Sonntag, 5. September 2010

Labor Day Blues

Morgen Montag ist Labor Day, Tag der Arbeit der englischsprachigen Länder, aber auch der Beginn der Herbstsaison der Finanzmärkte. Also auf ins Geschehen:

Die Vorschau der letzten Woche war ziemlich korrekt, wenn man den zeitlichen Rahmen, den ich vorgegeben hatte, etwas in den Hintergrund drängt. Wir sahen nämlich in den ersten Tagen der Woche Korrekturen der massiven Reversal Bewegungen der letzten Woche, aber dann kam es doch zum vorhergesagten Follow-Up und die Preise, die wir Ende der letzten Woche erzielt haben, waren dann die Bestätigung der zumindest kurzfristigen Trendumkehr bei den 30-jährigen Bonds, den Aktienmärkten und beim Euro, um einige signifikante Produkte zu erwähnen.

Den fundamentalen Hintergrund dieser Bewegungen zu beleuchten, würde dem Erarbeiten einer volkswirtschaftlichen Kurzgeschichte entsprechen. Kurzum, der Markt hat die kleinsten positiven Hinweise der veröffentlichten US Wirtschaftsdaten dazu verwendet, die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft und damit die Auswirkungen auf die Aktienmärkte positiv zu interpretieren.

Technisch schaut die Sache schon etwas solider aus. Der Euro zum Beispiel scheint bei 1,25/1,26 vorläufig festen Boden unter den Füßen gefunden zu haben und ein Test von 1,30 ist wahrscheinlich. Die Bewegungen letzter Woche deuten jedoch darauf hin, dass der Aufwärtstrend nicht geradlinig sein wird. Mittelfristig ist aber auch 1,32 bis 1,33 durchaus möglich. Der Swissie und Yen bleiben im Aufwärtstrend (die wöchentlichen Charts deuten darauf hin), jedoch gegenüber dem Euro könnten sie etwas an Stärke verlieren. Noch haben die Crossrates aber nicht überzeugend gedreht.

Der US Aktienmarkt scheint vorerst bereit zu sein, die Nachrichten, wie auch immer sie sich darstellen, positiv aufnehmen zu wollen. Der Tag nach Labor Day ist traditionell gut für weitere Zugewinne, also sehe ich zumindest am Beginn der nächsten Woche keine schwerwiegenden Gewitterwolken am Aktienmarkt aufziehen.

Die 30-jährigen Longbonds haben ein eindrucksvolles 2-wöchiges Reversal von 137 auf 130,15 hingelegt, haben zwar auf 131iger Level geschlossen; nichtsdestotrotz eine ziemlich eindrucksvolle Vorstellung. Volatilität ist relativ hoch, daher würde ich vorerst nach oben hin 134 als ziemlich solide Preisobergrenze für nächste Woche festlegen, nach unten erwarte ich einen Test von Preisen zwischen 129 und 130 aber auf weit niedrigere Preise würde ich auf Grund der Realwirtschaftssituation vorläufig nicht setzen.

Aus den Sommerferien zurückkommende Marktteilnehmer werden im Laufe der kommenden Woche mehr Umsätze bringen. Die Beurteilung der Realwirtschaft, sowohl der in Europa als auch der in den USA, wird zu neuen Erkenntnisse führen. Vorläufig hat Europa im Währungsbereich gegenüber dem Dollar die Oberhand, im Aktienhandel sind es die Amerikaner, die die Märkte nach oben leiten. So gesehen, eine recht ausgeglichene Situation also - wären da nicht die längerfristigen Budgetprobleme und der Arbeitsmarkt, der sich nur schleichend positiv entwickelt. Da diese Situation insgesamt als problematisch zu werten ist, konnte Gold seinen Weg in Richtung All-Time-Highs fortsetzen - wenn auch nicht geradlinig.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Meinungen zu diesem Blog!
Auf eine erfolgreiche neue Handelswoche!

Euer Gerhard Pilz
TASK INVEST AG

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