Vorschauen für die nächste Woche sind gut - noch besser wäre es, wenn man genau nach den Vorschauen auch handeln würde. Leider nicht geschehen. Die Cross-Rates Yen and Swissie zum Dollar haben nämlich den vorhergesagten Einbruch erlitten. Aber meine Konzentration war abgelenkt; abgelenkt vom Bullrun des Aussie Dollars und der aufkeimenden Stärke des Euros. Der Währungshandel ist zum Lotteriespiel geworden, da der Trend des Dollars nicht klar zu erkennen ist. Im Grunde ist nämlich der Dollar Index - absolut gesehen - schwach geblieben und die Bewegungen haben sich fast nur in den Cross-Rates abgespielt.
Damit wären wir auch schon bei der kommenden Woche. Jetzt gibt es nämlich erste Zeichen dafür, dass sich auch der Dollar gegenüber den Hauptwährungen etwas besser behaupten wird können. Noch ist das jedoch technisch gesehen nichts klar. Ein Dollar Index Double Bottom in der Nähe von 80 steht nämlich nach wie vor auch noch im Raum. Gemäß dieser Anschauung könnte auch der Euro einen Double Top bei 1,33 machen.
Noch interessanter sind die Möglichkeiten des Yens! Die Bank of Japan hat ihre Intervention wirklich perfekt getimed. Technisch gesehen hat es auf diesem Preisniveau, auf dem die Intervention passiert ist, nicht viele Anlässe gegeben weiterhin Yen zu kaufen. Ein major Double Bottom oder Retest Bottom des All-time-lows bei 80 steht nämlich im Raum! Daher ist es dem Markt auch nicht gelungen, die Intervention sofort wieder durch gezielte Käufe ungeschehen zu machen. Obwohl technisch gesehen kein großer Schaden in den Charts passiert ist, war der Schlusspreis der Woche doch recht Dollar bullisch. Und jetzt kommt schon wieder das 'Aber' - aber man könnte die Preisentwicklung auch anders interpretieren: Nach der Intervention hat es auch keine wesentlichen Dollar Käufe gegenüber dem Yen gegeben. Es ist als ob der Markt auf eine weitere Runde von Interventionen warten würde.
Aber es gibt auch Fundamentales zu berichten. Der Euro hat seinen Bullrun am Freitag schlagartig beendet als bekannt geworden ist, dass es möglicherweise große Probleme finanzieller Art in Irland gibt und der IWF um Hilfe gebeten werden muss.
Technisch gesehen hat der Euro ziemlich positiv geschlossen, aber eines ist klar, sollte der Bullrun noch eine Fortsetzung finden, dann sehe ich im Moment 133 als klare Resistenz vor uns.
Ihr seht schon - die Währungsvorschau ist genauso kompliziert und unklar wie schon in den Wochen zuvor. 'When in doubt stay out' - könnte hier die beste Empfehlung sein.
Ich habe Euch in meinem letzten Blog in Aussicht gestellt, dass es heute - eine Woche später - klarer werden wird, was die Aktienmärkte und die Bonds machen werden. Nun ja, die Aktienmärkte haben sich behauptet ohne an Stärke zu gewinnen und die Bonds stehen auch ungefähr dort, wo sie letzte Woche waren. Man könnte sagen der Schlusspreis der Bonds am Freitag Abend war ein weiterer Strohhalm für diejenigen, die die Zinsen steigen sehen. Der Trend von lower Highs bei den Bonds wurde nicht gebrochen und 128,11 steht kommende Woche als Möglichkeit im Raum. Werden die Bonds jedoch unter 130 die Woche schliessen? ... ich würde keine Wette darauf abschliessen.
Was gibt es dann überhaupt für Möglichkeiten, um in diesen komplizierten Marktsituationen Geld zu machen? Nun, meine Konzentration in den letzten Tagen liegt bei Öl und Cotton (Baumwolle). Der Baumwollpreis ist in der Stratosphäre und wird am Montag wohl zwischen 99 und 103 testen. Zeit für mich auf ein Retracement zu setzen!
Öl hat diesmal nicht im Gleichklang mit den Aktienmärkten agiert, sondern ist bis auf 72,75 gefallen. Die anhaltend hohen US Lagerbestände und die schleichende Nachfrage sind Gründe dafür, dass ich die Möglichkeit eines Bruchs des 70iger Preislevels ins Auge gefasst habe. Solch einen Bruch kann ich aber nur im Zusammenhang mit einem Einbruch der Aktienmärkte sehen. Alles in allem eine sehr heikle Vorschau also. Vom wöchentlichen Schlusspreis kann man jedenfalls keine trendmässigen Analysen ableiten. Gedanklich bin ich aber sicherlich nicht bullisch eingestellt, weiss aber, dass die OPEC den 70iger Level zu verteidigen gedenkt.
Was hat Kaffee gemacht - Kaffee hat eine Woche lang konsolidiert und relativ schwach geschlossen - es ist nicht leicht, in dieser Phase gute Einstiegsmöglichkeiten zu finden.
Damit sind wir am Ende der möglicherweise unklarsten Vorschau der letzten Monate. Meine Konzentration am Beginn der Woche gilt der Baumwolle! Den Euro habe ich im Blickwinkel, da ein nachhaltiger Bruch von 1,30 jederzeit eine stärkere Dollarperiode einläuten könnte. Und - könnte der Aussie Dollar wieder einmal sein Hoch erklommen haben?
Viele Fragen ... und viele Antworten wird sicherlich die kommende Woche bringen ..
Bis bald
Euer Gerhard
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