Liebe Leser!
Seit Mittwoch sind die Märkte in Feiertagslaune. Thanksgiving bedeutet immer, dass viele Produkte von Mittwoch bis Freitag kaum oder gar nicht gehandelt werden. Ein klar erkennbarer Liquiditätsverlust führt oft zu übertriebenen Preisbewegungen. Das sind alles Zutaten für echte Risikotrades. Da wir im November wieder auf ein schönes Plus blicken, war die Lust verhalten, an dem Feiertagsmarkt zu partizipieren.
Nichtsdestotrotz gab es einige Überraschungen:
- Öl, das sich charttechnisch bearisch präsentiert hat, konnte sich bis auf $84.00 erholen.
- Silber konnte die Erwartungen, $30 direkt anzusteuern, nicht erfüllen und zeigte vor allem am Freitag Schwächen.
- Der Aktienmarkt ist unter dem Erwartungsdruck am Tag nach Thanksgiving überraschend eingebrochen.
Diese Entwicklungen kamen nicht nur überraschend, sondern es ist schwer, die fundamentalen Gründe und Zusammenhänge darzustellen.
Daher wenden wir uns der europäischen Schuldenkrise und den Kriegsdrohungen in Korea zu. Beides Ereignisse, die alle Marktaktivitäten in der letzten Woche nachhaltig beeinflusst haben. Unter dem Eindruck von asiatischen und europäischen Problemen zeigte der Dollar auf der ganzen Linie Stärke. Diese Stärke hat seine Auswirkungen auf Edelmetalle und führte im Endeffekt zu Schwächen in Gold und Silber. Die Aktienmärkte, die seit der QE2 Entscheidung bullisch agieren, wurden am Mittwoch mit der Aussicht auf bessere Retailzahlen in der heurigen Weihnachtssaison nach oben getrieben. Am Tag nach Thanksgiving führten die internationalen Ereignisse und die Vermutung, dass das Christmasshopping vielleicht nicht überragend werden könnte, zu starken Einbrüchen. Öl profitierte von fallenden Lagerbeständen. Ausserdem bleibt die Frage offen, ob Chinas Ölbedarf trotz verschiedener Krisen nicht weiter steigen wird.
Alles gute Erklärungen für Preisentwicklungen, die in dieser Form nicht einfach vorauszusehen waren. Gerade der US Aktienmarkt, der einen Tag vor Thanksgiving 140 Punkte nach oben ging und am Tag nach dem Feiertag 120 hinunter, zeigt, was für Ausschläge Feiertage verursachen können.
Dezember, der Feiertagsmonat, birgt für einen Futureshändler große Gefahren. Die Preiskapriolen, wie sie letzte Woche bei Aktien zu erleben waren, die gibt es rund um die Feiertage in vielen Märkten und wir werden uns hüten, in den nächsten Wochen aggressiv zu handeln.
Trotzdem ist es wichtig, die weitere Entwicklung gerade bei den Leitwährungen und bei den Edelmetallen zu beobachten.
Der Euro steuert auf die Triple 0 - 1,3000 - zu. Obwohl es vor dieser psychologischen Hürde noch einige Supportbereiche gibt, bin ich davon überzeugt, dass in dieser Krisensituation (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) eine echte Rally des Euros nicht zu erwarten ist. Ausschläge oder Korrekturen sind von dieser Vorschau ausgeschlossen, weil jede positive Wirtschaftsentwicklung oder jeder Kommentar eines Politikers kurzfristig zu Kursverbesserungen führen kann.
Die negative Überraschung der letzten Woche war der Fall des Aussie Dollars. Für mich ist diese Währung am Paritätspreis mit dem Dollar gescheitert. Der Preisverfall der Edelmetalle hat natürlich zu dieser Preisentwicklung ebenfalls beigetragen.
Unsere Handelsaktivitäten der kommenden Woche werden insgesamt verhalten und von extremer Vorsicht geprägt sein. Die Ölrally der letzten Woche betrachte ich skeptisch, weil sie unserer technischen Grundsatzbeurteilung nicht entspricht. Short-Einstiegsmöglichkeiten könnten sich ergeben. Die Euroschwäche sollte ebenfalls
Gelegenheiten für profitable Trades eröffnen.
Ich wünsche Euch allen einen schönen 1. Adventsonntag.
Eurer
Gerhard Pilz
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen