Samstag, 17. Juli 2010

Marktbeurteilung 17. Juli 2010

Samstag, 17. Juli – ein Tag an dem ich meine eigene Vorschau von letzter Woche feiern muss. Der absolute Vorschauvolltreffer letzte Woche ist mir wohl mit dem Euro/Swissie Cross gelungen, aber auch die anderen Vorschauen können sich durchaus sehen lassen.

Bleiben wir mal beim Euro – News Networks und financial Forecasters sprechen vom Turn des Euros. 1,30 ist erreicht – eine 000 (Triple-Zero) Zahl ist grundsätzlich nicht leicht zu brechen, aber ich gehe davon aus, dass der Bruch passieren wird und wir das vorläufige Zielgebiet 1,31 bis 1,32 erreichen werden. Was könnte kommende Woche dieser Vorschau im Wege stehen – eigentlich nur eines … Die Publizierung der Ergebnisse des Bankenstresstests am 23. Juli. Diese Publizierung könnte zwei Dinge auslösen, den Einbruch nach einer weiteren Rally, oder die Rally nach dem Einbruch. Im Moment würde ich sagen 1,28 bis 1,32 könnte die Range der nächsten Woche sein – mehr lässt sich im Moment wohl nicht sagen. Aber es gibt Optimisten unter den Industry-Leaders: 1,35 oder sogar 1,40 ist im Munde der Trend-Analysten. Nichts ist abwegig, jedenfalls zeigen die longer-term Charts klar nach oben. Aber nach oben heisst nicht, dass es nicht Einbrüche geben kann und wird. Das Low des Jahres 2010 scheint mit 1,18 vorläufig unantastbar.

Und was hat diese Entwicklung herbeigeführt? Der Markt wird zur Zeit nicht von Gefühlen (Sentiments) getrieben, sondern von den harten wirtschaftlichen Daten, die wir aus den USA jeden Tag serviert bekommen – diese negative Serie hat mit den Retail Sales Zahlen begonnen und wurde diese Woche von allen publizierten Wirtschaftsdaten bestätigt. Nicht einmal die generell hervorragenden Quartalszahlen der führenden gelisteten US Firmen konnten im Endeffekt verhindern, dass sich die Marktteilnehmer mit einer – nennen wir es - schwierigen Phase der US Wirtschaft diesen Sommer auseinandersetzen müssen.

Die überfällige Korrektur des US Aktienmarktes hat somit Donnerstag, Freitag – ja es war nicht der Dienstag oder Mittwoch – begonnen. Also wird am Beginn der nächsten Woche 10,000 Dow einen weiteren Stresstest zu bestehen haben. Noch hält dieser Meilenstein! Charttechnisch ist es sowohl möglich, dass es weiter nach unten geht, aber auch eine laterale Konsolidierung ist durchaus realistisch. Die Range Expansion am Freitag mit Minus 260 Dow Punkten war aber sicherlich nicht Vertrauen erweckend.

Nachdem 1,300, 1,500, 3,000 aber auch 5,000 Dollars pro Feinunze Gold immer wieder im Raum gestanden sind, sehe ich bei den Gold-Forecastern auf einmal Zahlen wie 850 bis 950 Dollars als nächste Zielpreise. Persönlich war ich immer der Meinung, dass 1,200 ein toller Verkaufspreis ist, und jeder der sein Gold nicht als Schatz betrachtet, sollte sich hier vom gelben Metall verabschieden. Die Verkaufsaktivitäten der letzten Wochen gefallen mir aber trotzdem nicht besonders, da Marktteilnehmer bei größeren Preisverlusten sofort wieder versuchen das goldene Edelmetall aufzukaufen (womit die relativ hohe Volatilität erklärt ist). Aber, was nocht nicht ist, kann ja noch werden. Ein Bruch von 1170 bis 1150 könnte zu einer Beschleunigung nach unten führen. Im Hinterkopf habe ich aber immer noch - oder immer wieder - die europäische Finanzierungskrise und die disaströsen US Wirtschaftsdaten; und man wird den Gedanken nicht los, dass die Krise jederzeit wieder kommen könnte, und die wäre in jedem Fall bullish für Gold. Aber die 2010er Krisen könnten auch hinter uns sein, und der Goldhandel wird technisch überschaubar. In diesem Fall – 900 Dollars pro Feinunze … wir kommen!

Die US Notenbank hat mit Bestimmtheit kundgetan, dass US Zinsen längerfristig keine Chancen haben nach oben geschraubt zu werden. Darauf hat der Bondmarkt nach seinem 126iger Hit reagiert und die Woche wieder bei 128 geschlossen. Ein oder mehrere neue Hochs sind nicht ausgeschlossen, werden aber ganz grundsätzlich wohl von der Entwicklung des Aktienmarktes diktiert werden. Betrachten wir also vorläufig 130 als nächsten realistischen Zielwert.

Die nächsten 2 Wochen werden bei mir eher durch passives Handeln gekennzeichnet sein … Mein Tochter Claudia kommt mich aus Hong Kong besuchen und dann geht es ab in den Urlaub nach Rhodos. Große Gelegenheiten werde ich versuchen zu identifizieren … andere werde ich auslassen. Viele von Euch werden die nächsten 2 bis 4 Wochen wohl auch am Meer, in den Bergen, …. , verbringen - also im Urlaub sein … denen wünsche ich viel Spass und gute Erholung!

Bis nächste Woche!
Euer Gerhard

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