Samstag, 22. Januar 2011

DIE EURO RALLY

Während Volkswirte und Währungsanalysten über die Möglichkeit des nächsten Euroeinbruchs auf Grund der Schuldenkrise der Peripherieländer spekulieren und es kaum fundamental bullische Eurovorschauen gibt, steigt der Preis der europäische Leitwährung gegenüber Dollar, Swissie und Yen ohne wesentliche Korrekturen an.

Die guten Wirtschaftsdaten der Kernländer Deutschland und Frankreich sowie anhaltend diskussionswürdige Finanzneuigkeiten aus den USA gehören zu den bestimmenden Faktoren dieser Rally.

Was von Fundamentalisten diskutiert wird, ist für technische Analysten schon längst zur Gewissheit geworden: Die Stärke des Euros sollte vorerst nicht in Frage gestellt werden, da tägliche und wöchentliche Charts eindeutig nach oben zeigen. Man kann über wichtige Zielpreise diskutieren und da fällt mir 1,40 und 1,42 gegenüber dem Dollar ein. Voraussichtlich werden wir aber schon vorher irgendwo bei 1,37 bis 1,38 pausieren.

Als Händler, der auf kurzfristige Trades spezialisiert ist, stelle ich fest, dass 1,36 (Euro/Dollar) Niemandsland ist: Zu hoch auf dem Kurzfristchart um relativ sicher ‚long‘ zu gehen; aber auf Grund des wöchentlichen ‚Bull-Close-Preises‘ zu unsicher, um hier zu verkaufen. Der Einstiegspreis wird also zum Kriterum über Sieg und Niederlage.

Wir legen daher eine ‚wahrscheinliche Tradingbandbreite‘ für die nächste Woche fest. Als Hochpreis bietet sich die Gegend um 1,3750 an. 1,35 bis 1,3530 sehe ich vorläufig als guten Support. Der Schlüsselsupportpreis bleibt 1,3450.

1,3750 kommt auf Grund mehrerer Berechnungsmethoden als möglicher Hochpreis in Frage. Natürlich sind plus 50 und minus 50 Punkte immer eine Möglichkeit. Gehen wir also davon aus, dass die Freitagsrally ansatzlos weitergeführt wird, dann werden wir eine ‚Shortposition‘ anpeilen. Sollte es Montag, Dienstag zu einer komplexen Konsolidierung der Rally kommen, dann werden wir eher als Einstieg ‚long‘ gehen.

Der Gewinner der letzten Woche ist wieder einmal Baumwolle. Die Preisentwicklung dieses Produktes, das jede Korrektur in den letzten Monaten problemlos weggesteckt hat, ist unglaublich. Nach 2 Limit-up Tagen wird der Montag sehr interessant. Stellt sich eine signifikante Korrektur im Preisbereich von 162 bis 165 ein, oder gehen wir direkt auf 175 bis 180 los? Es wird spannend und ich werde mich erst im Laufe des Montags überhaupt entscheiden, ob ich Baumwolle handeln werde.

Das Gleiche gilt für Kaffee. Das technische Bild der Kaffeerally halte ich aber für solider als das der Baumwolle. 150 bis 160 sind meine Preisziele und bevor wir auf diesem Niveau sind, werde ich mich kaum mit diesem Produkt befassen.

Gold und Silber haben nachgegeben - so wie letzte Woche vorhergesagt. Irgendwie fehlt mir aber die Aggressivität, die man von einem Preiseinbruch nach der Rally letztes Jahr erwarten könnte. Ich sehe daher die jetzige Preisentwicklung vorerst als temporäre Korrektur. Wer mich kennt, der weiss natürlich, dass ich in keinem Fall ‚long‘ gehen werde. Persönlich erwarte ich zum Beispiel den Silberpreis in der nahen Zukunft eher bei 25,50 als bei 31,50. Dass Silber aber gerade am Freitag nach dem 2-tägigen Fall von 29,50 nicht ansatzlos 27 Dollars durchbrochen hat, gefällt mir nicht besonders. Trotzdem gilt die Preisbewegung der letzten Woche als klar ‚bearish‘ und zumindest 26,40 ist ein nächstes Preisziel, welches ich in der kommenden Woche erwarten würde.

Damit sind wir beim US Aktienindex angekommen. Dieser arbeitet sich, gestützt von relativ guten Firmenerträgen im 4. Quartal, weiterhin langsam nach oben. Ich schliesse einen Run-Up im Dow nicht aus, aber eine Preiskorrektur ist überfällig. Ich würde niemanden raten, ohne Absicherung ‚long‘ zu gehen, obwohl ein Ende der Rally nicht vorhersehbar ist.

Damit schliesse ich meine wöchentliche Marktanalyse ab und wünsche Euch eine erfolgreiche Handelswoche.

Euer Gerhard Pilz

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