Sonntag, 4. Juli 2010

Marktbeurteilung 4. Juli 2010

Technisch gesehen hat die letzte Woche eine Überraschung gebracht. Der Euro hat sich zurückgemeldet und hat technisch eine reversed Head Shoulder Formation erarbeitet. Damit ist der Grundstein für eine Erholung des Euros eigentlich gelegt. Unterstützt wurde diese technische Formation von grundlegend negativen Wirtschaftsdaten in den USA. Natürlich ist die Finanzierungskrise in Europa damit nicht unter Kontrolle, aber die US Wirtschaftsdaten legen eine sogenannte Double Dip Rezession in den USA gedanklich nahe.

Technisch gesehen erwarten wir daher höhere Preise im Euro. Erster Zielpreis ist ganz klar 126,50, Zielarea 2 liegt zwischen 127 und 127,90. Damit wissen wir also, was kommende Woche zu erwarten ist. Schwieriger wird es sein, den niedrigsten Preis der Woche festzulegen. Vorläufig würde ich annehmen, dass zwischen 124,00 und 124,50 genügend Support sein sollte um Rückschläge aufzufangen, aber auf Grund einer volatilen Situation könnten auch niedrigere Preise möglich sein. Basierend auf stündliche Chartsl liegen 'Three runs to the top' vorläufig in der Luft. Sollte also Montag sofort ein neues Hoch angepeilt werden, dann würde ich in der Gegend von 126,50 bis 127 ganz klar short gehen. Bedingt durch den Feiertag in den USA könnte es Montag aber zu einem reinen Range-Trading kommen, wobei die Range mit 126plus bis 124,80 klar vorgegeben ist.

Der Verlierer der Woche war GOLD. Der technische Druck ist einfach zu gross geworden und es wäre sinnlos hier lang fundamentale Gründe zu suchen. Das mögliche Ende einer 5. Welle nach oben war klar sichtbar und obwohl der Einbruch aus einer relativ harmlosen Topsituation gekommen ist, womit das endgültige Ende der Rally eben nicht klar kommuniziert wurde, so sind die Charts definitiv nun vorläufig bearish. Auf der anderen Seite war es ein problematisches Zeichen für die Gold Bears, dass man am Tag nach dem Einbruch sofort wieder positiv geschlossen hat. Nichtsdestotrotz, 1180 liegt nun in der Luft und nach diesem Hit kann man erst weiterreden. Also würde ich Gold diese Woche bei höheren Preisen - vorläufig ist 1225 mein Zielpreis - verkaufen.

Der Aktienmarkt ist technisch gesehen unter Totaldruck und mit ihm geht es auch dem Öl recht schlecht. Über 20 Jahre Tradingerfahrung würden es mir aber nicht erlauben, Aktien am Dienstag zu verkaufen. Kaum in der Geschichte von Aktienbewegungen ist es am ersten Handelstag nach dem 4. Juli Feiertag zu einer Minusperformance gekommen. Obwohl ich es nicht ausschliesse, dass wir den Dienstag Minus beginnen oder auch absacken, so würde ich ohne massive Marktneuigkeiten davon ausgehen, dass sich der Markt am Dienstag erholen könnte. Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes in den USA wird aber von entscheidender Bedeutung sein für die Zukunft des Aktienmarktes. Die Freitagzahlen waren MIXED. Eine Verbesserung der Gesamtarbeitslosenzahlen und die negativen Non Farmpayrolldaten haben sich irgendwie gegenseitig aufgehoben. Jedoch, bohrte man tiefer in die Arbeitslosenzahlen, dann war das negative Bild vorherrschend. Es wird auf alle Fälle spannend, spannend auch deswegen, weil die Entwicklung der Aktienmärkte global gesehen werden muss.

Auch der Bondmarkt war für mich von großer Bedeutung letzte Woche. Hier gehe ich mal davon aus, dass wir nach unten das 126 Preisgebiet wieder erreichen können - dann wird es aber schwierig, Vorausschauen zu treffen.

In diesem Sinne beobachten wir in der kommenden Woche verstärkt US Treasury Bonds, Gold, den Euro, den Swissie aber auch die Aktienmärkte ganz allgemein.

Alles Gute beim Handeln!
Gerhard

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