vieler Produkte stelle ich mich eher auf Kurskorrekturen am Beginn des Jahres ein.

Das Augenmerk vieler Investoren liegt auf Silber. Werden wir noch ein 3. Hoch im Bereich 131 bis 133 erleben bevor es zu einer etwas komplexeren Korrektur kommt oder kommt die Korrektur aus dem derzeitigen Preisniveau? Im Moment ist 29,50 ein entscheidender Preis, den es nach oben hin zu brechen gilt. Nach unten ist es der Bereich 27,70 bis 28,10, der den Unterstützungspreisbereich darstellt. Die Tendenzen sind nach wie vor eher bullisch.

Die letzte Handelswoche dieses Jahres wird wie immer etwas unter Liquiditätsschwäche leiden. Dadurch sind extreme Bewegungen in die eine oder andere Richtung natürlich begünstigt. Besonderes Augenmerk gilt in dieser Woche dem Kaffee-, Öl- und Silbermarkt. Dem Swissie und Yen gilt ebenfalls unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, jedoch ist kaum damit zu rechnen, dass wir in dieser letzten Woche des Jahres, den Monatsgewinn durch aggressives Handeln aufs Spiel setzen werden.

Unseren Kunden danken wir am Ende dieses Jahres für Ihr uneingeschränktes Vertrauen!

Ich darf allen Lesern und Kunden heute im Namen der TASK INVEST AG

EIN GESUNDES & ERFOLGREICHES JAHR 2011!

wünschen

Gerhard Pilz

Samstag, 18. Dezember 2010

Verluste & Gelegenheiten

Die letzte Handelswoche hat mit einem Trading Desaster für uns geendet. Aus einer gesicherten Gewinnsituation haben wir versucht, Positionen zu verstärken, um Gewinne zu maximieren. Der bestehende monatliche Gewinnpolster hat als Absicherung gedient. Leider hat uns die vorweihnachtliche Volatilität einen Strich durch die Rechnung gemacht und innerhalb von Stunden war der Monatsgewinn zum Monatsverlust mutiert. Vielleicht war unsere Sicherheit nach fast 3 1/2 Monaten ununterbrochener Gewinne zu groß, vielleicht die Risikobereitschaft übertrieben. In jedem Fall ist die monatliche Performance auf -1,5% gerutscht und statt ruhiger Weihnachten werden wir die nächsten Handelstage damit verbringen, geeignete Trades zu finden, um das Performance Minus zu eliminieren.

Damit sind wir schon mitten im Geschehen:

Unsere Konzentration gilt im Moment den 30-jährigen Bonds, dem Silber und dem Euro.

Die Zinsentwicklung der US Anleihen in den letzten Wochen war dramatisch, dadurch sind die Bondpreise bis auf 118,22 eingebrochen. Das hat natürlich auch den Dollar gestärkt.

Gepaart mit ständigen Kriseninformationen aus der Eurozone war der Euro damit unter ständigem Druck. Am Freitag erreichte der Euro 131,30. Einem Retest von 130 steht also nichts im Wege könnte man meinen.

Dieser Gedankengang schien gut bis die 'QE2 Action' der FED die Bonds am Freitag wieder solide über 120 und sogar über 121 trieben. Unter dem Eindruck steigender Zinsen war natürlich auch Silber letzte Woche schwach. Die Zinsentwicklung am Freitag hat aber auch Silber in den letzten Handelsstunden wieder Leben eingehaucht.

Die Märkte reagieren in der Weihnachtszeit auf jede Neuigkeit. Dementsprechend kann man im Moment nicht sagen, welche News wirklich preisentscheidend sind.

Glaubt man den Marktvorhersagen, dann ist mit längerfristig höheren Zinsen im Dollarbereich zu rechnen. Somit könnte die Bondbewegung vom Freitag in der kommenden Handelswoche zumindest teilweise wieder umdrehen. Wir gehen daher von Rangetrading und einem Retest von zumindest 120 in den kommenden Tagen aus.

Silber ist für mich im Zielbereich der signifikanten Bullbewegung der letzten Monate angekommen. Der Preisbereich, den wir aber als Zielbereich bezeichnen, könnte noch ein 3. Hoch zwischen 31 und 33 Dollars beinhalten. Unsere Strategie ist es in dieser Situation gute Short-Einstiegspreise zu finden. Wir erwarten eine Korrektur in den Preisbereich zwischen 20 und 25 Dollars.

Die Zinspolitik der USA und der FED im speziellen wird also entscheidend sein für die Preisentwicklung der Commodities und des Dollars in der nächsten Woche.

Nicht vergessen darf man die Bullbewegungen von Baumwolle und Kaffee. Kaffee hat in den letzten Tagen bereits ein neues Preishoch erklommen und Baumwolle steht bei 150. Ein neuer Rekordpreis ist also unvermeidlich.

Viel Spass beim Handeln & Frohe Weihnachten
Euer Gerhard

Sonntag, 12. Dezember 2010

Weihnachtsfeier 2010

Liebe Leser!

Die Geschäftsführung und die Aufsichtsratsmitglieder der TASK INVEST AG feierten gestern zum 1. Mal gemeinsam das bevorstehende Jahresende. Bei einem exzellenten Dinner im Restaurant UTO KULM am Uetliberg habe wir diese Gelegenheit genutzt, das erste Halbjahr der AG bei einem sowohl feierlichen als auch lustigen Abend zu besprechen und Pläne für die Zukunft, im entspannten Rahmen zu schmieden.

Als Präsident des Verwaltungsrates darf ich diese Gelegenheit nutzen, unseren Kunden sehr herzlich für ihr Vertrauen zu danken! Ich wünsche unseren Investoren, Lesern dieses Blogs, Freunden und Interessenten

FROHE & GESUNDE WEIHNACHTEN !

In den kommenden Wochen erwarte ich zunehmend geringere Umsätze und Liquidität in den Märkten. Daher werden sich unsere Investmenttätigkeiten stark reduzieren, da die monatliche Rendite im positiven Bereich sein muss und wir nicht bei 'roller-coaster' Bewegungen Verluste hinnehmen wollen. Unser Interesse gilt derzeit den chinesischen Zinsentscheidungen. Höhere Yuan Zinsen könnten den Edelmetallmärkten zu Jahresende eine wohlverdiente Korrektur bescheren. Unsere SMS-News-Alerts werden Euch kurzfristig am Laufenden halten.

Ich wünsche Euch eine profitable Handelswoche!

Liebe Grüsse
Gerhard Pilz

Sonntag, 5. Dezember 2010

Blog vom 5. 12. 2010 fällt aus!

Liebe Leser!

Auf Grund einer Krankeit muss der heutige Blog leider ausfallen.

Bitte verfolgen Sie unsere LIVE SMS News Alerts.

Nächste Woche gilt unser Hauptinteresse

- Euro
- Silber
- Öl

Liebe Grüße aus Frankreich!
Gerhard

Samstag, 27. November 2010

Thanksgiving Blues

Liebe Leser!

Seit Mittwoch sind die Märkte in Feiertagslaune. Thanksgiving bedeutet immer, dass viele Produkte von Mittwoch bis Freitag kaum oder gar nicht gehandelt werden. Ein klar erkennbarer Liquiditätsverlust führt oft zu übertriebenen Preisbewegungen. Das sind alles Zutaten für echte Risikotrades. Da wir im November wieder auf ein schönes Plus blicken, war die Lust verhalten, an dem Feiertagsmarkt zu partizipieren.

Nichtsdestotrotz gab es einige Überraschungen:

- Öl, das sich charttechnisch bearisch präsentiert hat, konnte sich bis auf $84.00 erholen.

- Silber konnte die Erwartungen, $30 direkt anzusteuern, nicht erfüllen und zeigte vor allem am Freitag Schwächen.

- Der Aktienmarkt ist unter dem Erwartungsdruck am Tag nach Thanksgiving überraschend eingebrochen.

Diese Entwicklungen kamen nicht nur überraschend, sondern es ist schwer, die fundamentalen Gründe und Zusammenhänge darzustellen.

Daher wenden wir uns der europäischen Schuldenkrise und den Kriegsdrohungen in Korea zu. Beides Ereignisse, die alle Marktaktivitäten in der letzten Woche nachhaltig beeinflusst haben. Unter dem Eindruck von asiatischen und europäischen Problemen zeigte der Dollar auf der ganzen Linie Stärke. Diese Stärke hat seine Auswirkungen auf Edelmetalle und führte im Endeffekt zu Schwächen in Gold und Silber. Die Aktienmärkte, die seit der QE2 Entscheidung bullisch agieren, wurden am Mittwoch mit der Aussicht auf bessere Retailzahlen in der heurigen Weihnachtssaison nach oben getrieben. Am Tag nach Thanksgiving führten die internationalen Ereignisse und die Vermutung, dass das Christmasshopping vielleicht nicht überragend werden könnte, zu starken Einbrüchen. Öl profitierte von fallenden Lagerbeständen. Ausserdem bleibt die Frage offen, ob Chinas Ölbedarf trotz verschiedener Krisen nicht weiter steigen wird.

Alles gute Erklärungen für Preisentwicklungen, die in dieser Form nicht einfach vorauszusehen waren. Gerade der US Aktienmarkt, der einen Tag vor Thanksgiving 140 Punkte nach oben ging und am Tag nach dem Feiertag 120 hinunter, zeigt, was für Ausschläge Feiertage verursachen können.

Dezember, der Feiertagsmonat, birgt für einen Futureshändler große Gefahren. Die Preiskapriolen, wie sie letzte Woche bei Aktien zu erleben waren, die gibt es rund um die Feiertage in vielen Märkten und wir werden uns hüten, in den nächsten Wochen aggressiv zu handeln.

Trotzdem ist es wichtig, die weitere Entwicklung gerade bei den Leitwährungen und bei den Edelmetallen zu beobachten.

Der Euro steuert auf die Triple 0 - 1,3000 - zu. Obwohl es vor dieser psychologischen Hürde noch einige Supportbereiche gibt, bin ich davon überzeugt, dass in dieser Krisensituation (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) eine echte Rally des Euros nicht zu erwarten ist. Ausschläge oder Korrekturen sind von dieser Vorschau ausgeschlossen, weil jede positive Wirtschaftsentwicklung oder jeder Kommentar eines Politikers kurzfristig zu Kursverbesserungen führen kann.

Die negative Überraschung der letzten Woche war der Fall des Aussie Dollars. Für mich ist diese Währung am Paritätspreis mit dem Dollar gescheitert. Der Preisverfall der Edelmetalle hat natürlich zu dieser Preisentwicklung ebenfalls beigetragen.

Unsere Handelsaktivitäten der kommenden Woche werden insgesamt verhalten und von extremer Vorsicht geprägt sein. Die Ölrally der letzten Woche betrachte ich skeptisch, weil sie unserer technischen Grundsatzbeurteilung nicht entspricht. Short-Einstiegsmöglichkeiten könnten sich ergeben. Die Euroschwäche sollte ebenfalls
Gelegenheiten für profitable Trades eröffnen.

Ich wünsche Euch allen einen schönen 1. Adventsonntag.

Eurer
Gerhard Pilz

Samstag, 20. November 2010

A trader CANNOT predict the future

Es ist vergeudete Zeit, Marktbewegungen vorauszusagen. Kein Händler war jemals in der Lage und wird je in der Lage sein, zukünftige Preisbewegungen vorherzusehen. Sogenannte 'Runaway' Märkte tendieren dazu, ihre Richtung beizubehalten. Billige Produkte werden oft noch billiger; und teure bleiben teuer. Dafür gibt es keine allgemeingültigen oder wissenschaftliche Erklärungen. 'Der Markt wird das tun, was er tun will!' Dieses Wissen gehört zum Grundwerkzeug eines guten Händlers.

Was haben wir letzte Woche erlebt? Die mögliche Trendwende oder doch nur korrigierende Preisbewegungen? Im Prinzip wohl Zweiteres. Am beeindruckendsten war für mich die Silberrally am Donnerstag und Freitag. Das Produkt mit dem wohl zweifellos stärksten Chartsignal für eine mögliche Trendwende vor einer Woche meldete sich mit Preisen von über $27.00 zurück. Nach einem Höchstpreis von $29.40 ist $27.30 zwar im korrigierenden Preisbereich, aber für einen Wochenschlusskurs nach einem vermeintlichen Reversal erscheint der Preis stark. Diese Entwicklung ist kein Freibrief für eine 'Long-Position'. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nächste Woche höhere Silberpreise geben wird, ist zumindest prozentuell gestiegen.

