Angesichts der sich überstürzenden Ereignisse wollte ich nach einer anstrengenden Wochenendreise Montagmorgen abwarten, um meinen Blog zu veröffentlichen.
Wir hatten nämlich letzte Woche die Gelegenheit, einen sehr interessanten Roll-Over von März auf April Öl Futures zu beobachten. Nach einem kometenhaften Preisanstieg von Märzöl während der Ägyptenkrise, hat sich der Preis wieder auf das Vorkrisenniveau von +/-$85 zurückgezogen. Am Freitag wurden die April Futures zum Lead-Month. Und die haben gleich mit einer Prämie von 300 Punkten das Preisniveau auf $89 angehoben.
Heute, Montag Morgen, handeln wir bereits bei über $92.00 Dollars, was durch die Krisen in Nordafrika und im Mittleren Osten begründet ist.
Fakt ist, eine Roll-Over Periode hat dazu geführt, eine charttechnische Preiskorrektur darzustellen. Natürlich ist dies eine ziemlich einmalige Situation, da eine politisch/ökonomische Krise nicht immer zu solchen Chartsituationen führt, jedoch hat uns diese Situation klar vor Augen geführt, dass Preistendenzen charttechnisch oft nicht richtig einzuschätzen sind. Preise, gerade bei den Commodities, werden oft stark von fundamentalen Events beeinflusst, aber auch vom Marktsentiment getrieben.
Die Entwicklung des Silberpreises ist ein weiterer Highlight des heutigen Morgens. Nicht einmal 10 Stunden in diese Woche und wir handeln bereits auf einem Preisniveau weit über $33.00 Dollars. Alle technischen Chartpunkte wurden hinter uns gelassen und die Händler nehmen ihre All-Time-Charts aus der Schublade, um Anhaltspunkte für mögliche Zielpreise zu bekommen. Ich persönlich möchte mich zu diesem Zeitpunkt nicht an Zielpreisspekulationen beteiligen, aber Preise zwischen $45 und $120 Dollars werden genannt.
Ungeachtet all dieser 'krisenhaften' Preisentwicklungen steigen die US Aktien. Die 'corporate World' scheint von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Nordafrika und im Mittleren Osten nicht beeinflusst zu sein.
Der Dollar bleibt schwach und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich diese Situation grundlegend verändern wird. Im Zuge dieser neuen Einschätzung, die sich von der Equilibrium Theorie der letzten Woche wieder etwas distanziert, ist nicht auszuschliessen, dass zum Beispiel der Aussie Dollar im Zuge der Commodities Hausse nach oben ausbrechen könnte.
Es ist bestürzend, dass in unserer globalisierten Welt Länder wie Libyen ungehindert auf seine unbewaffneten Bürger schiessen kann. Man muss sich fragen, wann eine UNO zum Beispiel einschreitet, um einen Völkermord zu verhindern. Tatsache ist, die Globalisierung betrifft in erster Linie die Finanzwelt, die Versorgung, die Produktion, aber nicht die Bürger. Es wird also zu hinterfragen sein, ob diese Art der Globalisierung Zukunft hat, oder ob es den Armen dieser Welt früher oder später 'reichen wird' (um den österreichischen Ex-Vizekanzler zu zitieren).
Die Entwicklungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und in den Golfstaaten sind nicht abgeschlossen und haben vor allem noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Wir wissen daher noch nicht, ob die Ölproduktion so wie bisher fortgeführt wird; wir wissen auch nicht, ob es nicht zu Extrementwicklungen kommen wird. Daher wird gerade diese Woche unsere ganze Aufmerksamkeit dem Silber und dem Öl gelten. Schon heute Nachmittag, wenn auch die US Händler wieder aktiv sind, wird es wohl zu interessanten Preisentwicklungen kommen.
Viel Spass beim Handeln!
Diese Woche wird sehr spannend.
Euer Gerhard
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