Montag, 9. Mai 2011

NACH DEM ABSTURZ

Liebe Leser!

Zurück von einem entspannten Urlaub in Südfrankreich!

Drei Wochen meines Blogs hatte ich dem unvermeidlichen Absturz des Silbers gewidmet. Der eigentliche Absturz war für mich der typisch Antiklimax. Die Spannung des bevorstehenden Absturzes war meiner eigenen Bestürzung gewichen. Da gab es diesen wunderbaren Anstieg bis zum früheren All-time-Hoch, dann den Fall und sofort wieder den Anstieg auf das All-time-Hoch. Diese Bewegungen zu lesen war nahezu unmöglich, da jede einzelne dieser Bewegungen, massive Verluste und Gewinne mit sich brachte.

Diejenigen unter den Investoren, die jedoch physisches Silber gehalten haben und es rechtzeitig abstossen konnten, die waren die Gewinner - die grossen Gewinner der unwahrscheinlichen Silberrally der letzten Monate.

Was ich jedem Kunden von mir, der mich darauf angesprochen hat, immer wieder gesagt habe, möchte ich hier nochmals wiederholen: Gewinnmitnahmen sind Teil des Investitionsgeschäftes. Wenn ein Produkt wie Silber jeden Rahmen in seinem Anstieg sprengt, dann wird auch der Fall dramatisch sein. Jede Investmentsituation ist immer wieder neu zu beurteilen. So wachten wir heute bei einem Preis von einer Unze Silber bei $36 auf. Das ist ein Preis, der um ein Viertel niedriger ist als der Preis derselben Feinunze Silber vor 2 Wochen. Aber heute weiss auf Grund der Chartsituationen kein Investor mehr, ob dieser Silberpreis nun billig oder noch immer teuer ist. In Wirklichkeit ist Silber nämlich nur eine Woche lang gefallen. Richtungsänderungen bei Preisbewegungen ergeben sich bei vielen Produkten aber erst nach Wochen, manchmal erst nach Monaten.

So könnte man die Bewegung von Silber der letzten Woche als Beginn einer Trendwende interpretieren. Aber, es gibt auch Investoren, die diesen Preisabschlag als natürliche Korrektur des schnellen Anstiegs sehen wollen und nun ihre Long-Positionen aufstocken.

Ich meine, beide Methoden, den Silbermarkt zu beurteilen sind heute legitim. Denn wie der Anstieg viel zu schnell war, so war auch der Absturz übertrieben.

Für erstere Interpretation wäre es jedoch von großer Bedeutung, wenn Silber diese Handelswoche im unteren Preisviertel der Woche und im besten Fall auf einem Preis unter $35.00 schliessen würde.

Aber das ist im Moment nicht vorhersehbar. Heute, Montag Morgen beobachte ich fasziniert, wie Silber fast ungebremst $1,50 nach oben schiesst. Ein satter Zugewinn in wenigen Stunden. Diese Art der Preisbewegung schliesst nahtlos an die Extrembewegungen nach oben und unten vom Freitag an.

Gleichzeitig sehe ich, dass zum Beispiel Kaffee aber auch Gold noch immer auf einem schwindelnden Preisniveau handeln. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass wir den Fall von Öl und Silber eher als Korrektur interpretieren sollten...?????

Auch der Euro ist unter der Last der allgemeinen Dollarkorrektur der letzten Woche eingebrochen. Nicht wie die anderen Währungen, die sich am Freitag wieder leicht erholt hatten - allen voran der Aussie Dollar -, gelang es der europäischen Leitwährung am Freitag nicht, wieder zu steigen. Zu stark setzten die fundamentalen News, dass Griechenland bankrott sei und möglichweise sogar eine neue Währung einführen wird, dem Euro zu.

Machen wir doch einen Realitätscheck: 23% muss Griechenland heute auf seine Anleihen bezahlen. Ich brauche doch kein Mathematiker sein, um zu errechnen, dass es diesem Land unmöglich sein wird, unter diesen Umständen sein Budget zu sanieren! Was für Argentinien möglich war, das sollte doch auch für Griechenland möglich sein. Staatssanierung, Finanzkommissare und eine komplette finanzielle Neuordnung! Anders wird es wohl nicht gehen. Der Schaden für den Euro ist bei einem kleinen Land wie Griechenland sicherlich überschaubar. So sieht es wohl auch der Markt heute Morgen, denn der Euro hat sich wieder merklich erfangen - vorerst zumindest.

Damit beginnt wieder eine neue Handelswoche!
Viel Glück
Euer Gerhard

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