Sonntag, 16. Januar 2011

EXTREMBEWEGUNG

Die letzten Handelstage werden mir wohl noch einige Wochen in Erinnerung bleiben. Wie in meinem Blog vermerkt, war ich eigentlich davon überzeugt, dass der Euro gegenüber dem Dollar weiter an Wert verlieren würde. Aber offensichtlich war meine Einschätzung diesmal falsch wie ich heute ohne Umschweife zugeben muss.

Bis Donnerstag konnte ich die Bewegung des Euros als Korrektur der Schwächeperiode der letzten Wochen durchgehen lassen. Doch die Rally gegenüber Swissie, Yen und Dollar, die an diesem Tag folgte, führte nicht nur zu einem signifikanten Verlust auf meinem Handelskonto, sondern stellt die künftige Richtung der europäischen Leitwährung zumindest in Frage.

Die täglichen Charts deuten auf eine Trendumkehr. Die wöchentlichen und monatlichen Charts sehe ich eher neutral gegenüber dem Dollar. Gegenüber Swissie und Yen jedoch sollten Euroskeptiker in den nächsten Wochen sehr vorsichtig agieren. Eine Trendumkehr steht im Raum.

Der Auslöser dieser Rally war ein positiver Verkaufserfolg von Portugal-Anleihen; eine vergleichsweise unspektakuläre Neuigkeit wenn man bedenkt, dass eine Ratingagentur Griechenlandanleihen am Freitag Ramschstatus verlieh.

Fakt ist, der Euro konnte gegenüber dem Dollar ungehindert auf 134,50 steigen. Dort begann eine Konsolidierung. Technische Charts erlauben es nicht, die Eurostärke in Frage zu stellen. Trotzdem erwarte ich keine unmittelbare Weiterführung der extremen Aufwärtsbewegung, sondern ich stelle mich auf eine etwas komplexere Konsolidierung des Preisaufschwungs in der kommenden Woche ein. Vorerst muss man 133,00 als Schlüsselsupportpreis sehen. Nach oben hin könnten wir durchaus 135,50 erreichen.

Euro und Pfund sind also dabei, verlorenen Wert zurückzugewinnen. Die anderen Hauptwährungen befinden sich dagegen in einer Seitwärtsbewegung gegenüber dem Dollar, wobei aber die unterliegende Dollarschwäche grundsätzlich nicht zu übersehen ist.

Die Edelmetalle erlitten letzte Woche einen technischen Einbruch und ich erwarte, dass der entscheidende $28 Support bei Silber nächste Woche attackiert wird. Die Vehemenz der Bewegung nach unten sollte uns nach dem Martin-Luther-King Tag am Montag in der kommenden Woche Aufschluss darüber geben, ob wir einer entscheidenden längerfristigen Korrektur der Edelmetalhausse entgegengehen.

Öl, ein weiterer Leader in den Commoditiesmärkten, hat am Freitag nicht den Anschein hinterlassen, dass die Energiehausse vorbei ist. Das Marktsentiment ist nach wie vor positiv.

Das Gleiche gilt für den Aktienindex, der es wieder geschafft hat, die Woche ganz stark zu schliessen.

Ich muss aber zu diesem Zeitpunkt nochmals darauf hinweisen, dass Ökonomen auf der ganzen Welt vor inflationären Tendenzen warnen und daher Zinsen möglicherweise im Laufe des Jahres gehoben werden müssen. Das würde viele der derzeit etablierten Trends früher oder später in Frage stellen. Ich bleibe daher ohne mich festzulegen dabei, dass die Bewegungen des Dows und des S&Ps genau beobachtet werden müssen, und ein Preiseinbruch keine Überraschung wäre.

Nach dem ersten Kapitaldrawdown seit Mai 2010 von knapp 8% letzte Woche erwarte ich mir in den kommenden Tagen ein positives Handelsergebnis. Nun gilt es konsequent zu versuchen, mit Monatsende zumindest über den Break-Even Punkt zu springen.

Bis nächste Woche
Euer Gerhard Pilz

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