Im letzten Monat war mein Gewinn etwas geringer als im Monat davor. Ein Kunde fragte, ob das Teil der geplanten Entwicklung wäre. Die Antwort ist einfach: 'Ja, Gewinne sind Teil unserer Entwicklung, sie sind Teil unserer Strategie' - wertfrei betrachtet. Wer also unsere Strategie kennenlernen will, mit dem setze ich mich gerne persönlich zusammen, oder er/sie kann eines unserer Einführungsseminare besuchen. Der Futures- und Optionshandel ist spannend, kann sehr lukrativ aber auch sehr verlustreich sein. Für Investoren sollte dieses Investmenttool in jedem Fall Teil ihres Investmentportfolios sein. Kontaktieren Sie mich gerne direkt unter gerhard@taskinvest.com.

Die Task Invest AG sponsort nächste Woche einen Maturaball in Österreich. Viele werden sich wundern - 'warum einen Maturaball?' Die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung gehört der Jugend, die neue Ideen oft mit ihrer Energie und Überzeugung in bestehende Systeme einbringen kann. Unser Finanz- und Wirtschaftssystem braucht zusehends Menschen, die in der Lage sind, globale Zusammenhänge zu verstehen, mit diesen zu arbeiten und weiterzuentwickeln.

Die TASK INVEST AG wird bald einem Universitätsabgänger die Chance geben, in unserer Researchabteilung und Administration mitzuarbeiten, um Schritt für Schritt unser Know-How bzw. unsere Philosophie kennenzulernen. Im Team die erfolgreiche Arbeit eines jungen Unternehmens weiterzuführen und auszubauen wird die große Herausforderung werden.
Ich darf schon heute allen Maturanten der HTBLA Kaindorf in der Steiermark, insbesonders den Klassen 5BHDVK und 5BHMIA einen tollen Maturaball wünschen, und viel wichtiger, einen positiven Schulabschluss mit Matura!

Das Marktgeschehen der letzten Woche war geprägt von der Frage, die ich eingangs gestellt habe - Trendwende oder Korrektur? Die Antwort auf diese Frage sind uns die Märkte bisher schuldig geblieben. Die Preisbewegungen der letzten Woche haben die Theorie einer radikalen Trendwende nicht unterstützt. Der Dollar hat sich grundsätzlich behauptet; Kaffee und Silber haben wieder Stärke gezeigt; Baumwolle konnte sich noch nicht stabilisieren und ist weiter gesunken - mit Limit down ins Wochenende. Die Aktienmärkte haben ab Donnerstag Aufwind bekommen, nicht zuletzt durch das grösste US IPO (Initial Public Offering) - General Motors. Das Bild ist nicht eindeutig. Daher muss wie schon letzte Woche versucht werden durch intensive fundamentale und technische Analysen die Entwicklung des Marktes richtig einzuschätzen.

Das Monatsende steht vor der Tür und wir blicken auf einen Gewinn, auch wenn die Volatilität den Gewinn vorige Woche geschmälert hat. Wir werden also der Marktsituation mit klaren Risikovorgaben begegnen.

Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard

Sonntag, 14. November 2010

One of the Key Trading Commandments

'Never step in front of a freight train'. This is also known as the 'don't catch a falling knife' rule. There are topping signs in the market; know them and wait for them.

Es war Dienstag Morgen - meine Operation gerade einmal Stunden vorbei - als mein Blick auf den Silberpreis fiel. $28.54! Ein Anruf nach Chicago genügte: 'Gerhard, Du weisst, man stellt sich nie vor einen beladenen Frachtzug! Du handelst lange genug, um das zu wissen' - das war die Antwort auf meine Frage, ob ich es wagen könnte, kräftig 'short' zu gehen.

Ja, ich habe wirklich genügend Erfahrung mit solchen Situationen. Commodities enden Ihre Megarallies oft mit einem sogenannten 'blow-off' Move. So gesehen u.a. bei Öl vor einigen Jahren. An diesem Dienstag Morgen waren wir wohl mitten drinnen in einem Silber - und Baumwolle Blow Off. Vor 2 Wochen habe ich noch einem Klienten, der bei Silber $24,50 mit mir wetten wollte, dass wir vor dem Jahresende $30.00 erreichen würden, die Stirn geboten. Dann ging es wirklich schnell. Die täglichen Handelsspannen von 30 bis 50 Cents erweiterten sich auf 1 bis 2 Dollars - wow. Am späteren Nachmittag dieses Dienstags war es dann soweit - $29,40 wurde erreicht.

Wie Ihr alle aus meinen Blogs wisst, habe ich schon in den letzten Wochen keinen Cent auf eine 'long Position' gesetzt. 'Was schnell hinauf geht, kommt viel schneller herunter'. So war es dann an diesem Dienstag Abend auch. In knappen 2 Stunden wurde die Megarally dieses Tages nicht nur auf Null reduziert, sondern man erreichte ein saftiges Minus. Zwei Tage Konsolidierung folgten bevor der Wochenschlusskurs am Freitag das klare Reversal am täglichen Chart signalisierte.

So einfach ist es doch nicht. Denn - und schon wieder gibt es ein Gegenargument: Die wöchentlichen und monatlichen Charts bestätigen dieses Reversal noch nicht. Fundamentalisten unter den Händlern sind überhaupt überzeugt, dass diese Preisentwicklung nur gesund ist, aber für den Aufwärtstrend keinen Abbruch bedeutet.

Ich bin ein Händler, der sich von den unmittelbaren Zeichen leiten lässt. Diese zeigen an, dass es niedrigere Preise geben wird. Den richtigen Einstiegspreis zu finden, wird zur Kunst werden. Stündlich gibt es 20 bis 40 Cents Ausschläge. Und 20 'Silber Cents' sind $1,000 pro Vertrag.

Baumwolle ist Silber gefolgt - mit einer zeitlichen Verspätung von einem Tag! Auch das Öl hat die Höhenluft nicht vertragen und hat am Freitag gleich 3 Dollars verloren. Natürlich gibt es die fundamentalen Gründe für diese Entwicklungen - China. Lieber verlasse ich mich auf meine völlig überkauften Chartpunkte - und die waren unübersehbar. Ich schreibe hier 'unübersehbar', denn es muss auch die Händler geben oder gegeben haben, die an diesem Dienstag der vergangenen Woche Silber bei $29,40 gekauft haben.

Die Währungen haben die wohlverdiente Korrektur begonnen. Allen voran der Euro: die Krisen in Irland, Griechenland und möglicherweise Portugal werden meiner Meinung nach der europäischen Leitwährung auch in der nächsten Woche zusetzen. Yen/Dollar ist dem Euro/Dollar nach unten gefolgt; jedoch nicht mit derselben Vehemenz. Der Britische Pfund war der relative Gewinner der Hauptwährungen. Die Dollarkorrektur hat also begonnen - vorige Woche -; in der kommenden Woche werden wir beobachten, ob diese Dollarstärke nun eine Trendwende einleitet oder nur eine korrektive Bewegung ist.

Am Beginn der Woche werde ich die Preisbewegungen an stündlichen, täglichen und wöchentlichen Charts studieren, um den richtigen Einstiegspreis in diese sehr volatilen Märkte zu finden.

Am Ende dieses Blogs muss Euch klar sein - Whoever dares to step in front of the freight train has the chance to make big profits (or losses)! In diesem Sinne warten wir gespannt auf das Monatshandelsergebnis November 2010.

Ich wünsche Euch noch eine spannende und profitable Handelswoche!
Euer Gerhard

Samstag, 6. November 2010

Die überschrittene Grenze

In meinem letzten Blog habe ich davon gesprochen, dass $250 Milliarden QE2 die Grenze zwischen Dollarschwäche und -stärke sein könnten. $600 Milliarden war dann doch etwas zuviel für die Märkte, die dem Dollar prompt die Rechnung präsentierten. Von Trendumkehr war nach dieser Überraschung auf der ganzen Linie nichts mehr zu erkennen.

Aber eine Überraschung kommt selten allein: Am Freitag überraschten 150,000 neue non-farmpayroll Jobs den US Markt völlig. Man hatte eigentlich nur mit 60,000 gerechnet.

Der Euro hat auf beide News so reagiert, wie man es erwartet hätte. QE2 brachte dem Euro 200 Punkte plus gegenüber dem Dollar ein - 1,42; die US-Job-Kreationen holten den Euro wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurück. Eine Währung gab es noch, die im Prinzip auch diesen fundamentalen News gefolgt ist - der Yen. Man könnte also rein theoretisch davon ausgehen, dass diese 2 Währungen dieses Jahr nach oben hin gegen den Dollar keine großen Sprünge mehr machen werden. Ich schreibe hier bewusst nicht, dass die 2 Währungen gedreht haben, denn obwohl wir eine große Preisvolatilität gesehen haben, so sind die Schlusskurse am Freitag nicht gleichbedeutend für ein Reversal. Wenn man mich aber zwingen würde, eine der 2 Währungen für ein Reversal auszuwählen, dann wäre das der Yen. Dem Yen ist es nämlich auch bei der QE2 Nachricht nicht mehr gelungen, ein neues Hoch gegenüber dem Dollar im Zuge des bestehenden Trends zu erreichen. Man darf auch nicht vergessen, dass von allen Währungen der Yen auf den ungesündesten fundamentalen Beinen steht und in erster Linie von Sicherheitsinvestitionsstrategien profitiert hat.

Obwohl also die Jobnews eine kneejerk-Bewegung bei allen Währungen ausgelöst haben, so hat sich das am Ende des Handelstages am Freitag beim Aussie oder Canadian Dollar nur als durchaus legitime korrektive Reaktion dargestellt.

Was bei den Währungen noch sichtbar war, hat den Edelmetallen und auch der Baumwolle nur einen ganz kurzfristigen Huster gekostet. Und alle 3 Produkte schlossen auf absolutem Rekordpreisniveau.

Die nächste Woche wird also einiges an Preisneuigkeiten zu bieten haben: Kann Gold $1400 überschreiten? Geht Silber auf dem direkten Weg auf die Marke $30 zu? und sehen wir noch dieses Jahr Öl wieder bei $100? Wo endet der Baumwolle Rekordlauf?

'Der Trend is your friend' heisst es so schön. Trotzdem würde ich persönlich keinen Cent meines eigenen oder verwalteten Geldes mehr ungesichert auf den bestehenden Trend setzen. Die Preise, die ich im vorigen Absatz genannt habe, sind jedoch durchaus erreichbar; aber eine Gegenbewegung, die auf dem heutigen Preisniveau beginnt, könnte das Kapital jedes Investors auslöschen.

Einstiegspreise festzulegen - seien sie nach oben oder unten gerichtet -, das wird die besondere Kunst des Handelns in den nächsten Wochen sein. Wir von der TASK INVEST AG blicken auf ein bisher solides jährliches Handelsergebnis und sehen daher auch nicht die Notwendigkeit kurz vor Jahresschluss unsere Risikobereitschaft zu erhöhen.

Daher kann ich auch relativ entspannt die nächste Woche im Krankenhaus verbringen, um mich einer geplanten Operation zu unterziehen. Ich hoffe, dass ich bald wieder gesund und munter unsere Handelsaktivitäten übersehen werde. Wenn alles gut läuft, dann werde ich schon nächste Woche wieder über meine Einschätzung der Commodity - und Währungsmärkte in diesem Blog berichten.

In der Zwischenzeit wünsche ich Euch viel Erfolg beim Handeln!

Euer Gerhard Pilz

Sonntag, 31. Oktober 2010

Wahlen & FOMC Meeting

Bei uns beginnt die neue Handelswoche Morgen am 1. November mit einem Feiertag - Allerheiligen. Und damit wird wohl eine der wichtigsten Handelswochen des verbleibenden Jahres 2010 eingeläutet.

Am 2. November finden in den USA die Midterm-Wahlen statt, bei denen alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 37 von 100 Sitzen im Senat zur Wahl stehen. Zusätzlich geht es noch um 38 Gouverneursposten. Eine wichtige Wahl also; glaubt man den Umfragen, dann schaut es schlecht für die Partei des Präsidenten, den Demokraten, aus. Beide Häuser könnten theoretisch in die Hände der Republikaner fallen und damit eine 'pro-business' Reaktion der Märkte auslösen.

Aber damit nicht genug: Am 3. November trifft sich dann das Federal
Open Market Committee (FOMC) und diskutiert über die ökonomische und finanzielle Gesundheit der amerikanischen Wirtschaft, um dann um 18:15 GMT seine Entscheidungen bekannt zu geben.

