In meinem letzten Blog habe ich davon gesprochen, dass $250 Milliarden QE2 die Grenze zwischen Dollarschwäche und -stärke sein könnten. $600 Milliarden war dann doch etwas zuviel für die Märkte, die dem Dollar prompt die Rechnung präsentierten. Von Trendumkehr war nach dieser Überraschung auf der ganzen Linie nichts mehr zu erkennen.
Aber eine Überraschung kommt selten allein: Am Freitag überraschten 150,000 neue non-farmpayroll Jobs den US Markt völlig. Man hatte eigentlich nur mit 60,000 gerechnet.
Der Euro hat auf beide News so reagiert, wie man es erwartet hätte. QE2 brachte dem Euro 200 Punkte plus gegenüber dem Dollar ein - 1,42; die US-Job-Kreationen holten den Euro wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurück. Eine Währung gab es noch, die im Prinzip auch diesen fundamentalen News gefolgt ist - der Yen. Man könnte also rein theoretisch davon ausgehen, dass diese 2 Währungen dieses Jahr nach oben hin gegen den Dollar keine großen Sprünge mehr machen werden. Ich schreibe hier bewusst nicht, dass die 2 Währungen gedreht haben, denn obwohl wir eine große Preisvolatilität gesehen haben, so sind die Schlusskurse am Freitag nicht gleichbedeutend für ein Reversal. Wenn man mich aber zwingen würde, eine der 2 Währungen für ein Reversal auszuwählen, dann wäre das der Yen. Dem Yen ist es nämlich auch bei der QE2 Nachricht nicht mehr gelungen, ein neues Hoch gegenüber dem Dollar im Zuge des bestehenden Trends zu erreichen. Man darf auch nicht vergessen, dass von allen Währungen der Yen auf den ungesündesten fundamentalen Beinen steht und in erster Linie von Sicherheitsinvestitionsstrategien profitiert hat.
Obwohl also die Jobnews eine kneejerk-Bewegung bei allen Währungen ausgelöst haben, so hat sich das am Ende des Handelstages am Freitag beim Aussie oder Canadian Dollar nur als durchaus legitime korrektive Reaktion dargestellt.
Was bei den Währungen noch sichtbar war, hat den Edelmetallen und auch der Baumwolle nur einen ganz kurzfristigen Huster gekostet. Und alle 3 Produkte schlossen auf absolutem Rekordpreisniveau.
Die nächste Woche wird also einiges an Preisneuigkeiten zu bieten haben: Kann Gold $1400 überschreiten? Geht Silber auf dem direkten Weg auf die Marke $30 zu? und sehen wir noch dieses Jahr Öl wieder bei $100? Wo endet der Baumwolle Rekordlauf?
'Der Trend is your friend' heisst es so schön. Trotzdem würde ich persönlich keinen Cent meines eigenen oder verwalteten Geldes mehr ungesichert auf den bestehenden Trend setzen. Die Preise, die ich im vorigen Absatz genannt habe, sind jedoch durchaus erreichbar; aber eine Gegenbewegung, die auf dem heutigen Preisniveau beginnt, könnte das Kapital jedes Investors auslöschen.
Einstiegspreise festzulegen - seien sie nach oben oder unten gerichtet -, das wird die besondere Kunst des Handelns in den nächsten Wochen sein. Wir von der TASK INVEST AG blicken auf ein bisher solides jährliches Handelsergebnis und sehen daher auch nicht die Notwendigkeit kurz vor Jahresschluss unsere Risikobereitschaft zu erhöhen.
Daher kann ich auch relativ entspannt die nächste Woche im Krankenhaus verbringen, um mich einer geplanten Operation zu unterziehen. Ich hoffe, dass ich bald wieder gesund und munter unsere Handelsaktivitäten übersehen werde. Wenn alles gut läuft, dann werde ich schon nächste Woche wieder über meine Einschätzung der Commodity - und Währungsmärkte in diesem Blog berichten.
In der Zwischenzeit wünsche ich Euch viel Erfolg beim Handeln!
Euer Gerhard Pilz
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen