Die letzte Woche stand ganz unter dem Eindruck der libyschen Krise. Nymex Crude Oil konnte zum ersten Mal seit 2 Jahren $100.00 überschreiten. Silber erreichte ein neues Hoch. Gold hat fast die ganze Woche über $1,400.00 Dollars gehandelt.
Die Preisentwicklung zum Beispiel beim Öl brachte aber einige recht interessante Aspekte mit sich, die man genauer analysieren sollte:
Wir haben zwar gerade am Donnerstag eine Session mit extremer Volatilität erlebt, aber die Preise konnten sich nicht über $100.00 festsetzen. Gleichzeitig konnte Silber am Donnerstag den Höchstpreis der Woche vom Dienstag nicht überschreiten. Ich erwähne hier gerade Öl und Silber, weil sie als Lead-Produkte der Commoditiesmärkte, deren Preisbewegung in den letzten Monaten die Probleme dieser Welt ziemlich exakt widergegeben haben, recht gute Hinweise auf den jeweiligen Stand einer Krise geben.
Der Gedanke könnte sich aufdrängen, dass diese potentielle Preisdivergenz zwischen den Produkten 'Gefahr in Verzug' andeutet.
Betrachtet man andererseits die Schlusskurse am Freitag, so sind die Märkte doch beide im Plus und daher kann man nicht von einem ausgeprägten Hinweis 'short zu gehen' sprechen.
Die fundamentalen Gegebenheiten haben sich in den letzten 2 Wochen auch nicht dramatisch in die eine oder andere Richtung verändert.
Nach wie vor beherrscht die Entwicklung in Libyen vor allem den Ölmarkt. Wir konzentrieren uns daher nächste Woche auf zwei Fakten:
- das Spike High bei 103.40 (technisch bedeutsam)
- die Entwicklung in Libyen und in anderen Staaten der Region
(fundamental von grosser Bedeutung)
Wir haben natürlich zur Kenntnis genommen, dass das technisch wichtige Spike High fundamental stark von der Aussage der Saudis beeinflusst war, 'dass man etwaige Lieferprobleme aus Libyen durch grössere Förderungen im eigenen Land kompensieren will'.
Man könnte also meinen, dass die Entwicklungen in Libyen für das Öl nicht mehr von vorrangiger Bedeutung sein wird. Umso mehr muss man die Situation in Saudi Arabien und in den anderen Golfstaaten im Auge behalten.
Öl wird vorerst nicht wesentlich billiger werden, obwohl es Potential hat, gegebenfalls auf $87 bis $90 zurückzufallen. Nach oben hin könnte die Preisentwicklung dramatisch werden, sollte $101 nachhaltig überschritten werden. Wir befinden uns derzeit auf der Suche nach dem nächsten 'Move'. Nochmals möchte ich betonen, dass das Spike-High von enormer technischer Bedeutung ist, wäre nicht die unvorhersehbare Lage im Mittleren Osten mit ins Kalkül zu ziehen.
Silber dagegen hat am Freitag wieder einen Preisschub nach oben geschafft, obwohl die Korrektur nach dem $34 Hoch recht ansprechend war. Ich erwarte in den ersten Tagen der kommenden Woche ein 'Rangetrading' zwischen $32.70 und $34.00, bevor vielleicht doch noch ein Push nach oben erfolgt. Was auch immer so einen Push auslösen könnte, meiner Meinung nach wäre es die letzte Bewegung nach oben, bevor eine etwas komplexere Korrektur überfällig ist.
Auch die Aktienmärkte konnten dem Druck der Libyenkrise letzte Woche nicht standhalten, obwohl positive US Wirtschaftsdaten am Freitag den Verlust der Vortage etwas aufgefangen haben.
Der Dollar bleibt weiterhin schwach und hat letzte Woche wieder ein All-Time-Low gegenüber dem Schweizer Franken erreicht.
Wir denken, dass die Preisentwicklungen erst in der 2. Wochenhälfte interessant werden, und dass wir uns zu diesem Zeitpunkt sehr aktiv am Handelsgeschehen beteiligen werden.
Liebe Leser - Viel Spass beim Handeln!
Euer Gerhard Pilz
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