Noch nie in diesem Jahr ist soviel darüber spekuliert worden, wann und in welcher Form die FED die Wirtschaft - nach einem bisher ziemlich mageren Aufschwung - stimulieren wird. Der Hinweis, dass es möglicherweise QE2, über das wir glaube ich nun hinlänglich informiert sind, geben wird, hat den Dollar in den letzten 2 Monaten signifikant fallen lassen. In der Zwischenzeit sind viele Trader davon überzeugt, dass es kaum einen QE Level geben wird, der den Dollar vorläufig noch viel weiter fallen wird lassen. Ganz im Gegenteil, es gab und gibt immer öfter Gerüchte, dass die FED unter Umständen vorläufig keine Stimulation durch den Kauf von Treasury Bonds durchführen wird. Einige Vorschauen haben sich nun darauf festgelegt, dass 250 Milliarden Dollar für den spekulativen Währungsmarkt die Grenze zwischen weiterer Dollarschwäche und möglicher Dollarstärke sein könnte.

Ich schliesse mich heute der Ansicht einer Gruppe von Analysten an, die feststellen, dass sich die nächste Woche durch extreme Volatilität auszeichen wird, dass aus dieser Volatilität jedoch nicht unbedingt ein Trend nachzuvollziehen wird sein. Kurzum, um die Zukunft des Dollars klarer sehen zu können, wird es notwendig sein, 3 bis 4 Wochen in die Zukunft zu blicken. Und da gibt es wieder eine eindeutige Mehrheit von Analysten, die die Dollarschwäche des verbleibenden Jahres zeitlich maximal auf die nächsten 1 bis 4 Wochen begrenzt sehen.

Was heisst dies nun für den Händler nächste Woche. Dazu müssen wir klar festhalten, dass der Dollar letzte Woche sehr schwach geschlossen hat - der Schlusskurs des Yens war ALL-TIME Rekord. Und die Edelmetalle haben auf absolut rekordverdächtigem Niveau den Oktober ausklingen lassen.

Wir müssen daher davon ausgehen, dass die Währungen zumindest die Woche bullisch beginnen werden, das Gleiche erwarte ich von den Edelmetallen und den Soft-Commodities.
Was dann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch und nach dem FOMC Meeting in allen Finanzmärkten passieren wird, kann von Niemandem vorausgesagt werden, obwohl viele Händler sicherlich nach einem signifikanten Hoch eine längerfristige Korrektur der Märkte erwarten.

Den Blog des 31. Oktobers möchte ich aber mit einer Warnung beenden: Die Finanzmärkte sind unberechenbar und signifikant höhere als erwartete QE2 Levels können auch jederzeit zu Dollarschwächen führen, die alle bisher erreichten und vorhergesagten Preislevels durchschlagen können.

Die erste Novemberwoche wird also in jedem Fall interessant!
Alles Gute und viel Erfolg beim Handeln!
Euer Gerhard

Freitag, 22. Oktober 2010

QE2 - 'quantitative easing 2'

Qantitative Easing ist eine aktive Finanzspritze der Federal Reserve Bank, indem diese z.B. Anleihen von Banken kauft http://en.wikipedia.org/wiki/Quantitative_easing. Diese Geldmittel sollen die wirtschaftlichen Aktivitäten ankurbeln. Vor 2 Jahren hat die Fed mit diesem Mittel einen durchschlagenden Erfolg erzielt.

Der Markt beschäftigt sich im Moment mit der Möglichkeit, dass beim November FOMC Meeting ein endgülter Beschluss für QE2 gefasst werden könnte. Völlig unklar ist jedoch, wie hoch QE2 ausfällt.

Quantitative Easing führt natürlich zu einer Abwertung der Währung und ist kurz vor dem G20 Gipfel ein rotes Tuch für viele Regierungen, da man in diesem Fall der USA vorwirft, künstlich Handelsvorteile für sich zu schaffen.

In der Zwischenzeit muss man sich jedoch fragen, ob mit den dauernden Ankündigungen von QE2 nicht schon der Zweck der Übung erfüllt wurde. Der Dollar hat sich signifikant verbilligt. Obwohl es nicht auszuschliessen ist, dass QE2 gar nicht kommt, glaube ich eher, dass wir es mit einer sehr niedrigen Finanzspritze zu tun bekommen. 100 bis 500 Milliarden stehen im Raum. Solch ein Rahmen könnte zu einer Reaktion 'Buy the rumour, sell the fact' führen.

Und da wäre noch die Entwicklung der Commoditiespreise zu beachten - diese Woche waren wieder Baumwolle und Kaffee an der Vorfront der aggressiv steigenden Preise -, die ein untrügliches Zeichen für eine Inflations-gefährdete Situation darstellt.

Der Markt ist offensichtlich gewarnt. Die Währungsbewegungen der letzten Woche deuten darauf hin. Wir sind in einer Situation, in der ein Teil der Marktteilnehmer vom Ende des Dollarkollapses und der andere Teil vom Gegenteil überzeugt ist. Die Eurobewegung, am Dienstag 250 Punkte hinunter am Mittwoch 250 Punkte hinauf, ist wohl bezeichnend für diese Situation.

Um es auf den Punkt zu bringen: für mich ist die Situation unklar. Gedanklich, und das habe ich schon letzte Woche geschrieben, halte ich jede long-Position in den Währungen und in den Edelmetallen für höchst riskant. Auf der anderen Seite steht weiteren Hochs der Währungen und Edelmetalle auch nichts im Weg. Nachdem es nächste Woche die QE Entscheidung nicht geben wird, sollte die kommende Woche auch keine großen neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet bringen.

Auf Grund der relativ guten Wirtschaftsdaten, vornehmlich aus Deutschland, hat der Euro relativ gesehen Fahrt aufgenommen, und scheint sich nun langsam auch gegen den Schweizer Franken mehr und mehr zu behaupten. Auch gegen den Dollar kann man eine finale Aufwärtsbewegung auf 1,44 bis 1,45 nicht ausschliessen. Trotz dieses Risikos sehe ich so wie viele Analysten die Wahrscheinlichkeit einer sich fortsetzenden Korrektur nächste Woche als wahrscheinlicher an. 1,35 bis 1,36 sollten realistische Preisziele sein.

Ihr wisst, dass im Moment sowohl die Preise der Soft Commodities als auch der Edelmetalle zu einem wesentlichen Teil von der Entwicklung des Dollars abhängig sind. In diesem Sinne sehe ich diese Produkte auch langsam aber sicher sich einem zumindest vorläufig entscheidendem Hoch anzunähern. Ohne klare Richtlinien geben zu können, halte ich im Sinne meiner Anmerkung am Beginn dieses Blogs - dass der Gedanke bei mir aufkeimt, wir könnnten einem typischen 'buy the rumour, sell the fact' Szenario entgegensteuern - daran fest, dass ich eher die short-Seite forcieren würde als auf der long-Seite zu versuchen, den letzten Tropfen Profit herauszuquetschen (obwohl auch dieser letzte Tropfen durchaus ein lukrativer sein könnte!)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne und profitable Tradingwoche!
Euer Gerhard

Sonntag, 17. Oktober 2010

Schnee auf den Bergen

Schnee war das Erste, was ich heute im Fernsehen gesehen habe ... und es ist erst der 17. Oktober. Extreme Wetterverhältnisse. Genauso extrem wie die Märkte im Moment agieren. 2 Tage in Folge konnte Silber vorige Woche beinahe jeweils einen Dollar zulegen und hat sogar an der 25 Dollar Marke gekratzt, Cotton hat nicht nur 110 überschritten, so wie von mir letzte Woche vorausgesagt, sondern 119,80 erreicht. 'Excessiv exuberance' ist das untrügliche Zeichen, dass wir vorläufig in der letzten Phase eines Commodity Bull Runs sind. Man erinnere sich noch an die Ölhausse von 2008. Wer hätte Öl damals bei 150 Dollars pro Barrel vermutet.

Auf welch kompliziertem Marktverhalten diese Rally jedoch aufgebaut ist, hat uns der Freitag gezeigt. Einige unschuldige Bemerkungen des Fed Chairman's und schon dreht sich alles. Ein Kommentator von CNBC hat es auf den Punkt gebracht als er meinte: Diese Rede des Chairman's hätte auch schon vor einem Monat gehalten werden können. Dieser hat nämlich wirklich keine Neuigkeiten zum Besten gegeben. Er hat aber darauf hingewiesen, dass QE2 (der 2. Versuch durch quantitative easing die Wirtschaft zu beleben) möglicherweise geringer ausfallen könnte als ursprünglich geplant, da sich die Steuereinkünfte langsam normalisieren oder besser gesagt stabilisieren.

Liebe Leser! Diese sehr volkswirtschaftlichen Erklärungen, für die Schulkenntnisse zum Verstehen kaum mehr reichen, genügen aber nicht, um zu verstehen, dass die Märkte von der Mehrheit der Marktteilnehmer beeinflusst werden und nicht immer mit fundamentalen Erklärungen verstanden werden können.

Da ist es doch klarer, wenn ich behaupte - 'was schnell hinauf geht, das kommt auch wieder schnell herunter'. So gesehen bei der Baumwolle, die es nach dem Hit von 119,80 geschafft hat unter 110 zu schliessen. So gesehen beim Euro, der nach 1,4150 gleich wieder unter 1,40 geschlossen hat. Die Mehrheit der Marktteilnehmer sind also nicht mehr nur Trend-Followers. Was ich vor 2 Wochen in meinem Blog angedeutet habe, dass der Trend bald unter aggressiven Countertrendtrades leiden wird, der hat nun live miterlebt, was ich damals gemeint hatte.

Aber was nun: Jetzt wird es kompliziert - gehe ich wieder 'long the market' oder haben wir preislich gesehen einen wichtigen 'top in place'. Im Fachjargon erwarten wir nun 'backing & filling'. Die Währungen haben nun ein hohes Potential die kommende Woche auf und ab, und zwar in der Range der letzten 2 Wochen zu handeln. Einige technische Analysten sehen die Möglichkeit eines entscheidenden Markttops gegeben. Ich verschliesse mich dieser Ansicht nicht, aber ich sehe sowohl am wöchentlichen als auch am monatlichen Chart noch keine Trendveränderung. Klar ist für mich jedoch, dass wir z.B. 1,38iger Levels beim Euro sehen sollten, aber auch ein Preis bei 1,4050 ist realistisch. Auch der Yen, der Pfund der Aussie und der Canadian haben ein hohes Potential, eine Woche seitwärts zu handeln. Risikotrades kommende Woche sind die, die auf eine Trendweiterführung setzen, da eine Trendumkehr nach Freitag im Raum steht.

Sollte QE2 im November gar nicht mehr kommen, da sich die Wirtschaftsdaten dramatisch verbessern, oder sollten sich die Chinesen und die Amerikaner (wie schon diese Woche kolportiert) auf eine Formel einigen, die eine weitere Abwertung beider Währungen durch künstliche Eingriffe - wie z.B. QE2 - verbietet, dann könnte diese Währungsblase aber auch der Commodities Bull Run sehr schnell zu Ende sein.

Im April diese Jahres habe ich einigen meiner Kunden geraten, Gold zu verkaufen. Mein Grund für diesen Vorschlag war ein technischer: das monatliche Chart war schon zu diesem Zeitpunkt hoch. Ich habe damals meinen Kunden als Vergleichschart das Ölchart gezeigt und darauf hingewiesen, 'selbst wenn wir eine ähnliche Entwicklung sehen wie 2008, dann gibt es irgendwann in der nicht allzufernen Zukunft viel niedrigere Preise als 1,100 Dollars bei Gold damals'. Obwohl dieser Bull Run unter Umständen noch nicht zu Ende ist, dann hat uns am Freitag Baumwolle gezeigt, was ein Reversal bei Commodities ist. 1000 Punkte in 8 Stunden. In 23 Jahren Handeln hat sich noch nie ein Chart, welches so steil nach oben gegangen ist wie z.B. Gold heute, nicht durch einen gewaltigen Abverkauf aufgelöst, aber ich bin offen der Möglichkeit gegenüber, dass etwas passiert, was es noch nie gegeben hat. Mein Geld würde ich darauf aber NIE setzen.

Es wird also spannend nächste Woche - 'Trendcontinuation' oder 'Major Top in Place'!
Viel Spass beim Handeln
Euer Gerhard

Sonntag, 10. Oktober 2010

'The trend is your friend' versus 'Countertrend trading'

Die TASK INVEST Kunden hatten letzte Woche zum ersten Mal die Gelegenheit an Hand unserer SMS News Alerts einen Countertrend Trade live mitzuverfolgen. Wer sich die Zeit genommen hat und erlebt hat, wie intensiv die Entwicklung nach unserem Einstieg war, der hat auch realisiert, dass Countertrend Trading nicht ganz einfach ist. Denn eines ist unmöglich - den Höchstpreis zu erraten. Und so haben wir dann auch kurzfristig signifikante Verluste auf unserem Portfolio gesehen, ehe der Markt nach ca 7 Stunden dann doch gedreht hat.

