Freitag, 22. Oktober 2010

QE2 - 'quantitative easing 2'

Qantitative Easing ist eine aktive Finanzspritze der Federal Reserve Bank, indem diese z.B. Anleihen von Banken kauft http://en.wikipedia.org/wiki/Quantitative_easing. Diese Geldmittel sollen die wirtschaftlichen Aktivitäten ankurbeln. Vor 2 Jahren hat die Fed mit diesem Mittel einen durchschlagenden Erfolg erzielt.

Der Markt beschäftigt sich im Moment mit der Möglichkeit, dass beim November FOMC Meeting ein endgülter Beschluss für QE2 gefasst werden könnte. Völlig unklar ist jedoch, wie hoch QE2 ausfällt.

Quantitative Easing führt natürlich zu einer Abwertung der Währung und ist kurz vor dem G20 Gipfel ein rotes Tuch für viele Regierungen, da man in diesem Fall der USA vorwirft, künstlich Handelsvorteile für sich zu schaffen.

In der Zwischenzeit muss man sich jedoch fragen, ob mit den dauernden Ankündigungen von QE2 nicht schon der Zweck der Übung erfüllt wurde. Der Dollar hat sich signifikant verbilligt. Obwohl es nicht auszuschliessen ist, dass QE2 gar nicht kommt, glaube ich eher, dass wir es mit einer sehr niedrigen Finanzspritze zu tun bekommen. 100 bis 500 Milliarden stehen im Raum. Solch ein Rahmen könnte zu einer Reaktion 'Buy the rumour, sell the fact' führen.

Und da wäre noch die Entwicklung der Commoditiespreise zu beachten - diese Woche waren wieder Baumwolle und Kaffee an der Vorfront der aggressiv steigenden Preise -, die ein untrügliches Zeichen für eine Inflations-gefährdete Situation darstellt.

Der Markt ist offensichtlich gewarnt. Die Währungsbewegungen der letzten Woche deuten darauf hin. Wir sind in einer Situation, in der ein Teil der Marktteilnehmer vom Ende des Dollarkollapses und der andere Teil vom Gegenteil überzeugt ist. Die Eurobewegung, am Dienstag 250 Punkte hinunter am Mittwoch 250 Punkte hinauf, ist wohl bezeichnend für diese Situation.

Um es auf den Punkt zu bringen: für mich ist die Situation unklar. Gedanklich, und das habe ich schon letzte Woche geschrieben, halte ich jede long-Position in den Währungen und in den Edelmetallen für höchst riskant. Auf der anderen Seite steht weiteren Hochs der Währungen und Edelmetalle auch nichts im Weg. Nachdem es nächste Woche die QE Entscheidung nicht geben wird, sollte die kommende Woche auch keine großen neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet bringen.

Auf Grund der relativ guten Wirtschaftsdaten, vornehmlich aus Deutschland, hat der Euro relativ gesehen Fahrt aufgenommen, und scheint sich nun langsam auch gegen den Schweizer Franken mehr und mehr zu behaupten. Auch gegen den Dollar kann man eine finale Aufwärtsbewegung auf 1,44 bis 1,45 nicht ausschliessen. Trotz dieses Risikos sehe ich so wie viele Analysten die Wahrscheinlichkeit einer sich fortsetzenden Korrektur nächste Woche als wahrscheinlicher an. 1,35 bis 1,36 sollten realistische Preisziele sein.

Ihr wisst, dass im Moment sowohl die Preise der Soft Commodities als auch der Edelmetalle zu einem wesentlichen Teil von der Entwicklung des Dollars abhängig sind. In diesem Sinne sehe ich diese Produkte auch langsam aber sicher sich einem zumindest vorläufig entscheidendem Hoch anzunähern. Ohne klare Richtlinien geben zu können, halte ich im Sinne meiner Anmerkung am Beginn dieses Blogs - dass der Gedanke bei mir aufkeimt, wir könnnten einem typischen 'buy the rumour, sell the fact' Szenario entgegensteuern - daran fest, dass ich eher die short-Seite forcieren würde als auf der long-Seite zu versuchen, den letzten Tropfen Profit herauszuquetschen (obwohl auch dieser letzte Tropfen durchaus ein lukrativer sein könnte!)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne und profitable Tradingwoche!
Euer Gerhard

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