Samstag, 2. Oktober 2010

La remontee spectaculaire de l'euro

Der spektakuläre Wiederanstieg des Euros! lautete am Samstag die Schlagzeile auf Seite eins im 'Le Figaro'. Und spektakulär ist der Anstieg. Das letzte Quartal hat begonnen, und der Euro bewegt sich in Richtung 1,40. Noch sind wir über 2000 Punkte vom All-time-high (1,60) entfernt, aber das Spektakuläre an der Situation ist die Wiederauferstehung der europäischen Leitwährung, und dies obwohl wir täglich Schockmeldungen serviert bekommen: geht Irland bankrott, folgt das Land Griechenland und muss massiv vom IWF gestützt werden? Wie problematisch ist die Situation in Spanien nach dem Downgrading durch internationale Ratingagenturen?

Zum 2. Mal in diesem Jahr sehen wir einen 'trending' Markt (diesmal gegen den Dollar), der nur vom Sentiment getragen ist. Jede Korrektur wird als Kaufmöglichkeit gesehen. Es gibt keine Nachrichten, die dieses Szenario während der vergangenen Woche stören konnte.

Und dieser Trend beeinflusst den gesamten Finanzmarkt. Bestimmend ist eine relativ schwache Wirtschaftsentwicklung in den USA, eine Federal Reserve Bank, die ganz bewusst auf Niedrigzinsen setzt und damit den Schlüsselfaktor des Währungshandels - das Zinsdifferential - so einsetzt, dass ein schwacher Dollar garantiert ist.

Dadurch bleiben US Aktien gefragte Anlageprodukte - man will ja irgendwo Profit machen. Die Bonds bleiben hoch. Die Edelmetalle sind als Hedging-Produkt gegen die unsichere Wirtschaftssituation und als Möglichkeit, irgendwo Renditen zu lukrieren, nach wie vor gefragt. Commodities bleiben hoch, in erster Linie, da diese Produkte vielfach in Dollars gehandelt werden. Diese Entwicklung ist weiterhin zu beobachten, denn hohe Commoditiespreise heissen normalerweise 'Inflation'. Jede Situation, so klar sie sich auch darstellt, hat also auch seine Achillesferse.

Charttechnisch ist alles klar - der Trend, welcher aus dem wöchentlichen und täglichen Charts klar zu erkennen ist, wurde letzte Woche nicht gebrochen. Der Euro hat sogar mit dem höchsten Preis der Woche geschlossen. Öl ebenfalls. Es wäre unseriös, heute eine Trendwende vorauszusagen. Nichtsdestotrotz, muss erwähnt werden, dass wir uns auch technisch gesehen nun im zumindest kurzfristig überkauften Bereich befinden. Ob und in welcher Form wir nun mit Korrekturen rechnen müssen, das wird uns der Markt zeigen. In jedem Fall plane ich nicht - wie schon auch letzte Woche - auf diesem Preisniveau bedingungslos dem Trend zu folgen.

'The Trend is your friend' ist ein Credo in unserem Beruf. Und wer so wie ich über 20 Jahre Erfahrung im Derivatenhandel verfügt, der wird sich hüten, eine Trendumkehr vorherzusagen oder gar massiv Geld darauf zu setzen. Nein, wir werden die Entwicklung gespannt verfolgen und gute Einstiegspreise, sei es nach oben bzw. nach unten, suchen. Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Euro und dem Öl. Aber auch der Schweizer Franken und der Aussie Dollar, die im All-time-high-Bereich handeln sind Produkte von Interesse.

Und noch ein Credo gibt es beim Handeln - 'when in doubt stay out'.

Übrigens, unsere Kunden konnten sich im September über ein tolles Handelsergebnis freuen. Ein stolzer monatlicher Gewinn, leider in Dollars erwirtschaftet, und daher war der monatliche Auszahlungsrekord dieses Jahres nicht gefährdet - immerhin -- das monatliche Topergebnis prozentuell zum Investment gesehen.

Ich freue mich über Eure Kommentare und verbleibe mit lieben Gruessen aus einem sehr sonnigen Nizza.

Euer Gerhard

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