Dieser Trade war ein Erfolg; aber alles deutet darauf hin, dass wir auf diesem Preisniveau sowohl bei den Währungen als auch bei Gold und Silber kein entscheidendes Reversal erlebt haben. Der Euro hat wie erwartet die Triple-Zero 1,4000 gegen den Dollar nicht beim ersten Anlauf durchbrechen können. Das Gleiche galt für den Britischen Pfund bei 1,6000. Die Währungsbewegungen nach der Korrektur, sprich am Freitag als wieder disaströse US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden, zeigen an, dass es nach wie vor Währungsstärken gegen den Dollar gibt, mit denen man rechnen kann und muss.

Die internationale Aufregung über die künstlichen Eingriffe von Staaten in die Währungen ihrer Länder, um diese niedrig zu halten, wobei in erster Linie China und die USA zu nennen sind, nimmt zu.

Technisch gesehen, signalisieren die längerfristigen Charts einen soliden Trend, der wohl als Nächstes einen Retest des All-time-highs beim Yen erwarten lässt.

Ich gebe aber heute zu, dass eine Tradingvorschau für die kommende Woche schwierig ist. Die signifikante Gegenbewegung des letzten Donnerstags deutet darauf hin, dass wir in der kommenden Woche nicht nur mit einseitigem Handel so wie in den vergangenen 4 Wochen rechnen müssen.

Es ist nicht auszuschliessen, dass der letzte Donnerstag der Beginn einer zeitlich längerfristigen Korrektur ist - z.B. würde ich in so einem Fall 1,35 bis 1,36 beim Euro ins Auge fassen. Aber, und das wird das Handelsproblem der nächsten Woche - die Schlusskurse am Freitag waren so bullisch, dass man auch eine sofortige Weiterführung des Trends für möglich halten kann. Die erste wirklich signifikante Resistenz bei Euro liegt dann im Bereich 1,45.

Persönlich bevorzuge ich die Idee einer korrektiven Woche, die aber einen Retest des Hochs oder ein 'minor new high' ebenfalls beinhalten könnte.

Ihr seht schon, diesmal ist es wieder sehr schwierig sich zu positionieren und dementsprechend vorsichtig wird man seine Handelstätigkeit anlegen.

Im Zuge der Währungsbewegungen ist der Star der letzten Woche noch nicht erwähnt worden. Cotton (Baumwolle) hat signifikant zugelegt und hat nun das Potential über 1,10 zu steigen.

Liebe Grüße - Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard

Samstag, 2. Oktober 2010

La remontee spectaculaire de l'euro

Der spektakuläre Wiederanstieg des Euros! lautete am Samstag die Schlagzeile auf Seite eins im 'Le Figaro'. Und spektakulär ist der Anstieg. Das letzte Quartal hat begonnen, und der Euro bewegt sich in Richtung 1,40. Noch sind wir über 2000 Punkte vom All-time-high (1,60) entfernt, aber das Spektakuläre an der Situation ist die Wiederauferstehung der europäischen Leitwährung, und dies obwohl wir täglich Schockmeldungen serviert bekommen: geht Irland bankrott, folgt das Land Griechenland und muss massiv vom IWF gestützt werden? Wie problematisch ist die Situation in Spanien nach dem Downgrading durch internationale Ratingagenturen?

Zum 2. Mal in diesem Jahr sehen wir einen 'trending' Markt (diesmal gegen den Dollar), der nur vom Sentiment getragen ist. Jede Korrektur wird als Kaufmöglichkeit gesehen. Es gibt keine Nachrichten, die dieses Szenario während der vergangenen Woche stören konnte.

Und dieser Trend beeinflusst den gesamten Finanzmarkt. Bestimmend ist eine relativ schwache Wirtschaftsentwicklung in den USA, eine Federal Reserve Bank, die ganz bewusst auf Niedrigzinsen setzt und damit den Schlüsselfaktor des Währungshandels - das Zinsdifferential - so einsetzt, dass ein schwacher Dollar garantiert ist.

Dadurch bleiben US Aktien gefragte Anlageprodukte - man will ja irgendwo Profit machen. Die Bonds bleiben hoch. Die Edelmetalle sind als Hedging-Produkt gegen die unsichere Wirtschaftssituation und als Möglichkeit, irgendwo Renditen zu lukrieren, nach wie vor gefragt. Commodities bleiben hoch, in erster Linie, da diese Produkte vielfach in Dollars gehandelt werden. Diese Entwicklung ist weiterhin zu beobachten, denn hohe Commoditiespreise heissen normalerweise 'Inflation'. Jede Situation, so klar sie sich auch darstellt, hat also auch seine Achillesferse.

Charttechnisch ist alles klar - der Trend, welcher aus dem wöchentlichen und täglichen Charts klar zu erkennen ist, wurde letzte Woche nicht gebrochen. Der Euro hat sogar mit dem höchsten Preis der Woche geschlossen. Öl ebenfalls. Es wäre unseriös, heute eine Trendwende vorauszusagen. Nichtsdestotrotz, muss erwähnt werden, dass wir uns auch technisch gesehen nun im zumindest kurzfristig überkauften Bereich befinden. Ob und in welcher Form wir nun mit Korrekturen rechnen müssen, das wird uns der Markt zeigen. In jedem Fall plane ich nicht - wie schon auch letzte Woche - auf diesem Preisniveau bedingungslos dem Trend zu folgen.

'The Trend is your friend' ist ein Credo in unserem Beruf. Und wer so wie ich über 20 Jahre Erfahrung im Derivatenhandel verfügt, der wird sich hüten, eine Trendumkehr vorherzusagen oder gar massiv Geld darauf zu setzen. Nein, wir werden die Entwicklung gespannt verfolgen und gute Einstiegspreise, sei es nach oben bzw. nach unten, suchen. Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Euro und dem Öl. Aber auch der Schweizer Franken und der Aussie Dollar, die im All-time-high-Bereich handeln sind Produkte von Interesse.

Und noch ein Credo gibt es beim Handeln - 'when in doubt stay out'.

Übrigens, unsere Kunden konnten sich im September über ein tolles Handelsergebnis freuen. Ein stolzer monatlicher Gewinn, leider in Dollars erwirtschaftet, und daher war der monatliche Auszahlungsrekord dieses Jahres nicht gefährdet - immerhin -- das monatliche Topergebnis prozentuell zum Investment gesehen.

Ich freue mich über Eure Kommentare und verbleibe mit lieben Gruessen aus einem sehr sonnigen Nizza.

Euer Gerhard

Sonntag, 26. September 2010

Die Fragen sind beantwortet

Eine entscheidende Handelswoche liegt hinter uns. Die vielen Fragen, die letzte Woche im Raum gestanden sind, wurden alle vom Markt beantwortet.

Die Schlüsselantwort lautet: Der Dollar bricht unter dem Druck schwieriger Wirtschaftsdaten zusammen. Schwierig ist nicht durchwegs schlecht. Ganz im Gegenteil - wir sehen immer wieder bessere Daten als vorhergesehen; jedoch, die absoluten Daten sind einfach nicht gut genug, um den Konsummotor anzuwerfen, um die Arbeitslosenzahlen nachhaltig zu verbessern.

Natürlich wird der Dollar nicht geradlinig kollapieren. Immer wieder gibt es schockierende Nachrichten aus der Eurozone, die eine Korrektur kurzfristig einleiten, aber jede Korrektur wird sofort wieder als Dollarverkaufschance gewertet. Selbst der von einer massiven Intervention der BOJ eingeschüchterte Yen hat eine 2. Runde der Intervention gut überstanden und ist wieder auf dem Weg nach oben. Im Zuge der allgemeinen Dollarschwäche haben es nun alle Hauptwährungen geschafft, signifikant in die Höhe zu gehen.

Technisch gesehen sind die täglichen Charts natürlich etwas überkauft. Daher sehe ich zwar kurzfristig z.B. 1,36 beim Euro - dann aber könnte es eine Korrektur zurück auf 1,33 geben. Der Pfund wird wohl wieder 1,60 testen - ob er diesen Level aber schon in der kommende Woche durchbrechen wird, bleibt zu hinterfragen. Der Yen sollte wieder 1,20 gegen den Dollar testen ... da wird es dann spannend. Ihr könnt aus diesen Annahmen bereits ersehen, dass ich hier eher Korrekturen zu handeln gedenke, anstatt dem Trend bedingungslos zu folgen. Das Preisniveau ist für mich sehr hoch ... aber natürlich, der Trend der Währungen gegen den Dollar zeigt nach oben.

Die Vorschauen der anderen Produkte für die kommende Woche sind vom Dollarkurs abhängig. Silber hat ein 30-jähriges Hoch erreicht, Gold steht am All-time-high. Solange der Dollar keine Korrektur einlegt, bleiben die precious metals ein beliebtes Anlageprodukt. Auch die Commodities bleiben ebenfalls auf Rekordkurs, denn auch Sie bewegen im Moment grundsätzlich konträr zum Dollar.

Und da wäre noch der US Aktienmarkt, der sich ebenfalls steil nach oben bewegt. Nur die Bonds wissen nicht genau, wo sie hingehören. Der Anstieg der Commoditypreise ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Inflation im Raum steht. Daher ist die Zinsentwicklung nicht so einfach voherzusehen wie die FED das gerne hätte 'Runter mit den Zinsen, quantitative easing, etc.'

Eine spannende Handelswoche steht uns bevor. Ich werde die Bewegungen aus Frankreich beobachten und hoffe bei meiner Geschäftsreise auch etwas Sonne zu erleben. Bis zum nächsten Mal wünsche ich Euch viel Spass mit den Futuresmärkten.

Euer Gerhard

Sonntag, 19. September 2010

Schwierige Marktsituationen

Vorschauen für die nächste Woche sind gut - noch besser wäre es, wenn man genau nach den Vorschauen auch handeln würde. Leider nicht geschehen. Die Cross-Rates Yen and Swissie zum Dollar haben nämlich den vorhergesagten Einbruch erlitten. Aber meine Konzentration war abgelenkt; abgelenkt vom Bullrun des Aussie Dollars und der aufkeimenden Stärke des Euros. Der Währungshandel ist zum Lotteriespiel geworden, da der Trend des Dollars nicht klar zu erkennen ist. Im Grunde ist nämlich der Dollar Index - absolut gesehen - schwach geblieben und die Bewegungen haben sich fast nur in den Cross-Rates abgespielt.

Damit wären wir auch schon bei der kommenden Woche. Jetzt gibt es nämlich erste Zeichen dafür, dass sich auch der Dollar gegenüber den Hauptwährungen etwas besser behaupten wird können. Noch ist das jedoch technisch gesehen nichts klar. Ein Dollar Index Double Bottom in der Nähe von 80 steht nämlich nach wie vor auch noch im Raum. Gemäß dieser Anschauung könnte auch der Euro einen Double Top bei 1,33 machen.

Noch interessanter sind die Möglichkeiten des Yens! Die Bank of Japan hat ihre Intervention wirklich perfekt getimed. Technisch gesehen hat es auf diesem Preisniveau, auf dem die Intervention passiert ist, nicht viele Anlässe gegeben weiterhin Yen zu kaufen. Ein major Double Bottom oder Retest Bottom des All-time-lows bei 80 steht nämlich im Raum! Daher ist es dem Markt auch nicht gelungen, die Intervention sofort wieder durch gezielte Käufe ungeschehen zu machen. Obwohl technisch gesehen kein großer Schaden in den Charts passiert ist, war der Schlusspreis der Woche doch recht Dollar bullisch. Und jetzt kommt schon wieder das 'Aber' - aber man könnte die Preisentwicklung auch anders interpretieren: Nach der Intervention hat es auch keine wesentlichen Dollar Käufe gegenüber dem Yen gegeben. Es ist als ob der Markt auf eine weitere Runde von Interventionen warten würde.

Aber es gibt auch Fundamentales zu berichten. Der Euro hat seinen Bullrun am Freitag schlagartig beendet als bekannt geworden ist, dass es möglicherweise große Probleme finanzieller Art in Irland gibt und der IWF um Hilfe gebeten werden muss.

Technisch gesehen hat der Euro ziemlich positiv geschlossen, aber eines ist klar, sollte der Bullrun noch eine Fortsetzung finden, dann sehe ich im Moment 133 als klare Resistenz vor uns.

