Der Silbereinbruch, die aufkeimende Dollarstärke, die Griechenlandkrise haben uns wochenlang in ihren Bann gezogen. Im Hintergrund hat man sich aber ständig gefragt, was ist das sicherste Investmentinstrument in diesen Zeiten. Seit Freitag wissen wir es wohl - der Schweizer Franken.
Freitag Morgen, 27. Mai: Eine Kurzmeldung flimmert über die Handelsbildschirme. 'Dollar erholt sich etwas, nachdem der Schweizer Franken ein neues All-time-Hoch erklommen hat'. Bis Freitag Abend sollte dieses All-time-Hoch nochmals überschritten werden.
Was die Silberspekulation für Auswirkungen auf individuelle Handelsaktivitäten hat, ist eine Sache, aber was das neue All-time-Hoch des Swissies gegenüber Dollar und Euro für eine breite Auswirkung auf all die 'Häuselbauer' hat, die vor allem in Österreich und in unseren östlichen Nachbarstaaten auf den Zinsvorteil des Swissies gegenüber dem Euro gesetzt haben, ist unvorstellbar. Vor allem gibt es keine Zielpreisvorstellung, nachdem die Krisenbewältigung für Politiker, Banker und die Allgemeinheit immer schwieriger zu werden scheint. Der Swissie bleibt also im Fokus der 'Risk-Aversion-Investors'.
So hat am Freitag einer der größten US Forecaster kapituliert und geschrieben, dass es völlig unseriös wäre, einen Zielpreis für den Swissie gegenüber Dollar und Euro zu projezieren. Die fundamentalen Faktoren wie die Abwanderung von Sparkonten aus Hochrisikoländern, die mögliche Pleite von einzelnen EU Staaten, und ein Anleihenmarkt in Europa aber auch in den USA, welcher das Rating nicht verdient, das er noch immer hat, machen Vorschauen nahezu unmöglich.
Die kommende Woche scheint also interessant zu werden. Wie hoch kann der Swissie in der nahen Zukunft noch steigen? Persönlich meine ich, dass eine Konsolidierung der Riesengewinne dieser Woche notwendig sein wird, aber das hängt wohl von den Entwicklungen in den Krisenzentren ab.
Betrachten wir die Bewegung des Euros in der vergangenen Woche, so muss man erkennen, dass der Markt unberechenbar ist. Donnerstag oder Freitag in der Früh blickt man auf den Euro und erlebt zweimal hintereinander dieselbe Überraschung. Der asiatische Markt hat die europäische Leitwährung jeweils 100 Punkte nach oben gepusht. Normalerweise bewegt der asiatische Markt die Währungen kaum bis gar nicht. Es scheinen also die Chinesen, die Ihre Bereitschaft signalisiert haben, massiv Anleihen von gefährdeten EU Peripherieländern zu kaufen, dabei zu sein, in Euros zu investieren? Ich gebe zu, dass ist eine meiner Theorien, aber anders ist wohl nicht zu erklären, wie der Preis einer Währung, die von einer Krise in die nächste stürzt, steigen kann.
Nun möchte ich meine Theorie noch weiterführen: Ist es möglich, dass die Chinesen erkannt haben, dass das globale Finanzsystem nur dann zu retten ist, wenn sie ihre massiven Währungsvorräte dazu einsetzen, das weltweite 'Soll und Haben' etwas auszugleichen, um es buchhaltärisch auszudrücken?
Ich erkenne durchwegs Signale, die darauf hindeuten, dass die Welt nicht bereit ist, den Kollaps unseres Finanzsystems kampflos hinzunehmen. Im Endeffekt scheint es im Interesse aller zu sein, das System vorerst zu retten. Die Schritte in Richtung Rettung aber auch das Chaos in den Krisenzentren, beides wird uns täglich durch die Massenmedien vermittelt. Wir alle sind Zeugen dieses Prozesses, der in meinen Augen in jedmögliche Richtung kippen kann.
Dementsprechend verhalten sich die Märkte. Sie scheinen ein Equilibrium erreicht zu haben, mit der Tendenz weiterhin auf Dollarschwäche und Commoditiesstärke zu setzen.
Zumindest für die nächste Woche sind die Weichen für Preisbewegungen in diese Richtung gestellt.
Nur eines wäre noch zu erwähnen. Ein Analyst hat gestern geschrieben: 'So klar die Dollarschwäche weiterhin die Märkte bestimmt, so deutlich sehe ich, dass der Dollar keine großen Schritte nach unten nehmen wird' - vorerst, wie ich meine. QE3 und die Schuldenregelung sind Themen, die in den Juniwochen die Finanzmärkte bestimmen werden. Und die Frage, ob die Griechenlandkrise die Welt in einen Tumult stürzen wird, hängt jeden Tag über uns.
Wir von der TASK INVEST AG freuen uns auf das österreichischen Morgan Frühjahrstreffen Ende nächster Woche im Bregenzerwald. Als Exclusivsponsor haben wir einen Teil zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen und wünschen allen Morganfahrern, die in der kommenden Woche dabei sein werden - GUTE FAHRT!
Euer Gerhard Pilz
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen