Unser heutiger Blog ist primär Silber gewidmet. Viele Freunde und Kunden fragen sich, welchen Preis Silber wohl ansteuert. Während Gold in den letzten 2 Jahren von All-time-Hoch zu All-time-Hoch eilt, hat Silber eine Geschichte, die ich Euch kurz näherbringen möchte.
In den späten 70iger Jahren haben die Brüder Nelson Bunker Hunt und Herbert Hunt, Söhne des texanischen Milliadärs Haroldson Lafayette Hunt, Jr., versucht durch Silberkäufe den Preis dieses Edelmetalls in die Höhe zu treiben. Im Jahr 1979 stieg der Preis von $6 pro Feinunze auf das All-time-Hoch von $48,70. Zu diesem Zeitpunkt vermutete man, dass die Hunt Brüder ein Drittel des am freien Markt verfügbaren Silbers besassen.
Tiffanys sah sich auf Grund der angespannten Marktlage sogar gezwungen, eine einseitige Anzeige in der New York Times zu plazieren, in der die Hunt Brüder für diese Marktsitutation verantwortlich gemacht wurden und deren Vorgangsweise gegenüber potentiellen Silber Käufern als gewissenlos dargestellt wurde.
Am 7. Jänner 1980 reagierte die Börse auf diese Entwicklung und änderte die Börsenregeln im Bezug auf Hebelfinanzierungen. Die COMEX implementierte 'Silver Rule 7', womit der Kauf von Silber mit grosser Hebelfinanzierung stark eingeschränkt wurde. Die Hunt Brüder hatten ihre Silberkäufe massiv kreditfinanziert. Als die Preise abzustürzen begannen - der Preis von Silber fiel innerhalb von 4 Tagen um 50% - und die Hunt Brüder ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten, gab es Panikreaktionen in den Märkten.
Der Tag, an dem es zu den Panikreaktionen in den Commodities und Futures Märkten kam, Donnerstag der 27. März 1980, wird heute als 'Silber Donnerstag' bezeichnet.
Als der Silberpreis unter dem Minimummargin fiel, erhielten die Hunt Brüder einen Margin-Call (Aufforderung, den Minimum-Margin einzuzahlen) von $100 Millionen. Sie konnten diese Forderung nicht erfüllen und standen vor einem Verlust von $1,7 Milliarden. Die Regierung fürchtete den möglichen Kollaps führender Wall Street Brokers und Banken. Daher stellte in der Folge ein Bankenkonsortium eine Kreditlinie von $1,1 Milliarden zur Verfügung, was Bache Halsey Stuart Shields, später Prudential-Bache Securities and Prudential Securities, vor dem Bankrott rettete. Die SEC fand bei einer späteren Untersuchung heraus, dass die Hunt Brüder mit 6,5 Prozent an Bache beteiligt gewesen waren.
Die Hunt Brüder verloren Milliarden, konnten sich aber auf Grund ihres Vermögens retten. 1988 verloren sie jedoch einen Zivilprozess gegen eine Peruanische Bergbaugesellschaft, die durch die Silber Spekulationen der Hunt Brüder massiv geschädigt worden war. Die Hunt Brüder sollten $134 Millionen Schadenersatz zahlen. Das war ihnen unmöglich und führte zu einer der grössten Pleiten in Texas.
Der Anstieg von Silber im letzten Jahr hat einen Touch dieser Hausse. Im Grunde waren Preiskorrekturen in den letzten 12 Monaten nur minimal. Seit 27. Jänner hat Silber fast 14 Dollar an Wert zugelegt. Einige Marktanalysten meinen, dass der Preis nun einen Retest des All-time-Hochs von $48,70 erzwingen will. Ich halte derzeit nichts für unmöglich, möchte aber alle Leser dieses Blogs darauf aufmerksam machen, dass man solch eine Preisbewegung als 'Run-Away-Rally' bezeichnet. Solch eine Rally endet öfters (meistens) mit einem Kurssturz.
Chartbeispiele gibt es viele - der japanische Aktienmarkt in den 80iger Jahren oder Öl im Jahr 2008 um 2 von vielen Beispielen zu nennen. Auf der anderen Seite erklärt der Mainstream Analayst diese ganz allgemeine Commoditieshausse mit einer sich aufbauenden Inflationsgefahr. Man meint sogar, dass der ökonomische Kollaps unseres Systems droht. Ohne eine Wertung abzugeben, steht diese Möglichkeit in jedem Fall im Raum.
Silber und Öl, die treibenden Kräfte der Commoditiesrally werden am Montag auf die Finanzeinigung in den USA reagieren. Ich gehe davon aus, dass es zumindest eine temporäre Korrektur geben wird. Auf der anderen Seite sind die Schlusskurse von Freitag ein Hinweis dafür, dass der Trend noch nicht am Ende ist.
Verfolgen Sie meine SMS Alerts. Für Spannung nächste Woche ist gesorgt.
Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard
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