Ihr seht schon - die Währungsvorschau ist genauso kompliziert und unklar wie schon in den Wochen zuvor. 'When in doubt stay out' - könnte hier die beste Empfehlung sein.

Ich habe Euch in meinem letzten Blog in Aussicht gestellt, dass es heute - eine Woche später - klarer werden wird, was die Aktienmärkte und die Bonds machen werden. Nun ja, die Aktienmärkte haben sich behauptet ohne an Stärke zu gewinnen und die Bonds stehen auch ungefähr dort, wo sie letzte Woche waren. Man könnte sagen der Schlusspreis der Bonds am Freitag Abend war ein weiterer Strohhalm für diejenigen, die die Zinsen steigen sehen. Der Trend von lower Highs bei den Bonds wurde nicht gebrochen und 128,11 steht kommende Woche als Möglichkeit im Raum. Werden die Bonds jedoch unter 130 die Woche schliessen? ... ich würde keine Wette darauf abschliessen.

Was gibt es dann überhaupt für Möglichkeiten, um in diesen komplizierten Marktsituationen Geld zu machen? Nun, meine Konzentration in den letzten Tagen liegt bei Öl und Cotton (Baumwolle). Der Baumwollpreis ist in der Stratosphäre und wird am Montag wohl zwischen 99 und 103 testen. Zeit für mich auf ein Retracement zu setzen!

Öl hat diesmal nicht im Gleichklang mit den Aktienmärkten agiert, sondern ist bis auf 72,75 gefallen. Die anhaltend hohen US Lagerbestände und die schleichende Nachfrage sind Gründe dafür, dass ich die Möglichkeit eines Bruchs des 70iger Preislevels ins Auge gefasst habe. Solch einen Bruch kann ich aber nur im Zusammenhang mit einem Einbruch der Aktienmärkte sehen. Alles in allem eine sehr heikle Vorschau also. Vom wöchentlichen Schlusspreis kann man jedenfalls keine trendmässigen Analysen ableiten. Gedanklich bin ich aber sicherlich nicht bullisch eingestellt, weiss aber, dass die OPEC den 70iger Level zu verteidigen gedenkt.

Was hat Kaffee gemacht - Kaffee hat eine Woche lang konsolidiert und relativ schwach geschlossen - es ist nicht leicht, in dieser Phase gute Einstiegsmöglichkeiten zu finden.

Damit sind wir am Ende der möglicherweise unklarsten Vorschau der letzten Monate. Meine Konzentration am Beginn der Woche gilt der Baumwolle! Den Euro habe ich im Blickwinkel, da ein nachhaltiger Bruch von 1,30 jederzeit eine stärkere Dollarperiode einläuten könnte. Und - könnte der Aussie Dollar wieder einmal sein Hoch erklommen haben?

Viele Fragen ... und viele Antworten wird sicherlich die kommende Woche bringen ..
Bis bald
Euer Gerhard

Sonntag, 12. September 2010

Early September Trading

Eindrucksvoll war letzte Woche die Kaffeerally, die uns an die Peripherie der 2 Dollar Marke gebracht hat. Der Wochenschlusskaffeepreis lässt jedoch erste Gedanken an ein Reversal aufkeimen, obwohl ein Test über 2 Dollars im Zuge des allgemeinen Commodity Bull Runs nicht ausgeschlossen werden kann. Eine relativ hohe Volatilität ist garantiert.

Lange hat es gebraucht, aber am Ende der Woche hat dann auch das Öl die 75 Dollar Marke hinter sich gelassen und über 76 geschlossen. Die Fundamentalisten unter den Händlern sind gespalten über den weiteren Weg von Öl, aber dass der Ölpreis sich in irgendeiner Form an der Entwicklung des Aktienmarktes orientiert ist unbestritten.

Und dieser Aktienmarkt hat zwar nicht an den Erfolg der Vorwoche anschliessen können, jedoch bleibt das bullische Sentiment vorherrschend. September und Oktober sind traditionell Monate, die von Aktieninvestoren nicht gerade geliebt werden, umso erstaunlicher ist die Entwicklung und es gibt Stimmen unter den Analysten, die den nächsten 2 Wochen im Aktienmarkt große Bedeutung beimessen. Sollte der Markt bis Ende September halten, dann steigen die Chancen, das Jahresende solide nach oben gerichtet zu beenden. Noch sind wir nicht dort und daher behalten wir diese Information eher im Hinterkopf.

Aber, und hier ist wieder ein Steinchen, welches gut zu diesem Puzzle passt: Die 30-jährigen Bonds haben ihr Reversal beinahe bestätigt und konnten auch kurzzeitig - und das am Freitag - unter 130 handeln. Ein solider Bruch des 130iger Preisniveaus würde den 'Bull-Case' bei den Aktien unterstützen.

Interessant ist nach wie vor die Divergenz der Ansichten - viele Analysten sehen die derzeitige Aufbruchsstimmung nur als kurzzeitige Entspannungsaktivität des Marktes. Ich hingegen lasse mir gedanklich die Möglichkeit offen, dass wir auf bessere wirtschaftliche Zeiten zusteuern. Die nächste Woche, insbesonders der Schlusspreis des Aktienmarktes und des T-Bond Marktes könnte uns für eine etwas längerfristigere Vorschau behilflich sein.

Bull-Markt-Sieger letzte Woche war der Aussie Dollar. Fast ohne Korrektur hat er seinen Aufschwung in Richtung 1:1 gegen den Dollar fortgesetzt. Wirtschaftliche Daten, Zinsentwicklung und Vorschauen geben dem Aussie Note 1. Nichtsdestotrotz sehe ich nächste Woche einen etwas offensiver ausgerichteteren Dollar, und im Verhältnis der Crossrates Euro/Swissie und Euro/Yen könnte es etwas stärkere korrektive Bewegungen geben. Die Handelsstrategien bleiben kurzfristig. Immer wieder sehen wir nach kurzzeitigen Dollarrallies starke Gegenbewegungen, aber gerade im Dollar/Yen könnte der leichte Preisumschwung Ende der Woche doch zu einer solideren Performance des Dollars in der kommenden Woche führen.

Gold - ja das Gold hat einen Retest des Hochs geschafft, ist aber dort gescheitert. Aber wie schon so oft gibt die Preisperformance seit dem Hoch keinen klaren Hinweis auf ein längerfristiges Reversal. In keinem Fall - und das möchte ich unterstreichen - sollte man auf diesem Preisniveau Gold kaufen. Ein Doubletop steht vorläufig im Raum und wer aggressiv handeln möchte, der kann jeden Preis auf diesem Niveau verkaufen, jedoch mit einem klaren Stop Loss bei 1265.

Ihr seht, die Vorschau für nächste Woche ist klein klares Bekenntnis zu einem Trend, aber es gibt Tendenzen, die in der kommenden Woche vielleicht bestätigt werden.

Auf eine erfolgreiche Handelswoche! Ich freue mich über jeden Kommentar zu meinen wöchentlichen Blog.

Euer Gerhard Pilz

Sonntag, 5. September 2010

Labor Day Blues

Morgen Montag ist Labor Day, Tag der Arbeit der englischsprachigen Länder, aber auch der Beginn der Herbstsaison der Finanzmärkte. Also auf ins Geschehen:

Die Vorschau der letzten Woche war ziemlich korrekt, wenn man den zeitlichen Rahmen, den ich vorgegeben hatte, etwas in den Hintergrund drängt. Wir sahen nämlich in den ersten Tagen der Woche Korrekturen der massiven Reversal Bewegungen der letzten Woche, aber dann kam es doch zum vorhergesagten Follow-Up und die Preise, die wir Ende der letzten Woche erzielt haben, waren dann die Bestätigung der zumindest kurzfristigen Trendumkehr bei den 30-jährigen Bonds, den Aktienmärkten und beim Euro, um einige signifikante Produkte zu erwähnen.

Den fundamentalen Hintergrund dieser Bewegungen zu beleuchten, würde dem Erarbeiten einer volkswirtschaftlichen Kurzgeschichte entsprechen. Kurzum, der Markt hat die kleinsten positiven Hinweise der veröffentlichten US Wirtschaftsdaten dazu verwendet, die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft und damit die Auswirkungen auf die Aktienmärkte positiv zu interpretieren.

Technisch schaut die Sache schon etwas solider aus. Der Euro zum Beispiel scheint bei 1,25/1,26 vorläufig festen Boden unter den Füßen gefunden zu haben und ein Test von 1,30 ist wahrscheinlich. Die Bewegungen letzter Woche deuten jedoch darauf hin, dass der Aufwärtstrend nicht geradlinig sein wird. Mittelfristig ist aber auch 1,32 bis 1,33 durchaus möglich. Der Swissie und Yen bleiben im Aufwärtstrend (die wöchentlichen Charts deuten darauf hin), jedoch gegenüber dem Euro könnten sie etwas an Stärke verlieren. Noch haben die Crossrates aber nicht überzeugend gedreht.

Der US Aktienmarkt scheint vorerst bereit zu sein, die Nachrichten, wie auch immer sie sich darstellen, positiv aufnehmen zu wollen. Der Tag nach Labor Day ist traditionell gut für weitere Zugewinne, also sehe ich zumindest am Beginn der nächsten Woche keine schwerwiegenden Gewitterwolken am Aktienmarkt aufziehen.

Die 30-jährigen Longbonds haben ein eindrucksvolles 2-wöchiges Reversal von 137 auf 130,15 hingelegt, haben zwar auf 131iger Level geschlossen; nichtsdestotrotz eine ziemlich eindrucksvolle Vorstellung. Volatilität ist relativ hoch, daher würde ich vorerst nach oben hin 134 als ziemlich solide Preisobergrenze für nächste Woche festlegen, nach unten erwarte ich einen Test von Preisen zwischen 129 und 130 aber auf weit niedrigere Preise würde ich auf Grund der Realwirtschaftssituation vorläufig nicht setzen.

Aus den Sommerferien zurückkommende Marktteilnehmer werden im Laufe der kommenden Woche mehr Umsätze bringen. Die Beurteilung der Realwirtschaft, sowohl der in Europa als auch der in den USA, wird zu neuen Erkenntnisse führen. Vorläufig hat Europa im Währungsbereich gegenüber dem Dollar die Oberhand, im Aktienhandel sind es die Amerikaner, die die Märkte nach oben leiten. So gesehen, eine recht ausgeglichene Situation also - wären da nicht die längerfristigen Budgetprobleme und der Arbeitsmarkt, der sich nur schleichend positiv entwickelt. Da diese Situation insgesamt als problematisch zu werten ist, konnte Gold seinen Weg in Richtung All-Time-Highs fortsetzen - wenn auch nicht geradlinig.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Meinungen zu diesem Blog!
Auf eine erfolgreiche neue Handelswoche!

Euer Gerhard Pilz
TASK INVEST AG

Sonntag, 29. August 2010

Das Ferienende wurde eingeläutet

Ich war mir nicht sicher, ob ich diese Marktbeurteilung mit 'weit gefehlt letzte Woche' einleiten sollte, aber nach Durchsicht meines Blogs von letzter Woche finde ich, waren doch genügend Hinweise darauf gegeben worden, dass die Marktsituation nicht ganz klar und übersichtlich war.

Nochmals muss ich betonen, dass ich diesen Blog am Beginn einer neuen Handelswoche schreibe, also nur einmal pro Woche. Kunden der TASK INVEST AG erhalten jedoch SMS Updates und wussten daher auch, dass der Mittwoch letzter Woche recht signifikante Bewegungen mit sich brachte, die entscheidend für die Handelstage am Ende der Woche waren.

Der erste Hinweis darauf, dass die Trendsituation nicht mehr eindeutig ist, brachte ein Candlestick Reversal Tag bei den Bonds. Fast 137 erreicht und die Drehung kam. Die Aktien folgten dieser Drehung nicht in der Stärke, wie das bei echten Drehungen nun mal gut gewesen wäre. Also war Vorsicht weiterhin angesagt. Der nächste Hinweis kam vom Ölmarkt. Er konnte die runde 70 Dollar Marke nicht unterschreiten. Alles passte also nicht zusammen, obwohl die technischen Hinweise überwältigend waren und daher wurden diese auch von mir nicht übersehen.

Die fundamentalen Hinweise gibt es aber auch heute noch nicht, weder dafür, dass die Bonds nun bereits auf einem Preis über 3 Punkte niedriger als am Mittwoch stehen, noch dafür, dass der US Aktienmarkt und Öl am Freitag eine tolle Rally hinlegten.

Was erwartet uns also in der kommenden Woche.

