Liebe Leser!
Das Leitthema des heutigen Blogs ist der Euro. Das gerade deswegen, weil die ersten Wochen dieses Jahres ein interessantes Währungsbild zu zeichnen beginnen. Die Charts, seien es tägliche, wöchentliche oder monatliche, geben nämlich keine klare Richtung vor. Nach dem 2010er Jahrestief unter 1,20 schien die Währung allen Unkenrufen zum Trotz wieder auf das Allzeithoch steigen zu wollen. Aber diese Bewegung wurde bzw. wird immer wieder von fundamentalen Events (in erster Linie Finanzierungskrisen einzelner EU Staaten) in Frage gestellt.
Der Dollar präsentiert sich zwar ausnehmend schwach, insbesonders, da man keine Idee hat, wie die Amerikaner mit ihrer eigenen Schuldenkrise umgehen werden, die ja in den nächsten Wochen Thema unzähliger Debatten sein wird, wenn das vom Kongress gesetzte Gesamtschuldenlimit demnächst erreicht wird.
Einige der Republikaner deuten in Interviews am, dass man die Krise einzelner US Bundesstaaten einfach dem Markt überlassen wird müssen, sprich - ein Konkurs, oder besser, eine Schuldenregulierung ist angedacht. Diese Einstellung zu den eigenen Problemen wird natürlich auch in Europa heiss diskutiert. "Wieviel Sinn macht es, Länder wie Griechenland, Irland, Spanien, etc. künstlich am Leben zu halten?". Durch die hohen Schulden, ein schlechtes Rating und höhere Zinsen wird es kaum möglich sein, ohne einem signifikanten Wirtschaftsaufschwung die bestehenden Krisen real zu bewältigen.
Die eben angestellten Überlegungen sind aber nur Teil einer möglichen Sicht der Dinge. Es gibt in unserer globalen Welt ja auch die Länder mit massiven Geldüberschüssen wie z.B. China, das sich zusehends auf dem globalen Anleihen Markt breit macht und zur Krisenbewältigung einzelner Staaten versucht beizutragen.
Die Liste der Pros und Cons in dieser Frage ist endlos, daher wird man ohne akutem Krisenfall wahrscheinlich nicht mit schnellen Lösungen rechnen können. Die USA wird uns wahrscheinlich als erste Nation zeigen müssen, was gemacht wird, wenn das Haushaltsschuldenlimit erreicht ist. Wahrscheinlich wird man einfach ein neues höheres Limit beschliessen, um damit die Beantwortung der offenen Frage hinauszuzögern.
Aus dieser Diskussion könnte sich für Währungshändler in diesem Jahr eine Situation der Preisstagnation im weiteren Sinne ergeben. Offensichtlich könnte je nach News entweder der Dollar oder der Euro Stärke bzw. Schwächen zeigen. Das spricht für ein Preisgeschehen innerhalb der Limits des letzten Jahres. Nach oben möchte ich persönlich 1,50, nach unten 1,20 nennen. Der Schlusspreis am Freitag liegt also genau im Mittelpreisbereich des Jahres, sollte ich Recht behalten.
Öl hat vorige Woche das Preisniveau von vor der Ägyptenkrise erreicht. Mit dem Ende der Ära Mubarak kam der Ölpreis wieder auf das $85 Vorkrisenniveau zurück.
Kein Ende dagegen fand die Baumwollhausse. Mit einem Schlusspreis von über 190 letzte Woche fragt man sich eigentlich, ob fundamentale Gründe solch ein Preisniveau überhaupt rechtfertigen. Liest man noch dazu die Kommentare der CME (Chicago Mercantile Exchange), dann ist davon auszugehen, dass einzelne Trader unter Umständen einen künstlichen Squeeze im March Contract erzeugen. Je näher Expiration kommt, desto interessanter wird es werden zu beobachten, ob die derzeitigen Futurespreise reel sind. Natürlich hat Indien mit seinen Exportrestriktionen, welche im Laufe der letzten Woche bekanntgegeben wurden, das Feuer geschürt. Trotzdem bezweifle ich, dass die derzeitigen Baumwohlpreise im Futuresmarkt zu halten sein werden. Persönlich stelle ich noch dazu die Politik der täglichen Limits in Frage. Ich würde eher ein System mit höheren Marginrequirements präferenzieren, was die reinen Spekulanten aus diesem Markt treiben könnte.
Ich weiss, meine Cotton Kommentare sind sehr handelsspezifisch und sollten sich Fragen ergeben, so beantworte ich diee gerne. Schickt mir einfach eine Email an gerhard@taskinvest.com
Mit Donnerstag konnte ich endlich die finanziellen Einbrüche der ersten Februarwoche beenden. Mit dieser positiven Nachricht darf ich nicht nur den Blog beenden, sondern Euch allen einen schönen Valentinstag wünschen. Nicht vergessen ... Herzerln, Blumen und ein schönes Abendessen!
Euer Gerhard
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