Es wäre Unsinn zu glauben, dass das Reversal der letzten Woche im Angesicht der betrüblichen ökonomischen Daten der USA einfach übergangen werden kann. Also sollten wir uns geistig zumindest am Beginn dieser Woche darauf einstellen, dass der begonnene Trend der letzten Woche etwas gefestigt wird. Das würde bedeuten, die Aktien werden noch etwas nach oben wandern, die Bonds noch etwas nach unten, obwohl ich hier doch leichte Korrekturen zur Bewegung am Freitag erwarte.

Und die Währungen - hier sehe ich doch etwas klarer. Der Dollar dürfte dem Druck der problematischen US Wirtschaftsdaten doch nicht ganz gewachsen sein. Risk Aversion Trades dürften sich etwas auflösen. Der Swissie hat die Chance gegenüber dem Euro etwas nachzugeben und der Yen wird unter dem Druck der japanischen Wirtschaftsdaten und den nun ganz klar ausgesprochenen Drohungen direkter Währungsinterventionen leiden.

Der Euro schwächelt aber ebenfalls, daher waren seine Aufwärtsbewegungen nicht sehr überzeugend. Man fragt sich, wie eine Währung steigen soll, wenn die Probleme von Irland, Griechenland, Spanien und Portugal so vielfältig sind, dass keiner wirkliche Lösungen für die Finanzprobleme dieser Länder bereit hat. Und da wäre ja noch Ungarn. Was wird dort passieren? Die Antwort auf die Frage nach einer Zunahme des Eurowerts gegenüber dem Dollar scheint im Moment einfach zu sein: die leidenden US Wirtschaftsdaten werden als das größere Übel gesehen, also sollte der Euro vorerst auch mehr Potential haben als der Dollar.

Das Reversal letzter Woche ist also dem Überbegriff 'Prinzip Hoffnung' unterzuordnen. Hoffnung, wie es der FED Chairman am Freitag ausgedrückt hat, Hoffnung darauf, dass die US Wirtschaft zumindest bis ins erste Quartal 2011 doch signifikantere Verbesserungen erleben wird als bisher.

Ich werde kein Spielverderber sein: Am Beginn der Woche werde ich den US Aktienmarkt alles Gute wünschen und seiner Downside nur korrektive Preisverminderungen einräumen. Dem Euro und dem Pfund sowie dem Aussie Dollar gestehe ich höhere Preise zu. Aber, und das betone ich hier, solange die Situation nicht auch durch fundamentale Daten untermauert wird, werde ich im besten Fall vorsichtig nach oben hin agieren. Öl bleibt Fokus meines Handelsinteresses: 76,80 bis 77,50 Dollars ist mein erstes Preisziel hier.

Vielleicht noch ein Wort zum berühmten Hindenburg-Omen. Ein wichtiger Kunde der TASK INVEST AG meinte vor 2 Wochen, ich sollte mich mit diesem berühmten Omen, welches in den letzten Wochen die Headlines vieler Medien beherrscht hat, beschäftigen. Beschäftigt habe ich mich tatsächlich damit; und habe meinem Kunden dann mitgeteilt, er solle an seinem Geburtstag einen Liter Whiskey trinken, danach einer weissen Linien entlanggehen und jede Abweichung seines Schrittes nach links oder rechts als erstzunehmenden Hinweis auf die zukünftige Richtung des US Aktienmarktes sehen. Es gibt ja wirklich die absurdesten Theorien und nicht jede Theorie - auch wenn sie noch so viele Medien aufgreifen - hat Substanz. Ein CNBC Reporter fragte vor 2 Tagen einen Kollegen on-air 'hast Du schon jemals von diesem Hindenburg-Omen gehört, von dem jetzt alle schreiben'; sagte der andere 'ganz ehrlich, Nein, noch nie bevor ich darüber im Wallstreet Journal gelesen habe'. Der Markt hat dem Spuk des Hindenburg-Omens jedenfalls Freitag seine Rechnung präsentiert: Rally und Tschüss dem Hindenburg-Omen.
Natürlich könnte der Aktienmarkt im September und Oktober saisonal wie so oft auch nach unten gehen, aber bitte lassen wir die Omen nicht Teil eines Kapitalmarktes werden, welcher unser ökonomisches und finanzielles Befinden wesentlich mitbestimmt.

Aus der Bergwelt des Bregenzerwaldes schicke ich Euch 'liebe Grüße' und ich wünsche uns allen eine profitable Handelswoche!

Euer Gerhard

Montag, 23. August 2010

Die letzte Augustwoche

Guten Morgen!

An diesem Montag Morgen gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Der Euro hat am Freitag seine Trading Range verlassen und damit seine relative Schwäche nochmals allen, die es nicht wahrhaben wollen, klar gemacht. Diese Schwäche manifestiert sich nicht nur gegenüber dem Dollar sondern auch gegenüber Swissie und Yen.

Auf der anderen Seite könnte man auch sagen, trotz des dramatischen Einbruchs des Euros vor 2 Wochen, konnte der Dollar nicht wesentlich aufzeigen in der Woche danach. Diese Entwicklung hat natürlich auch sehr viel mit der Ferienzeit und mit dem relativ unbedeutenden ökonomischen Datenfluss zu tun, der auch diese Woche auf der leichten Seite sein wird.

Nichtsdestotrotz konnte der Euro nicht einmal 1,30 wieder erreichen, was von vielen Analysten am Beginn der letzten Woche ins Auge gefasst worden war. Die Entwicklung dieser Woche hat vor allem charttechnisch eine gewisse Bedeutung, da das Monatsende eingeläutet wird.

Sentiment ist eindeutig pro-Dollar – wie sich das jedoch preistechnisch darstellen wird, ist nicht abzuschätzen. In einem leichten Markt war der Euro trotz der deutlichen Schwäche Freitag Morgen am Nachmittag nicht in der Lage dem Trend des Tages zu folgen, sondern hat sich in den letzten Stunden erholt. Dort, wo wir Freitag aufgehört haben, dort stehen wir auch Montag Morgen – mit einer Ausnahme: Der Yen hat über Nacht wieder signifikant zugelegt. Ein Zeichen, dass die Risk Aversion Trades weiterhin die Lage beherrschen. Also: Starker Swissie, Starker Yen, Starker Dollar.

Gold hat am Ende der Woche wieder etwas Schwäche gezeigt und persönlich bin ich von dieser Rally im Gold einfach überhaupt nicht überzeugt. Ich wage sogar zu sagen, dass dies eine sogenannte ‚Sucker’s Rally‘ werden könnte: Unermüdliche Goldkäufer werden hineingezogen, obwohl Shortpositionen aufgebaut werden. Nur meine ganz persönliche Annahme, obwohl ich im Moment als Zielpreis ein neues Hoch zwischen 1250 und 1300 nicht mehr ausschliessen kann.

Die Vorschauen für den US Aktienmarkt bleiben problematisch. Das technische Bild ist auch nicht berauschend. Und auch Öl könnte unter dem Druck einer nicht weichenden Krise eher nachgeben als anziehen.

In diesem Sinne beginnen wir eine neue Tradingwoche bei gedämpften Aussichten aber schönem Wetter.

Auf gute Profite!
Euer Gerhard

Sonntag, 15. August 2010

Überraschung - oder doch keine?

Auszug aus meiner Markteinschätzung letzten Sonntag: ‚ Für die ersten Tage der kommenden Woche gilt wohl, dass der Euro vielleicht doch einige Tage der Korrektur oder der Konsolidierung einlegen wird. Ein neues Hoch, egal wie marginal es sein wird, wäre der ideale Zeitpunkt auf diese Korrektur zu setzen.‘ Das war eine klare Festlegung in keinem Fall ‚long‘ zu gehen!

Und, das war wohl der alles entscheidende Satz meines Blogs letzte Woche. Ein neues marginales Hoch wurde leider nicht erreicht, daher waren meine Einstiegsversuche auch recht zögerlich. So wie fast alle technischen Vorhersagen bei 133 versagt haben, so haben fast alle damals beim Low von 118 ebenfalls versagt. Die Lehre aus dieser Geschichte ist einfach. Ein Trendwechsel passiert dann, wenn der Markt unvorbereitet ist! Aber wo stehen wir nun?

Wir haben in den letzten Monaten nur eines aus den Währungsbewegungen gelernt : Fundamentale Erklärungen für Marktbewegungen sind gut und haben oft ihre Richtigkeit, aber im Grunde werden die Märkte vom Sentiment der Marktteilnehmer getragen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Euro bei fast perfekten europäischen GDP Daten für das 2. Quartal am Freitag nach unten ging? Es gibt keine Erklärungen; der Markt hat gedreht und das Ergebnis ist ein steigender Dollar. RISK DIVERSION TRADES heisst die neue Einschätzung; aber wie kann man auf den Dollar setzen, wenn die USA mit Megasbilanzdefiziten aufwartet und zusätzlich das Zinsdifferential für die europäischen Währungen spricht. Erklärungen für Bewegungen gibt es also viele, aber getrieben wird der Markt wie schon erwähnt vom SENTIMENT der Marktteilnehmer. Blicken wir also auf die ersten Monate des Jahres und versuchen wir die letzten 2 Monate als Korrektur des Trends zu sehen, dann müssen wir auf den Dollar setzen. Glauben wir aber, dass die Megadefizite der USA dieses Land vor weitere unlösbare Aufgaben stellen wird, dann müssen wir auf den Euro setzen. Um diesen schwierigen Fragen aus dem Weg zu gehen, müssen wir als Traders vorläufig nur die kurzfristige Situation näher beleuchten und uns Woche für Woche nach vorne tasten.

Tatsache ist, dass der Euro am niedrigsten Punkt der Woche geschlossen hat. Daraus schliessen wir, dass es nächste Woche niedrigere Preise geben wird – ob diese niedrigeren Preise am Wochenbeginn, zur Wochenmitte oder am Wochenende da sein werden, das kann vorläufig niemand sagen. Tatsache ist auch, dass die stündlichen Charts schon ziemlich niedrig sind. Tatsache 3 ist, the trend is your friend! Vorläufig geht der Trend nach unten, 127,40 ist ein relativ kritischer Support – von hier könnte der Markt versuchen eine Countertrendrally zu starten, 130,50 sollte diese Woche nach oben hin den Euro begrenzen. Wichtig ist es am Montag zu beobachten, ob der Markt GAP-DOWN (mit einem Loch gegenüber dem Freitag-Schlusspreis) öffnet. Sollte so ein potentielles Preisloch am Ende des Montags nicht geschlossen sein, dann spricht man von einem möglichen Run-Away-Gap und höchste Vorsicht bei Käufen ist geboten.

Aber da wäre noch das wöchentliche Chart – es hat einfach noch nicht gedreht und daher – leider – könnte die Bewegung der letzten Woche, so volatil sie auch gewesen ist, nur eine Korrektur der Aufwärtsbewegung der letzten 2 Monate sein.
Die Situation ist diesmal definitiv verfahren! Jeder Trade muss daher gut überlegt sein und man muss sehr kurzfristig denken. Da der Trend vorläufig nach unten zeigt, ist es sicherlich besser, bei guten Preisen zu verkaufen anstatt zu kaufen.
Das sind die Überlegungen eines Traders vor Beginn der neuen Handelswoche. Lese ich das, dann bleibt mir nur eines übrig – When in doubt, stay out!

Gold war wohl der Gewinner der Woche. Die Unsicherheiten der Finanzwelt haben Gold wieder über 1200 getrieben. 1220-1225 werden kritische Resistenzpunkte werden. Wie ich schon letzte Woche ausgeführt habe, die Rally der letzten Wochen ist nicht sehr Preis-effektiv. Daraus lässt sich jedoch noch nicht schliessen, dass Gold nicht bereit ist, früher oder später nach oben zu beschleunigen. Wer mich kennt, der weiss jedoch, dass ich es persönliche nicht in Erwägung ziehe, dieses Produkt auf diesem Preisniveau zu kaufen. Aber das war ich auch nicht bei Öl als Öl 100 Dollars pro Barrel erreicht hatte. Wenn ein Trend etabliert ist, dann kann man nie sagen, was der höchste Preis sein wird. Was ein Trader aber auf alle Fälle weiss, das Preisniveau von Gold ist hoch und hohe Preise versucht man eher zu verkaufen als zu kaufen!

Ich weiss, das waren weniger Analysen als ‚live‘-Trading-Überlegungen. Aber meine Kundengespräche haben mir gezeigt, dass viele von Euch eher langfristige Investmentstrategien verfolgen oder auch kennen. Die heutige Zeit, mit ihren schnellen Veränderungen, die braucht aber Investoren, die sich immer wieder und sehr flexibel auf neue Situationen einstellen können. Früher ist man zur Bank gegangen, hat einen Kredit über 20 Jahre für die Finanzierung seines Hauses unterschrieben, und man hat einen Job gehabt, der die Rückzahlungen des Kredits meistens über die volle Laufzeit abgesichert hat. Heute gibt es Personalleihfirmen, die Arbeitskräfte für 2 Wochen, 3 Monate, 3 Jahre verleihen, …. , heute reagiert ein Betrieb bei Auftragsrückgängen sofort mit Kündigungen. Es gibt daher weder die Sicherheit, dass der ‚Hauskredit‘ in 3 Jahren noch bedient werden kann, noch, dass bei Fremdwährungskrediten zum Beispiel sowohl das Fondansparungsmodell als auch das riskante Währungsgeschäft über die Laufzeit des Kredits funktionieren wird.
Jetzt blicken wir noch auf die wohl interessantesten Chartkonstellationen der kommenden Woche - mit einer gewissen Skepsis, aber auch mit dem Wissen, dass Gewinne möglich sind.

Die US Aktienmärkte und Öl – derzeit handeln diese 2 Produkte fast im Gleichklang - zeigen Schwächen und es wird an uns liegen, herauszufinden, ob diese Schwächen strukturell oder nur korrektiv sind. Hier gibt es jedenfalls eine klare Tendenz meinerseits ‚short‘ zu gehen (zu verkaufen). Die 30-jährigen Longbonds haben dagegen massiv zugelegt und am Wochenhoch geschlossen – werden die Zinsen dieses Woche weiter sinken? oder gibt es doch Gründe dafür, dass die Zinsen zumindest leicht anziehen können?

Fragen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können, daher muss man in der kommenden Woche mit einem gewissen Respekt an die Arbeit gehen. Die Richtung kennen wir, da die letzte Woche sehr klare Vorgaben gebracht hat – jetzt gilt es, aus dieser etwas unklaren Marktsituation mit ‚klaren‘ Richtungen, Profite zu erwirtschaften!

PS: Ich muss Euch – alle Leser dieses Blogs – klar darauf hinweisen sein, dass der neue Blog immer am Wochenende herauskommt. Spätestens Dienstag Abend könnte und müsste ich - rein technisch gesehen - eine neue Marktbeurteilung schreiben. Da wir bei TASK INVEST aber nicht im Newslettergeschäft sind, gibt es keinen Updateblog während der Woche. Dafür gibt es Kunden-News-Alerts per SMS, die Euch über die neuesten Marktentwicklungen informieren. Diese Blogs sind auch keine Aufforderung Buy oder Sell Positionen selbst zu initiieren, da dies zu unabsehbaren Verlusten führen kann!

Auf eine gute neue Handelswoche!
Euer Gerhard

Sonntag, 8. August 2010

Markteinschätzungen

Die Woche in Rhodos ist so schnell vorbeigegangen, dass das warme Meer nur mehr ein Gedanke im Hinterkopf ist. Trotzdem - es war erholsam - und vor allem, man hat wieder eine Distanz gewonnen zu den täglichen Ups und Downs der Märkte.

Freitag war es aber wieder soweit - die US NFP (Non Farm Payroll) Daten haben die problematische Situation der US Wirtschaft unterstrichen; und das, obwohl viele Trader so sehr gehofft hatten, dass bessere Daten als erwartet den US Dollar Trend etwas korrigieren würden.

Aber das Gegenteil war der Fall und die endlose Zahl von immer neuen Dollar Tiefs hat sich fortgesetzt. Montag's Runaway Gap hat sich also bestätigt und damit wurde nochmals unterstrichen, dass der Trend ziemlich stabil ist. Nichtsdestotrotz, da es bisher keinen Retest des Lows gegeben hat, fehlt uns irgendwie die Chartstabilität dieses Trends. Also muss man rein theoretisch davon ausgehen, dass die derzeitige Bewegung sich wahrscheinlich irgendwann totlaufen wird. Als extreme Möglichkeit dafür habe ich mal die Gegend von 1,40 bis 1,42 gespeichert. In der Realität blicken wir vorerst auf die Gegend rund um 1,35 was den Euro betrifft.

Für die ersten Tage der kommenden Woche gilt wohl, dass der Euro vielleicht doch einige Tage der Korrektur oder der Konsolidierung einlegen wird. Ein neues Hoch, egal wie marginal es sein wird, wäre der ideale Zeitpunkt auf diese Korrektur zu setzen. Wichtig für die weitere Entwicklung des Euros wird die Veröffentlichung der GDP (Gross Domestic Product) Daten des 2. Quartals sein. Sollten diese nämlich die Expansion der Eurowirtschaftszone, insbesonders Deutschlands, bestätigen, dann wird wohl der Zeitpunkt eines Tests von 1,35 nicht ferne sein.

Auch erwähnenswert ist der 8-tägige Bullrun von Gold. Das letzte Mal gesehen im November vorigen Jahres. Man könnte davon ausgehen, dass Gold bereits neue Hochs anpeilt, aber es gibt doch einen kleinen Hacken an diesem Runup: Im November konnte Gold im gleichen Zeitraum 8% zulegen, diesmal nur 3,8%. Damit ist diese Bewegung vorläufig auch nur eine Countertrendbewegung zum Golddebakel des Monats Juli. 1220 ist vorläufig für mich ein Zielpreis, bei dem es sich lohnen würde Shortpositionen zu versuchen. Nichtsdestotrotz, man muss auf Grund der komplizierten weltweiten wirtschaftlichen Situationen immer wieder die Möglichkeit ins Auge fassen, dass Gold als Risikodiversifikationsinstrument nochmals gebraucht werden wird.

Eine schwierige Woche steht uns also bevor - der Dollarindex ist in einem kritischen Gebiet eingetroffen - Korrekturen sind möglich - der Trend bleibt vorerst jedoch intakt.

Und was werden die US Aktienbörsen machen, insbesonders nachdem die Investoren am Freitag Abend die negativen Wirtschaftsdaten wieder einmal einfach abgeschüttelt haben und im Zuge der vorhersehbaren Zinsentwicklung auf höhere Renditen bei Aktien gesetzt haben?

Es bleiben also viele Fragen offen, heute am 8. August 2010. Wir werden diesmal am Beginn der Woche auf Korrekturen des Euros setzen und dann die GDP Daten abwarten.

Liebe Grüße und bis nächste Woche
Euer Gerhard

Sonntag, 25. Juli 2010

Standortbestimmung 25. Juli 2010

Eigentlich sollte ich diese Woche keine Vorschau schreiben – dafür gibt es zwei Gründe:
- die Vorschau vom 17. Juli ist eigentlich inhaltlich noch immer gültig
- ich bin so gut wie auf Urlaub (meine Tochter ist aus Hong Kong auf Besuch und am Donnerstag geht es für eine Woche nach Rhodos).

Also könnte man den jetzigen Zeitpunkt als Ruhepause betrachten. Wenn man sich auf einer Bergtour befindet, dann sucht man sich für Ruhepausen den richtigen Ort aus …. Ein großer Stein zum Sitzen, von dem ein guter Ausblick ins Tal möglich ist – und man die Gedanken ordnet ….

Diese Ruhepause mitten im Jahr sollten wir dafür benutzen, eine Standortanalyse durchzuführen. Dafür möchte ich mir den Euro näher ansehen:
Im ersten Quartal hat sich die Meinung durchgesetzt, dass der Euro schwächer werden muss. Gründe dafür gab es verschiedene: die US Wirtschaftsdaten sind vergleichsweise mit den europäischen positiver gewesen und haben die Vermutung nahe gelegt, dass US Zinsen steigen könnten. Die Finanzierungskrise von Griechenland und in weiterer Folge anderer EU Staaten hat dem Markt eine mögliche Abwertung des Euros nahegelegt.

So ist es dann auch gekommen. Die Talfahrt von 1,40 bis 1,20 war eher rasant und alle Wirtschaftsdaten, die in dieser Zeit veröffentlicht wurden, haben die Entwicklung nur forciert. Bei 1,19 kam dann die eher überraschende Wende. 1,25 aber auch 1,28 waren damals noch realistische Gegenbewegungsziele.

Doch die Gegenbewegung hat sich verselbständigt. Der Grund dafür liegt in einer breit angelegten Dollar Schwäche. Die US Wirtschaft wächst doch nicht so, wie man sich das vorgestellt hat; die Arbeitslosensituation hat sich zwar leicht verbessert, aber ist nicht wirklich Vertrauens-bildend. Man ist weit weg von Zinsanstiegen wie es scheint, wodurch sich auch das Zinsdifferential zum Euro nicht verändert.
Aber da bleibt die Finanzierungskrise, die sich noch auf Ungarn und wer weiss, vielleicht auch auf andere Staaten ausdehnen könnte. Ein ziemlich problematisches Bild.

Diese Woche kommt noch dazu, dass Nordkorea einen nuklearen Schlag angekündigt hat – man weiss nicht, wie ernst solch eine Bedrohung, die die Welt - insbesonders Asien - innerhalb von Stunden verändern könnte, zu nehmen ist.
Und da ist noch die schwierige wirtschaftliche Situation Chinas, die alle möglichen Fragezeichen aufwirft.

All diese Punkte favorisieren einmal diese Währung, einmal die andere. Das größte Problem für den Euro im Moment ist aber die Finanzierungskrise, weil diese vielleicht nicht kurzfristig, aber dafür längerfristig vorerst ungelöst bleibt und wie ein Damoklesschwert über dem Euro hängt.

Die Gewinner bleiben Hochzinswährungen auf der einen Seite und Währungen, die ein sicheres Umfeld bieten wie z.B. der Schweizer Franken.

Kriege, Kosten, fragwürdige Wirtschaftsdaten – das ist die USA im Moment; und der Aufschwung des US Dollars war somit limitiert und man muss sich fragen, ob die derzeitige Dollarschwäche – eine Systemschwäche – nicht bis zum Jahresende anhält?

Aber Systemschwäche zeigt eben auch der Euro. Was übrig bleibt sind technische Beurteilungsmöglichkeiten. Der Euro hat vorige Woche die Triple-Zero Zahl 1,3000 nicht durchbrechen können, aber der Euro hat auch nicht wirklich Schwäche gezeigt und 1,2750 hat sich als unüberwindbar nach unten erwiesen.

Über das Wochenende hatte man Zeit, die Stresstestergebnisse wirklich zu analysieren. Da wird man erkennen, dass nicht alles so rosig aussieht wie es im ersten Moment erschienen ist.

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse:
1,2750 bis 1,3000 wird zur Tradingrange – vorerst gebe ich einem Bruch von 1,3000 eine 75%ige Chance in der nahen oder etwas ferneren Zukunft. 1,3250 zu überwinden wird aber in der nahen Zukunft nicht einfach werden. Das heisst, ich setze darauf, dass der Euro sowohl das Jahreshoch als auch das Jahrestief bereits gesehen hat.
Der Schweizer Franken dagegen aber auch der Aussie Dollar und der Britische Pfund sind die Währungen, auf die ich bei Aufwärtsbewegungen setzen würde.

In diesem Sinne – Einen schönen Urlaub – nächstes Wochenende gibt es keinen Update!

Bis im August!

Euer Gerhard

Samstag, 17. Juli 2010

Marktbeurteilung 17. Juli 2010

Samstag, 17. Juli – ein Tag an dem ich meine eigene Vorschau von letzter Woche feiern muss. Der absolute Vorschauvolltreffer letzte Woche ist mir wohl mit dem Euro/Swissie Cross gelungen, aber auch die anderen Vorschauen können sich durchaus sehen lassen.

Bleiben wir mal beim Euro – News Networks und financial Forecasters sprechen vom Turn des Euros. 1,30 ist erreicht – eine 000 (Triple-Zero) Zahl ist grundsätzlich nicht leicht zu brechen, aber ich gehe davon aus, dass der Bruch passieren wird und wir das vorläufige Zielgebiet 1,31 bis 1,32 erreichen werden. Was könnte kommende Woche dieser Vorschau im Wege stehen – eigentlich nur eines … Die Publizierung der Ergebnisse des Bankenstresstests am 23. Juli. Diese Publizierung könnte zwei Dinge auslösen, den Einbruch nach einer weiteren Rally, oder die Rally nach dem Einbruch. Im Moment würde ich sagen 1,28 bis 1,32 könnte die Range der nächsten Woche sein – mehr lässt sich im Moment wohl nicht sagen. Aber es gibt Optimisten unter den Industry-Leaders: 1,35 oder sogar 1,40 ist im Munde der Trend-Analysten. Nichts ist abwegig, jedenfalls zeigen die longer-term Charts klar nach oben. Aber nach oben heisst nicht, dass es nicht Einbrüche geben kann und wird. Das Low des Jahres 2010 scheint mit 1,18 vorläufig unantastbar.

Und was hat diese Entwicklung herbeigeführt? Der Markt wird zur Zeit nicht von Gefühlen (Sentiments) getrieben, sondern von den harten wirtschaftlichen Daten, die wir aus den USA jeden Tag serviert bekommen – diese negative Serie hat mit den Retail Sales Zahlen begonnen und wurde diese Woche von allen publizierten Wirtschaftsdaten bestätigt. Nicht einmal die generell hervorragenden Quartalszahlen der führenden gelisteten US Firmen konnten im Endeffekt verhindern, dass sich die Marktteilnehmer mit einer – nennen wir es - schwierigen Phase der US Wirtschaft diesen Sommer auseinandersetzen müssen.

Die überfällige Korrektur des US Aktienmarktes hat somit Donnerstag, Freitag – ja es war nicht der Dienstag oder Mittwoch – begonnen. Also wird am Beginn der nächsten Woche 10,000 Dow einen weiteren Stresstest zu bestehen haben. Noch hält dieser Meilenstein! Charttechnisch ist es sowohl möglich, dass es weiter nach unten geht, aber auch eine laterale Konsolidierung ist durchaus realistisch. Die Range Expansion am Freitag mit Minus 260 Dow Punkten war aber sicherlich nicht Vertrauen erweckend.

Nachdem 1,300, 1,500, 3,000 aber auch 5,000 Dollars pro Feinunze Gold immer wieder im Raum gestanden sind, sehe ich bei den Gold-Forecastern auf einmal Zahlen wie 850 bis 950 Dollars als nächste Zielpreise. Persönlich war ich immer der Meinung, dass 1,200 ein toller Verkaufspreis ist, und jeder der sein Gold nicht als Schatz betrachtet, sollte sich hier vom gelben Metall verabschieden. Die Verkaufsaktivitäten der letzten Wochen gefallen mir aber trotzdem nicht besonders, da Marktteilnehmer bei größeren Preisverlusten sofort wieder versuchen das goldene Edelmetall aufzukaufen (womit die relativ hohe Volatilität erklärt ist). Aber, was nocht nicht ist, kann ja noch werden. Ein Bruch von 1170 bis 1150 könnte zu einer Beschleunigung nach unten führen. Im Hinterkopf habe ich aber immer noch - oder immer wieder - die europäische Finanzierungskrise und die disaströsen US Wirtschaftsdaten; und man wird den Gedanken nicht los, dass die Krise jederzeit wieder kommen könnte, und die wäre in jedem Fall bullish für Gold. Aber die 2010er Krisen könnten auch hinter uns sein, und der Goldhandel wird technisch überschaubar. In diesem Fall – 900 Dollars pro Feinunze … wir kommen!

Die US Notenbank hat mit Bestimmtheit kundgetan, dass US Zinsen längerfristig keine Chancen haben nach oben geschraubt zu werden. Darauf hat der Bondmarkt nach seinem 126iger Hit reagiert und die Woche wieder bei 128 geschlossen. Ein oder mehrere neue Hochs sind nicht ausgeschlossen, werden aber ganz grundsätzlich wohl von der Entwicklung des Aktienmarktes diktiert werden. Betrachten wir also vorläufig 130 als nächsten realistischen Zielwert.

Die nächsten 2 Wochen werden bei mir eher durch passives Handeln gekennzeichnet sein … Mein Tochter Claudia kommt mich aus Hong Kong besuchen und dann geht es ab in den Urlaub nach Rhodos. Große Gelegenheiten werde ich versuchen zu identifizieren … andere werde ich auslassen. Viele von Euch werden die nächsten 2 bis 4 Wochen wohl auch am Meer, in den Bergen, …. , verbringen - also im Urlaub sein … denen wünsche ich viel Spass und gute Erholung!

Bis nächste Woche!
Euer Gerhard

Sonntag, 11. Juli 2010

Marktbeurteilung 11. Juli 2010

Das Ergebnis der heissen Tage gepaart mit dem Stress einer anstrengenden Arbeitswoche - eine kleine Sommergrippe - hätte man vielleicht voraussehen können; nun - wo sie da ist - muss man sich wie in vielen anderen Situationen im Leben darauf einstellen und kurzfristig reagieren.

Mit dieser Einleitung ist mir wohl der Übergang zum heutigen Thema gelungen: Der Aktienmarkt hat meiner negativen Grundeinstellung getrotzt und hat aus der 4th-of-July-Rally ein wahres Feuerwerk gemacht. Gut ist es in solchen Situationen, dass man auf 20-plus-Jahre Handelserfahrung zurückblickt und weiss, dass man nach dem 4. Juli nicht short sein sollte. Ich war also nicht short aber auch nicht long - when in doubt stay out.

Aber die anderen Vorschauen der letzten Woche waren vorbildlich: Bonds sind auf 126 zurückgekehrt. Euro hat das Tief 124,80 aber auch das Hoch zwischen 127 und 127,90 erreicht. Das Gold hat den Versuch nach unten gemacht aber am Ende der Woche hat Gold wieder die Zugluft des Aktienmarktes dazu verwendet sich zu verbessern. Das Gleiche gilt für Öl.

Seit 24 Stunden überlege ich und studiere die Charts, um herauszufinden, wie sich die nächste Woche entwickeln könnte. Aber die große gewinnbringende Idee ist mir bis jetzt nicht gekommen.

Eines ist klar - Der Währungstrend ist 'Dollar bearish'. Aber, und das könnte das Los der nächsten Woche sein, der Trend könnte sich nicht so offensichtlich manifestieren, wie dies bisher geschehen ist, da sich die Währungen vielleicht nur gegeneinander neu orientieren, bzw. Adjustments machen.

Da bietet sich einmal ganz offensichtlich der Schweizer Franken an. Während der Trend ein ganz starkes Bild des Schweizer Franken gegenüber dem Dollar und dem Euro zeichnet, ist es zunehmend klar, dass die Rally gegenüber dem Dollar in einem vorläufigen Zielbereich ist, dieser Zielpreisbereich aber durchaus Raum für neue Hochs lässt. Ich würde trotzdem in diesem Preisbereich, in dem wir uns zur Zeit befinden nur Countertrade Taktiken verwenden. Kurzum, ich erwarte z.B. gegenüber dem Euro einen Hit im Bereich 1,35 - 1,36 nach oben hin. Ob wir vorher nochmals das Schweizer Franken Wert-High bei 1,30 testen, kann ich nicht sagen. In jedem Fall ist Konsolidierung angesagt. Das Gleiche gilt für den USD/CHF. Obwohl 100 bis 150 Punkte nach oben hin noch drinnen sein könnten, sollten wir bald auch 0,93xx iger Preise sehen.

Der Euro hat unser vorläufiges Zielpreisgebiet auch erreicht - klar bleibt aber, dass eine potentielle Head-Shoulder Formation höhere Preise fordern wird. Die Finanzierungskrise ist aber nicht vom Tisch, jedoch bieten sich die Sommerferien als gute Konsolidierungsphase an, da gerade Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal bedingt durch den Tourismus in keine wesentlichen Finanzlöcher fallen sollten. Im Falle des Falles könnte also auch ein Preis wie z.B. 1,3090 erreicht werden.

Der US Aktienindex wird im Laufe der Woche ein Korrektur des stündlichen Charts durchlaufen müssen, aber schön langsam reift bei mir der Gedanke, dass eine Seitwärtskorrektur wahrscheinlicher wird als der Double Dip. Dem entsprechend sehe ich Öl im Bereich von 77 Dollar nur als kurzfristige Verkaufsoption.

Ganz allgemein gesprochen sind all diese Vorherschauen keine Gelegenheiten, Euch Investmenteinstiege mit hohem Potential vorzustellen.

Damit ist wohl klar gesagt, was zu tun ist - die Sonne, das Meer oder das Schwimmbad sollte man geniessen und die Kurse sollte man beobachten. Meine Aufmerksamkeit wird dem Öl und dem Schweizer Franken gelten. Die Bewegung von Gold im Bereich von 1225 bis 1234 muss man im Auge behalten. Von dort könnte es Einbrüche geben. Aber diese Woche könnte auch nur reines Range-Trading bringen. Wie hoch die US Aktien am Montag oder möglicherweise noch am Dienstag gehen - das sollte uns aber alle interessieren!

Viel Spass in der kommenden Handelswoche wünscht Euch
Gerhard

Sonntag, 4. Juli 2010

Marktbeurteilung 4. Juli 2010

Technisch gesehen hat die letzte Woche eine Überraschung gebracht. Der Euro hat sich zurückgemeldet und hat technisch eine reversed Head Shoulder Formation erarbeitet. Damit ist der Grundstein für eine Erholung des Euros eigentlich gelegt. Unterstützt wurde diese technische Formation von grundlegend negativen Wirtschaftsdaten in den USA. Natürlich ist die Finanzierungskrise in Europa damit nicht unter Kontrolle, aber die US Wirtschaftsdaten legen eine sogenannte Double Dip Rezession in den USA gedanklich nahe.

Technisch gesehen erwarten wir daher höhere Preise im Euro. Erster Zielpreis ist ganz klar 126,50, Zielarea 2 liegt zwischen 127 und 127,90. Damit wissen wir also, was kommende Woche zu erwarten ist. Schwieriger wird es sein, den niedrigsten Preis der Woche festzulegen. Vorläufig würde ich annehmen, dass zwischen 124,00 und 124,50 genügend Support sein sollte um Rückschläge aufzufangen, aber auf Grund einer volatilen Situation könnten auch niedrigere Preise möglich sein. Basierend auf stündliche Chartsl liegen 'Three runs to the top' vorläufig in der Luft. Sollte also Montag sofort ein neues Hoch angepeilt werden, dann würde ich in der Gegend von 126,50 bis 127 ganz klar short gehen. Bedingt durch den Feiertag in den USA könnte es Montag aber zu einem reinen Range-Trading kommen, wobei die Range mit 126plus bis 124,80 klar vorgegeben ist.

Der Verlierer der Woche war GOLD. Der technische Druck ist einfach zu gross geworden und es wäre sinnlos hier lang fundamentale Gründe zu suchen. Das mögliche Ende einer 5. Welle nach oben war klar sichtbar und obwohl der Einbruch aus einer relativ harmlosen Topsituation gekommen ist, womit das endgültige Ende der Rally eben nicht klar kommuniziert wurde, so sind die Charts definitiv nun vorläufig bearish. Auf der anderen Seite war es ein problematisches Zeichen für die Gold Bears, dass man am Tag nach dem Einbruch sofort wieder positiv geschlossen hat. Nichtsdestotrotz, 1180 liegt nun in der Luft und nach diesem Hit kann man erst weiterreden. Also würde ich Gold diese Woche bei höheren Preisen - vorläufig ist 1225 mein Zielpreis - verkaufen.

Der Aktienmarkt ist technisch gesehen unter Totaldruck und mit ihm geht es auch dem Öl recht schlecht. Über 20 Jahre Tradingerfahrung würden es mir aber nicht erlauben, Aktien am Dienstag zu verkaufen. Kaum in der Geschichte von Aktienbewegungen ist es am ersten Handelstag nach dem 4. Juli Feiertag zu einer Minusperformance gekommen. Obwohl ich es nicht ausschliesse, dass wir den Dienstag Minus beginnen oder auch absacken, so würde ich ohne massive Marktneuigkeiten davon ausgehen, dass sich der Markt am Dienstag erholen könnte. Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes in den USA wird aber von entscheidender Bedeutung sein für die Zukunft des Aktienmarktes. Die Freitagzahlen waren MIXED. Eine Verbesserung der Gesamtarbeitslosenzahlen und die negativen Non Farmpayrolldaten haben sich irgendwie gegenseitig aufgehoben. Jedoch, bohrte man tiefer in die Arbeitslosenzahlen, dann war das negative Bild vorherrschend. Es wird auf alle Fälle spannend, spannend auch deswegen, weil die Entwicklung der Aktienmärkte global gesehen werden muss.

Auch der Bondmarkt war für mich von großer Bedeutung letzte Woche. Hier gehe ich mal davon aus, dass wir nach unten das 126 Preisgebiet wieder erreichen können - dann wird es aber schwierig, Vorausschauen zu treffen.

In diesem Sinne beobachten wir in der kommenden Woche verstärkt US Treasury Bonds, Gold, den Euro, den Swissie aber auch die Aktienmärkte ganz allgemein.

Alles Gute beim Handeln!
Gerhard